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Mobilitätskonzept: Cottbuser Altstadt soll besser zu Fuß, mit dem Rad und dem ÖPNV erreichbar werden!

Der erste Entwurf des Mobilitätskonzeptes für die Cottbuser Altstadt wurde
den Trägern öffentlicher Belange im Dezember 2019 vorgelegt. Nach
Rücklauf der ersten Stellungnahmen wurde das Konzept überarbeitet und
liegt nun in einer neuen Fassung vor.
Der aktuelle Stand wird am Dienstag, den 14.01.2020 auf zwei
öffentlichen Veranstaltungen durch die Stadtverwaltung
Cottbus/Chóśebuz und dem bearbeitenden Büro Hoffmann-Leichter
Ingenieurgesellschaft mbH vorgestellt.
Zunächst findet um 15 Uhr ein gemeinsam von der IHK Cottbus und der
Stadtverwaltung Cottbus/Chóśebuz organisierter Termin für Händler,
Gastronomen und für weitere Unternehmer der Altstadt statt. Es folgt
um 18 Uhr eine Bürgerversammlung im Saal des Stadthauses am Erich
Kästner Platz 1.
Die Präsentation, die im Stadthaus gezeigt wird, und der aktuelle Stand
des Konzeptes können ab dem 15.01.2020 unter www.cottbus.de
eingesehen werden. Hinweise und Anregungen können bis zum
31.01.2020 per E-Mail an verkehrsplanung@cottbus.de geschickt oder
im Foyer des Rathauses Neumarkt 5 oder im Technischen Rathaus KarlMarx-Str. 67 abgegeben werden.
Nach ersten Rückmeldungen aus der Öffentlichkeit wird wie erwartet deutlich,
dass die zahlreichen, teils widerstreitende Interessen der unterschiedlichen
Altstadtnutzer nicht einfach unter einem Hut zu bringen sein werden.
Anwohner haben das Bedürfnis nach einem ruhigen Wohnort kundgetan,
Händler wünschen sich, dass ihre Kunden möglichst einfach und schnell zu
ihnen gelangen. Gastronomen wollen für ihre Gäste eine angenehme und
entspannte Atmosphäre. Besucher der Altstadt erwarten einen lebendigen
und attraktiv gestalteten Ort, inklusive Fahrradverleih und Servicestationen.
Im Mobilitätskonzept wurden diese und weitere Aspekte aufgenommen und
in einem Vorzugsszenario eingearbeitet. Dabei wurde klar, dass nicht alle
Wünsche und Ideen erfüllt und umgesetzt werden können. Übergeordnetes
Ziel ist es, die Erreichbarkeit der Altstadt vor allem für Fußgänger, Radfahrer und ÖPNV-Nutzer zu verbessern und eine höhere Aufenthaltsqualität, durch die weitere Gestaltung
von Straßen und Plätzen für alle Nutzer zu erreichen.
So soll z.B. die Marktstraße als erweiterter Fußgängerbereich umgestaltet werden. Die bisherigen
Pkw-Stellplätze sollen durch Fahrradbügel ersetzt werden. Dadurch entstehen ca. zehnmal so viele
Stellplätze. Davon sollen Händler und Gastronomen profitieren. Zudem kann der öffentliche Raum
besser genutzt werden, beispielsweise für mehr Außengastronomie und Auslagen von Geschäften.
Wesentliche Maßnahme ist die Unterbindung des Kfz-Durchgangsverkehrs, um die Störfaktoren
beim Besuch der Altmarktgastronomie weitgehend zu reduzieren. Um keine Schleichverkehre in der
Klosterstraße und in anderen Bereichen zu erzeugen, wird vorgeschlagen, diese als Sackgassen
auszuweisen. Das heißt, jeder kann sein Ziel in der Altstadt weiterhin mit allen Verkehrsmitteln
erreichen. Allerdings können unnötige Lärm- und Feinstaubbelastungen vermieden werden. Zudem
entstünden durch die Neuorganisation alternative und sichere Routen für Radfahrer und Fußgänger,
was sowohl Anwohnern als auch Gästen der Altstadt dient.
Anwohner können weiterhin im Umfeld ihrer Wohnungen parken. Um Parksuchverkehre zu
vermeiden, sollen langfristig Stellplätze von den Straßen in Parkhäuser verlagert werden. Im Konzept
werden zu den bestehenden Parkhäusern zwei weitere Standorte für neue Parkhäuser
vorgeschlagen. Zum einen auf dem derzeitigen Parkplatz in der Jahnstraße und zum anderen an der
Bahnhofstraße gegenüber dem Stadthaus. Damit erhöht sich langfristig die Kapazität der PkwStellplätze um ca. 400 im Umkreis der Altstadt.
Für den Fahrradverkehr werden über 500 neue Stellplätze sowohl an bestehenden Orten als auch
straßenbegleitend im gesamten Altstadtbereich anvisiert. Zudem soll der Service für Radfahrer durch
Mobilitätsstationen mit Leihrädern, Luftpumpstation, Pannenwerkzeug und Aufbewahrungsfächern
verbessert werden.
Wer mit dem Bus oder die Straßenbahn in die Altstadt fährt, soll künftig überall barrierefreie
Haltstellen mit Fahrgastinformationen vorfinden. Die Straßenbahnhaltstelle Altmarkt/Sandower
Straße soll auf den Altmarkt vorgezogen werden, um besseren Wartekomfort mit Wetterschutz zu
ermöglichen.
Insgesamt bietet das Mobilitätskonzept allen Nutzern und Bewohnern der Altstadt einen Mehrwert.
Die Maßnahmen unterstützen die Ziele einer nachhaltigen Mobilität wie sie im Integrierten
Stadtentwicklungskonzept (INSEK) und im Integrierten Verkehrsentwicklungsplan (InVEPL)
beschlossen wurden.
Hintergrund
Fortschreibung des Integrierten Verkehrsentwicklungsplans
Nachhaltiges multimodales Mobilitätskonzept für die Cottbuser Altstadt
Seit Dezember 2018 wird im Auftrag der Stadt Cottbus/ Chóśebuz ein Mobilitätskonzept für die
Cottbuser Altstadt erarbeitet. Zur Konzepterstellung wurden Bewohner und Gäste der Cottbuser
Altstadt zu ihrem Mobilitätsverhalten, den verkehrlichen Defiziten und Verbesserungswünschen
befragt. Gleichzeitig analysierte das beauftragte Büro Hoffmann-Leichter Ing. mbH die verkehrliche
Situation aller Verkehrsarten im Altstadtbereich. Die Ergebnisse der Befragungen sowie der
Bestandsanalyse wurden im Rahmen eines öffentlichen Workshops im April 2019 vorgestellt sowie
Lösungsansätze für eine nachhaltige und chancengleiche Mobilität erarbeitet.
Diese Lösungsansätze wurden seitdem im Rahmen eines Vorzugsszenarios in Leitziele und
Maßnahmen überführt. Wesentliche Maßnahmen, die sich daraus ergeben, sind: die Ausweitung von
Fußgängerbereichen, mehr Angebote für Fahrradstellplätze, barrierefreie Wege und ÖPNVHaltestellen, neue Mobilitätsstationen sowie die Unterbindung des Durchgangverkehrs und die
Neuorganisation des PKW-Parkens.

Nun gilt es, das Konzept gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren, damit
Bewohner, Besucher, Gewerbetreibende und Gastronomen die Altstadt zukünftig als gleichermaßen
lebenswertes wie gut erreichbares Herz der Stadt erfahren können.
Um die Erreichbarkeit der Cottbuser Altstadt nachhaltiger für alle Verkehrsteilnehmer, Bewohner und
Gäste zu gestalten, hat die Stadtverwaltung Cottbus die HOFFMANN-LEICHTER
Ingenieurgesellschaft mbH mit der Entwicklung eines Mobilitätskonzepts beauftragt, das einer
künftigen multimodalen, barrierefreien und chancengleichen Mobilität Rechnung tragen soll. Ziel des
Konzeptes ist es, die Erreichbarkeit der Altstadt mit ihren gastronomischen Angeboten und
vielfältigen Geschäften für den Fuß- und Radverkehr sowie für den ÖPNV-Nutzer zu verbessern.
Zudem sind die Anliegen der Altstadtbewohner nach einem ruhigen, barrierefreien und sicheren
Wohnumfeld zu berücksichtigen.
Das Konzept wird durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

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