Müller zu Willy Brandts Kniefall in Warschau

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, erklärt zum Kniefall Willy Brandts am Ghetto-Denkmal in der polnischen Hauptstadt heute vor 50 Jahren:

„Der Kniefall von Bundeskanzler Willy Brandt in Warschau ist das wichtigste Symbol für den Neubeginn der Beziehungen zwischen Ost- und Westeuropa im Kalten Krieg. Er ist das Symbol für die Entspannungspolitik, die in direkter Linie zum Mauerfall, zur Vereinigung Deutschlands und zum Ende des Kalten Kriegs geführt hat.“

Müller weiter: „Willy Brandt hatte die Gabe, wie kaum jemand anderes durch seine Worte und seine Gesten die Emotionen der Menschen zu treffen. Deshalb berühren mich und viele andere die Bilder aus Warschau noch heute sehr stark. Der `Wandel durch Annäherung´, die Politik Willy Brandts als Bundeskanzler, war geprägt von konkreten Schritten, wie zum Beispiel der Reise nach Erfurt und von Gesprächen und Verträgen, die Ängste abgebaut haben und ein friedliches Nebeneinander möglich gemacht haben. Dieser Wandel wurde spürbar durch den Warschauer Vertrag, den Moskauer Vertrag und die innerdeutschen Abkommen.

Das hatte Willy Brandt in seiner Berliner Zeit schon einmal erfolgreich versucht. Er hat als Regierender Bürgermeister mit den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt den Mauerbau durchgestanden und die Freiheit West-Berlins bewahrt. Dennoch hat er den Kontakt mit den Machthabern im Osten nicht abreißen lassen und das Passierscheinabkommen mit Ost-Berlin erreicht, das für die Menschen und für den Frieden essentiell war. Berlin ist ihm deshalb in besonderer Weise verbunden.“

Müller: „Willy Brandt hat über historische Abgründe Brücken gebaut. Das bleibende Bild ist die Verständigung, die am Ende zur Einheit unserer Stadt und unseres Landes geführt hat. Es ist das Bild des knienden deutschen Bundeskanzlers und Berliners Willy Brandt.“

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