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NABU BB PM zur Äußerung von Minister Vogelsänger – Insektizideinsatz – NABU: Ökosystem statt Holzerträge

Gebot der Stunde: Ökosystem statt Holzerträge schützen 
NABU empört über Aussagen Vogelsängers zum Gifteinsatz in Märkischen Kiefernforsten 

Potsdam − Als geradezu haarsträubende Verdrehung bezeichnet Privatdozent Dr. Werner Kratz, Ökotoxikologe und stellvertretender Vorsitzender des NABU Brandenburg die Äußerung von Agrar- und Umweltminister Vogelsänger vorgestern im Brandenburger Landtag. Dort hatte Vogelsänger behauptet, dass ohne den Einsatz des neurotoxischen Totalinsektizides „Karate Forst flüssig“ der Verlust von 3.000 Hektar Kiefernwald und damit eine ökologische Katastrophe drohe.

„Die Begiftungsaktion, die alle Insekten abtötet und damit auch die natürlichen Feinde der Nonne, stellt einen schwerwiegenden Eingriff in das Arten- und Prozessgefüge dieses Ökosystems dar.

Wie so oft in den letzten Jahren geht es den Verantwortlichen im Landesforstbetrieb dabei ausschließlich um die Sicherung der Holzerträge. Wir sind empört, dass bei der derzeitigen Situation von Biodiversitätsverlusten, insbesondere bei den Insekten im Land Brandenburg immer noch ökonomische Gründe durch den Minister vorgeschoben werden“, erklärt Kratz.

Im Naturschutz des 21. Jahrhunderts muss es vor allem darum gehen, dass die Funktionsfähigkeit der Waldökosysteme in all ihren Facetten bewahrt und gestärkt wird. Vor allem bedeutet sie stetige Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit – getragen auch von vielen nicht im Fokus des Landesforstbetriebes stehenden Arten und die durch sie getragenen Prozesse wie z.B. der Abbau von Blatt- und Nadelstreu.
Die für deutsche Verhältnisse erschreckend zahlreichen und ausgedehnten Waldbrände in Brandenburg sind ein Symptom einer forstwirtschaftlichen Krise, auf die von Ökologen und Naturschützern seit langem hingewiesen wird.

Kieferndominierte Wirtschaftswälder sind nicht „öko“, sondern oftmals Stätten der industrialisierten Holzgewinnung. Im Waldbericht der Bundesregierung ist nachzulesen, dass die Produktion und Wertschöpfung des sogenannten „Clusters Forst und Holz“ in Deutschland zu 76 Prozent auf Nadelholz beruht.

„Wenn der Landesforstbetrieb Brandenburg mit dem Waldumbau im bisherigen Tempo weitermacht, werden erst in 160 Jahren die vorherrschenden Kieferreinbestände umgebaut sein. Der Einsatz von Insektiziden ist bis dahin nicht vertretbar. Es muss daher von der Forstverwaltung ein deutlich anderer Weg eingeschlagen werden, und dies am besten sofort, und nicht erst in ein paar Jahren“, fordert Kratz.

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