Nächster Schritt zur Forstreform: Minister Vogel stellt Zukunfts-konzept des Landesforstbetriebs im Landtagsausschuss vor

Potsdam – Nachdem im Januar 2021 die Eckdaten der vom Agrarumweltministerium beauftragten Evaluierung des Landesforstbetriebs Brandenburg (LFB) präsentiert wurden, geht die Forstreform nun in die nächste Phase. Das jetzt vorliegende, 240 Seiten umfassende Gutachten, das die bereits unterbreiteten Vorschläge untermauert, konkretisiert und begründet, steht heute auf der Tagesordnung des zuständigen Landtagsausschusses für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz. Das Zukunftskonzept für den LFB zielt darauf ab, die vielfältigen und anspruchsvollen Aufgaben des Landesforstbetriebs abzusichern und die Anforderungen des Klimawandels und des Waldumbaus zu erfüllen. Den LFB zukunftsorientiert aufzustellen, ist eine Festlegung aus dem Koalitionsvertrag.

 

Das Gutachten belegt die Notwendigkeit, dass der Landesforstbetrieb nach 30 Jahren eine nachhaltige Perspektive und eine klare sowie zeitgemäße Aufgaben-, Personal- und Organisationsstruktur brauche, unterstreicht Minister Axel Vogel. Wenn jetzt nicht gehandelt würde, sei der LFB am Ende der Legislaturperiode schon nicht mehr handlungsfähig.

„Das Gutachten berücksichtigt die Aufgaben und die regionale Aufgabenverteilung und dabei geänderte Herausforderungen beim Klimawandel und der Beratung der Waldbesitzerinnen und -besitzer. Es formuliert klare Ziele für die Landeswaldbewirtschaftung, die Waldpädagogik, die Beratung und Dienstleistungen des Landesforstbetriebs“, sagt Klimaschutzminister Axel Vogel, der auch Forstminister des Landes ist. „Eine ‚schwarze Null‘ bei der Bewirtschaftung des Landeswalds allein durch Holzeinschlag ist auf absehbare Zeit kaum zu erwirtschaften. Das Ziel einer ‚grünen Null, die Waldumbau und Biodiversität sowie Klima-, Natur- und Artenschutz auch im Landeswald berücksichtigt, ist für uns von zentraler Bedeutung.“

Zur Erfüllung der vielfältigen Aufgaben halten die Gutachter den Abbau auf die in früheren Jahren festgelegte Personalzielzahl von 1.150 Stellen für nicht möglich. Für die neue und effizientere Struktur schlägt das Gutachten eine Personalzielzahl von 1.280 Stellen vor. Da bis zum Jahr 2030 rund die Hälfte der derzeit beschäftigten 1.420 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter altersbedingt ausscheidet, soll sich der Landesbetrieb Forst mit neuen Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb einer neuen Struktur zu einem attraktiven, modernen und sicheren Arbeitgeber für Waldumbau und Klimaschutz in Brandenburg entwickeln“, so Vogel.

Im Landeswald sollen nach dem Gutachten die 14 Landeswaldoberförstereien erhalten bleiben. Die Konzentration auf jetzt 139 Reviere (vormals 160) wird vor allem durch die über das Land unterschiedlich verbreitete Aufgabenfülle und -struktur, eine Flächenstilllegung von sechs Prozent und die effizientere Flächenbewirtschaftung durch die Veräußerung von Splitterflächen gerechtfertigt.

Auch die vorgeschlagene Fokussierung auf künftig sechs Forstämter im Bereich der Hoheitsoberförstereien berücksichtigt diese tatsächliche Aufgabenverteilung: Die wichtige Beratung der Privatwaldbesitzerinnen und -besitzer soll in den 175 Revieren der sechs Forstämter stattfinden. Die Revierförsterinnen und -förster bleiben so verlässliche Ansprechpersonen für die Bürgerinnen und Bürger im Land. Außerdem soll jedem Grundschulkind bis zum Ende des Grundschulalters ein waldpädagogisches Angebot ermöglicht werden.

Der in der Vergangenheit verfolgte einseitige Abbau der Stellen von Waldarbeiterinnen und Waldarbeitern wird gestoppt. Künftig sollen 340 dieser Landesbediensteten im Landeswald beim Waldumbau, in der Waldpflege und Holzernte eingesetzt werden und den Waldschutz und die Waldpädagogik unterstützen.

Ziel ist, das Landeskompetenzzentrum in Eberswalde, die Waldarbeitsschule Kunsterspring und die Forstbaumschulen aufzuwerten und personell zu stärken.

An der externen Evaluierung im Jahr 2020 haben sich die Beschäftigten des Landesbetriebs rege beteiligt und wurden regelmäßig über den Stand informiert. In die Diskussion der Ergebnisse und der späteren Umsetzung der Forstreform bleiben Personalvertretung und Gewerkschaften eng einbezogen. Insbesondere für die Forstbediensteten in den Revieren sind künftig bessere Aufstiegsmöglichkeiten vorgesehen; Nachwuchskräfte bekommen Entwicklungsperspektiven. Schnellstmöglich sollen die Beschäftigten auch mit zeitgemäßer und outdoorfähiger Informationstechnik ausgestattet werden. Die Verlagerung des Hauptbetriebssitzes nach Eberswalde ist sozialverträglich zu gestalten.

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