„Nationalismus und Verblendung entgegentreten“ – Liedtke und Woidke gedenken des 76. Jahrestages der Befreiung und des Kriegsendes

Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke und Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke haben heute anlässlich des 76. Jahrestages der Befreiung vom Nationalsozialismus und des Kriegsendes in Europa der Opfer gedacht und zum Kampf gegen Nationalismus und demokratiefeindliche Bestrebungen aufgerufen. Die Botschafterin der Französischen Republik, I. E. Anne-Marie Descôtes, erinnerte an die Anfänge der deutsch-französischen Aussöhnung und Freundschaft. An der Gedenkveranstaltung des Landtages, die aufgrund der Corona-Pandemie im Innenhof stattfand, nahmen auch die Botschafterin Lettlands, die Botschafter von Estland und Belarus sowie Repräsentanten weiterer Staaten teil, darunter Diplomaten der Russischen Föderation, Polens und der Ukraine.

Landtagspräsidentin Liedtke mahnte in ihrer Rede eine die Generationen überdauernde Verantwortung Deutschlands für Erinnerung und Aussöhnung an: „Der 8. Mai 1945 setzte einen Schlusspunkt nach zwölf Jahren Faschismus, nach fast sechs Jahren der Vernichtung im Krieg und in den Todeslagern. Die Verantwortung für die Abermillionen Opfer, das Leid und die Zerstörung wird Deutschland auf immer zu tragen haben. Wir wollen, dürfen und werden das niemals vergessen.

An diesem Gedenktag richten wir den Blick aber nicht nur zurück, wir schauen auch nach vorne. Verständnis, Solidarität und Aussöhnung sind nach wie vor aktuell in Europa. Wir müssen erleben, dass Nationalismus und Verblendung weiterhin wirken und zerstören können. Dem entgegenzutreten, bleibt eine Aufgabe für alle demokratischen Kräfte.“

Ministerpräsident Woidke sagte: „Der 8. Mai 1945 steht für das Ende der dunkelsten Zeit in Deutschland, für die Befreiung unseres Volkes von Faschismus und Krieg. Er steht zugleich für den Neubeginn. Auch wenn wir keine direkten Nachbarn sind und während der Jahrzehnte der deutschen Teilung Kontakte nur schwer möglich waren – seit der Neugründung Brandenburgs erleben wir eine Blütezeit der brandenburgisch-französischen Beziehungen. So pflegen wir bereits seit 2004 eine Partnerschaft mit der Region Île-de-France, die 2006 zu einer trilateralen Partnerschaft mit der polnischen Region Masowien ausgebaut wurde. Gerade diese Kooperation zeigt, wofür Brandenburg in besonderer Weise steht: Pflege und Ausbau der trilateralen Beziehungen zwischen Frankreich, Deutschland und Polen im Rahmen des Weimarer Dreiecks.“

Anne-Marie Descôtes, seit 2017 Botschafterin der Französischen Republik in Deutschland, sagte in ihrer Ansprache: „Das Ende des Zweiten Weltkrieges markiert zugleich den Beginn der Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland und somit den Beginn der deutsch-französischen Freundschaft und des europäischen Einigungsprozesses.“

Die Veranstaltung fand aufgrund der Corona-Pandemie vor geladenen Gästen statt und wurde für die interessierte Öffentlichkeit per Livestream übertragen. Das Bläserquintett des Landespolizeiorchesters Brandenburg unter der Leitung von Chefdirigent und Orchesterleiter Christian Köhler begleitete das Gedenken musikalisch.

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