Neuartiges Coronavirus: Entwicklungen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz

+++ Aktuelle Fallzahlen +++

Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz verzeichnet mit Stand 22. Dezember eine 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner von 513,8. OSL bleibt Corona-Hotspot im Land Brandenburg. Jedoch verzeichnen mittlerweile auch weitere Landkreise einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen.

Genau vor zwei Monaten stieg die 7-Tages-Inzidenz im Landkreis erstmalig über den kritischen Schwellenwert von 50 (50,3). Am 22. Oktober lag die Zahl der bestätigten Fälle kumuliert bei 167.

Seitdem hat das Infektionsgeschehen im Landkreis OSL eine hohe Dynamik entwickelt.

Mit Stand heute haben sich bereits 2.980 der rund 109.400 Einwohnerinnen und Einwohnern nachweislich mit dem Virus infiziert. 1.569 Personen gelten als genesen. Derzeit sind 1.328 Personen infiziert. Etwa 1.750 Frauen, Männer und Kinder befinden sich als enge Kontaktpersonen zu einem labordiagnostisch bestätigen Fall in häuslicher Quarantäne. Seit Anfang Dezember haben sich innerhalb von drei Wochen die Gesamt-Todesfälle auf nunmehr 83 annähernd vervierfacht.

Im Klinikum Niederlausitz bleibt die Situation angespannt. Hier werden aktuell 42 COVID-19-Patienten behandelt. Die pandemische Lage führt in den Kliniken zu Personalengpässen im Ärzte- und Pflegebereich. Durch eine Vielzahl von Verlegungen von Patienten in andere Krankenhäuser mittels Einsatz von Katastrophenschutzeinheiten des Landes Brandenburg ist es bisher noch gelungen, die akute Notfallversorgung der Bevölkerung im Landkreis aufrechtzuerhalten. Allerdings schränken sich die Möglichkeiten der Verlegung von Patienten zunehmend ein. Die medizinische Versorgung gerät in Gefahr.

+++ Landkreis stellt Großschadensereignis fest +++

Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz als zuständige Katastrophenschutzbehörde stellt am Dienstag, 22.12.2020, das Vorliegen eines Großschadensereignis in Form eines Massenanfalls von Erkrankten im Landkreis Oberspreewald-Lausitz fest.

Landrat Siegurd Heinze: „Die Möglichkeit zur Anordnung von allgemeinen Schutzmaßnahmen per Allgemeinverfügung wurde seitens des Landkreises weitestgehend ausgeschöpft. Gleichzeitig entwickelt sich das Infektionsgeschehen weiter dynamisch.  Aus der hohen Auslastung der Kliniken, den steigenden Neuinfektionen, den täglichen Patientenzuströmen sowie den begrenzten Personalkapazitäten der Kliniken ergibt sich eine Gefährdung von Leben und Gesundheit der Bevölkerung im gesamten Gebiet des Landkreises. Es besteht die konkrete Gefahr, dass die akute Notfallversorgung nicht mehr gewährleistet werden kann. Der Rettungsdienst könnte perspektivisch in den Notaufnahmen mit den Patienten gebunden sein und seine Aufgaben nur eingeschränkt bzw. nicht mehr wahrnehmen können. Daraus ergäbe sich eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung.

Diese Gefahren können nur abgewehrt werden, wenn unter Leitung der unteren Katastrophenschutzbehörde die im Katastrophenschutz mitwirkenden Behörden, Dienststellen, Organisationen und die eingesetzten Kräfte zusammenwirken. Des Weiteren muss der Bereich der ambulanten Versorgung gestärkt werden, um zu verhindern, dass medizinisch nicht zwingend notwendige Krankenhausbehandlungen erfolgen. Hierzu sind gemeinsam mit der KVBB geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Weitergehende Maßnahmen werden je nach Lage einzuleiten sein.“

Das Brandenburgischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz (BbgBKG) definiert unter dem Begriff „Großschadensereignis“ Geschehen, die eine große Anzahl von Menschen oder erhebliche Sachwerte gefährden und zu deren wirksamer Bekämpfung die Kräfte und Mittel der Träger des örtlichen Brandschutzes und des Rettungsdienstes nicht ausreichen, sodass überörtliche oder zentrale Führung und Einsatzmittel erforderlich sind.

Auf den Bürger hat das Feststellen des Großschadensereignisses keine direkte Auswirkung. Die untere Katastrophenschutzbehörde (Landkreise, kreisfreie Städte) erlangt damit jedoch bei Bedarf weitreichendere Kompetenzen in ihrem Handeln.

Beispiele von Kompetenzen bei Feststellung eines Großschadensereignisses im Rahmen eines Pandemie-Szenarios wären etwa die Beschlagnahmung von Unterkünften/Hotels/Pensionen zur Nutzung als Hilfskrankenhäuser oder zur Unterbringung von externem Personal oder das Heranziehen von geeigneten Personen, z.B. niedergelassene Ärzte nebst ihrem Personal oder medizinisches Personal im Ruhestand.

Die Entscheidung über das Vorliegen eines Großschadensereignisses trifft die jeweils zuständige untere Katastrophenschutzbehörde. Das Feststellen eines Großschadensereignisses bildet die Vorstufe zum Ausrufen des Katastrophenfalls.

Das Schreiben zur Feststellung des Vorliegens eines Großschadensereignis in Form eines Massenanfalls von Erkrankten im Landkreis Oberspreewald-Lausitz kann unter www.osl-online.de eingesehen werden und wird am Mittwoch, 23. Dezember, im Amtsblatt für den Landkreis Oberspreewald-Lausitz veröffentlicht.

 

+++ Regeln für Weihnachten und Silvester +++

Welche Regelungen gelten im Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit Blick auf das Weihnachtsfest und Silvester? Welche Kontakte sind gestattet? Die Kreisverwaltung hat die wichtigsten Informationen rund um das Thema auf ihrer Internetseite www.osl-online.de zusammengetragen.

Zudem finden sich auf dieser Seite stets aktuell und übersichtlich alle geltenden Regelungen aus der Eindämmungsverordnung des Landes Brandenburg sowie den Allgemeinverfügungen des Landkreises.

Bürger, die sich unsicher sind, welche Regelung gilt, können sich hier entsprechend informieren oder die kostenfreie Corona-Hotline kontaktieren.

+++ Erreichbarkeit der Corona-Hotline +++

Die kostenfreie Corona-Hotline des Landkreises 0800 870 1100 ist auch während der Feiertage erreichbar.

In der Zeit vom 24.12. bis 26.12. sowie an Silvester und Neujahr beantworten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Zeit von 10 – 14 Uhr Fragen.

Darüber hinaus gilt die reguläre Erreichbarkeit:

Montag-Freitag        8-16 Uhr

Sa, So                       10-14 Uhr

Weitere Kontaktmöglichkeiten finden Bürger unter www.osl-online.de.

+++ Landrat Siegurd Heinze zu Weihnachten +++

„2020 nähert sich dem Ende. Ein Jahr, das uns allen lange in Erinnerung bleiben wird, uns viel abverlangte und – mit Blick auf das Infektionsgeschehen und die Lage in den Kliniken – weiterhin abverlangen wird. Auch wenn nunmehr schrittweise erste Impfungen für einzelne Bevölkerungsgruppen ermöglicht werden sollen und damit für 2021 eine Perspektive aufgezeigt wird, dem Virus Herr zu werden – kurzfristig ist von einer Entspannung der Situation nicht auszugehen.

Das Personal im Klinikum arbeitet unter enormen Druck und weit über der Belastungsgrenze. Personal fällt krankheitsbedingt aus. Patienten müssen verlegt werden, insofern es noch freie Kapazitäten in Häusern gibt. Die medizinische Versorgung ist und bleibt in Gefahr.

Auch wenn es mit der Aussicht auf Weihnachten und Silvester Lockerungen mit Blick auf die sozialen Kontakte und die Ausgangsbeschränkungen gibt, so bitte ich alle Menschen in OSL eindringlich, diese nicht in vollem Maße auszureizen und weiterhin so verantwortungsbewusst mit dem Thema umzugehen wie bisher. Ein jeder kann in seinem Verhalten zur Entspannung der Situation beitragen. Jeder trägt für sich allein ein hohes Maß an Selbstverantwortung, die auch wahrgenommen werden muss.

Ich wünsche allen Menschen in OSL ein friedliches Weihnachtsfest und ein gesundes neues und vor allem besseres Jahr 2021!“

 

+++ Kirchengemeinden übertragen ökumenische Christvesper online +++

Die Kirchengemeinden in Senftenberg laden zu einer ökumenischen Christvesper bei Seenluft24-TV ein. „Weil in diesem Jahr alles so anders ist und die Menschen nicht zu uns kommen können, kommen wir zu ihnen. Wir freuen uns, auf diese Weise mit den Menschen verbunden zu sein“, sagt Pfarrerin Dorothee Michler von der evangelischen Kirchengemeinde in Senftenberg. Die Christvesper wird am 24. Dezember um 17 Uhr auf dem TV-Kanal von Seenluft24 sowie in den sozialen Netzwerken des Senders und auf der Internetseite der Evangelischen Kirchengemeinde Senftenberg zu sehen sein. Der Film ist mit Unterstützung des Landkreises Oberspreewald-Lausitz produziert worden.

+++ Weihnachtsmärchen online +++

Freunde der Museen des Landkreises Oberspreewald-Lausitz in Senftenberg, Lübbenau/Spreewald und Lehde sollen an Weihnachten nicht zu kurz kommen.

Normalerweise verfolgen Kinder und Erwachsene das Märchentheaterstück in jedem Jahr zum Weihnachtsmarkt in der historischen Festungsanlage in Senftenberg. Der Markt und der Besuch der Weihnachtsausstellung müssen, wie so vieles, in diesem Jahr entfallen. Das Team um Museumsdirektor Stefan Heinz ermöglicht es dennoch, dass sich die Menschen in OSL trotz der derzeitigen Einschränkungen ein wenig Museums-Weihnacht nach Hause holen können.

Dafür hat das Museum des Landkreises Oberspreewald-Lausitz die Schauspieler des Wandertheaters Schwalbe in diesem Jahr vor die Kamera geholt. Gespielt wurde ohne Publikum an verschiedenen Drehorten in den Ausstellungen von der historischen Bauernstube bis zum Festungswall.

Das Märchenstück „Hänsel und Gretel“ ist in der Weihnachtszeit vom 22. bis 29. Dezember 2020 täglich auf allen Kanälen von Seenluft24 zu sehen. Außerdem ist das Video über die Internetseite des Museums www.museums-entdecker.de sowie der Kreisverwaltung zu finden.

 

+++ Impfstart in OSL +++

Der 27. Dezember ist der Tag des offiziellen Impfstartes für die Corona-Schutzimpfung. Seit Wochen arbeitet das Gesundheitsministerium Brandenburg gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, dem Landesverband Brandenburg des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg in enger Abstimmung mit den Kommunen, dem Landeskommando Brandenburg der Bundeswehr, Hilfsorganisationen und weiteren wichtigen Partnern der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung an der Umsetzung der Nationalen Impfstrategie COVID-19.

Im Land Brandenburg sollen gleich am 27. Dezember in einer stationären Pflegeeinrichtung im besonders vom Coronavirus betroffenen Landkreis Oberspreewald-Lausitz die ersten Menschen aus der Risikogruppe geimpft werden. Weitere Impfungen in stationären Pflegeeinrichtungen folgen am 28. Dezember im Landkreis Havelland und am 29. Dezember in Cottbus.

Ab dem Ende Dezember sollen zudem Impfungen für Beschäftigte in mehreren Krankenhäusern beginnen. Den Auftakt macht unter anderem das Klinikum Niederlausitz (Senftenberg).

In Brandenburg sollen zunächst elf Impfzentren entstehen. Die ersten werden am 5. Januar 2021 in Potsdam (Metropolis-Halle) und Cottbus (Messe Cottbus) eröffnet. In der zweiten Stufe sollen bis Anfang Februar 2021 neun weitere Impfzentren errichtet werden. Die Standorte stehen nun fest: Barnim (Eberswalde, Sportzentrum Westend,) Brandenburg an der Havel (An der Regattastrecke), Dahme-Spreewald (Altflughafen Schönefeld, Terminal M), Elbe-Elster (Elsterwerda, Mehrzweckhalle), Frankfurt (Oder) (Messegelände), Oberhavel (voraussichtlich Oranienburg, genauer Standort noch in Abstimmung), Ostprignitz-Ruppin (Kyritz, Sport- und Kulturzentrum), Teltow-Fläming (Luckenwalde, Fläminghalle) und Uckermark (Prenzlau, genauer Standort noch in Abstimmung). Zusätzlich wird derzeit die Möglichkeit der Errichtung weiterer Impfzentren in den Landkreisen Prignitz, Havelland und Spree-Neiße im Rahmen einer dritten Aufbau-Stufe geprüft.

Neben den Impfzentren soll es zudem mobile Impfteams geben, die zum Beispiel Bewohnerinnen und Bewohner in Alten- und Pflegeeinrichtungen vor Ort impfen. Diese mobilen Impfteams sind immer an die jeweiligen Impfzentren angedockt.

Der Start des Call-Centers für die Vergabe von Impfterminen ist für den 4. Januar 2021 geplant.

Alle aktuellen Informationen zur Umsetzung der Nationalen Impfstrategie COVID-19 im Land Brandenburg werden auf dieser neuen Internetseite veröffentlicht: https://brandenburg-impft.de

(Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg vom 18.12.)

Die Kreisverwaltung wird sich weiterhin für die Errichtung eines Impfzentrums auch im Landkreis Oberspreewald-Lausitz einsetzen und stark machen.

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