Neue Pflegeausbildung: Handreichung für Praxisanleiter*innen veröffentlicht

Mit der neuen generalistischen Pflegeausbildung haben sich auch die Inhalte der Ausbildung deutlich verändert. Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner sollen in der Lage sein, Menschen aller Altersstufen in akut und dauerhaft stationären sowie in ambulanten Pflegesituationen selbstständig, umfassend und prozessorientiert zu pflegen. So steht es im Pflegeberufegesetz. Das stellt Lehrende in der Praxis vor großen Herausforderungen. Mit einer neuen Handreichung erhalten Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter in Berlin und Brandenburg für die Ausbildung künftiger Pflegekräfte eine weitere wertvolle Unterstützung für ihre Arbeit. Das 92-seitige Spiralheft ist gemeinsam von den Projekten CurAP – „Curriculare Arbeit der Pflegeschulen in Berlin“ und NEKSA – „Neu kreieren statt addieren – die neue Pflegeausbildung im Land Brandenburg curricular gestalten“ herausgegeben und jetzt erschienen. Neksa ist ein Projekt der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus – Senftenberg (BTU). Das Sozialministerium fördert es seit 2018 im Rahmen der Pflegeoffensive bzw. des Paktes für Pflege aus Landesmitteln.

Sozial- und Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher: „Der Pflegeberuf ist anspruchsvoll und vielseitig. Er umfasst ein bereites Tätigkeitsfeld und eine große Anzahl an möglichen Spezialisierungen. Mit der Reform der Pflegeausbildung gibt es viele Neuerungen, die in der Praxis gut umgesetzt werden müssen. Denn gemeinsam wollen wir noch viel mehr junge Menschen für den Pflegeberuf gewinnen. Das Projekt NEKSA ist deshalb für uns ein ganz wichtiges Projekt, das diesen Prozess in Brandenburg unter dem Motto ‚Die neue Pflegeausbildung gestalten‘ mit vielen verschiedenen Maßnahmen aktiv begleitet. Praxisanleitende und Pflegeteams sind über die Veränderungen durch das Pflegeberufegesetz umfassend informiert. Die Handreichung ist der nächste Baustein im Angebotspaket.“

Zielgruppe der neuen Handreichungen sind alle Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem: Auszubildende schrittweise an die Wahrnehmung der beruflichen Aufgaben als Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann heranführen, Verbindung mit der Pflegeschule halten, gemeinsam mit den Auszubildenden die Lernziele für den jeweiligen Praxiseinsatz festlegen, die Betreuung und die Anleitung der Auszubildenden am Praktikumsort zu organisieren bzw. durchzuführen und bei der praktischen Prüfung mitzuwirken.

Die Handreichung gibt übersichtlich Tipps und Anregungen, wie Ausbildungsträger ein pädagogisches Profil entwickeln und wie das Lernen in der Pflegepraxis gestaltet werden kann. Die Handreichung enthält zahlreiche anschauliche Beispiele.

Hintergrund

Mit der Reform durch das Pflegeberufe-Gesetz des Bundes entfiel die alte Aufteilung in Alten-, Kinderkranken- oder Krankenpflege. Die drei bisher getrennten Berufe der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sind seit diesem Jahr zu einer generalistischen Berufsausbildung zusammengeführt.

Mit dem neuen generalistischen Abschluss können die künftigen Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner in allen Bereichen der Pflege arbeiten. Der Abschluss ist europaweit anerkannt. Auch ein Pflegestudium wurde eingeführt.

Mit der Reform der Pflegeausbildung verändern sich auch die Ausbildungsinhalte. Zur Unterstützung der Pflegeschulen und der Praxisanleitungen startete die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg mit Unterstützung des Sozialministeriums im Dezember 2018 das Projekt „Neu kreieren statt addieren“ – die neue Pflegeausbildung im Land Brandenburg curricular gestalten.

Mit dem BTU-Projekt soll sowohl der schulische als auch der pflegepraktische Teil der neuen Ausbildung inhaltlich gestaltet und pflegedidaktisch unterstützt werden. Die konkrete Ausgestaltung der Begleitung wird im Prozess der curricularen Arbeit an den Pflegeschulen mit den Lehrenden und Praxisanleitenden entwickelt. Ziel des Projekts ist es, die damit verbundene curriculare Entwicklungsarbeit an den Schulen und in der Praxis aktiv zu begleiten. Neben Arbeitshilfen, Fortbildungsveranstaltungen führen die Projekt-Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter auf Anfrage persönliche Beratung vor Ort an den Schulen und Einrichtungen durch.

Die Handreichung zum Download gibt es unter www.btu.de

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