Neue Volkszählung „Zensus 2022“ beginnt

Braunschweig. Ab der kommenden Woche wird mit dem Zensus 2022 nach elf Jahren erneut ermittelt, wie viele Menschen in Deutschland – und somit auch in Braunschweig – leben, wie sie wohnen und arbeiten. Stichtag der Erhebung, d.h. der Zeitpunkt, auf den sich alle erhobenen Daten beziehen, ist der kommende Sonntag, 15. Mai.
Auch wenn ein Großteil des Zensus unter Nutzung von Verwaltungsregistern erfolgt, werden in Braunschweig vom 16. Mai bis 14. August knapp 7 Prozent per Zufallsstichprobe ausgewählte Einwohnerinnen und Einwohner (insgesamt rund 16.500 Auskunftspflichtige) in Haushalten an rund 2.800 Anschriften persönlich befragt. Diese statistischen Daten werden auch von knapp 7.000 Personen in etwa 190 Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften erhoben. Für die Befragten besteht eine gesetzliche Auskunftspflicht.
Der Zensus ist Teil einer gemäß EU-Verordnung alle zehn Jahre in Europa durchzuführenden Befragung. Die erhobenen Daten dienen unter anderem als Grundlage zur Einteilung von Wahlkreisen, aber auch zur Berechnung des Länder- und des kommunalen Finanzausgleichs.
Im Auftrag der Zensus-Erhebungsstelle der Stadt Braunschweig sind für die Datenerhebung im gesamten Stadtgebiet mehr als 200 geschulte Erhebungsbeauftragte im Einsatz. Diese werfen in den nächsten Tagen Terminankündigungen für die persönlichen Interviews in die Briefkästen der Stichprobenhaushalte. Ab dem 16. Mai werden dann die persönlichen Gespräche geführt und in kurzen Interviews einige Kernmerkmale (z.B. Name, Geschlecht, Familienstand und Staatsangehörigkeit) aller Mitglieder des Haushalts erhoben. Außerdem werden weitere Unterlagen übergeben – ein Zugangscode für die Online-Auskunft weiterer Daten oder ein Fragebogen für die schriftliche Auskunft. Falls erwünscht sind die Erhebungsbeauftragten auch beim Ausfüllen des Papierfragebogens behilflich.
Wie bei der Volkszählung 1987 und dem Zensus 2011 hat der Datenschutz auch beim diesjährigen Zensus höchste Priorität. Alle Mitarbeitenden der Erhebungsstelle und alle Erhebungsbeauftragten unterliegen der gesetzlichen Schweigepflicht und sind bei der Verarbeitung der erhobenen Daten an die Vorgaben der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung gebunden.
Unabhängig von den Besuchen durch Erhebungsbeauftragte bekommen alle Haus- und Wohnungseigentümer in Braunschweig in den nächsten Tagen Post vom Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN). In dem Schreiben stehen die Zugangsdaten für den primär online auszufüllenden Fragebogen der Gebäude- und Wohnungszählung. Anders als in 2011 werden hier erstmals auch Daten zu der Nettokaltmiete, zu Leerständen sowie zu den Energieträgern und Heizungen abgefragt.
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