Neue Wolfsrudel in M-V bestätigt

Im Ergebnis eines intensiven Wolfsmonitorings des Landes aber auch durch die Bereitstellung von Wolfsdaten durch örtliche Jäger, Landwirte und Wolfsbetreuer konnten in den letzten Wochen neue Erkenntnisse zur Entwicklung der Wolfspopulation in Mecklenburg-Vorpommern erlangt werden.

 

Aus dem Raum südlich von Güstrow – bei Kirch Rosin – konnte ein neues Wolfsvorkommen (Rudel) mit mindestens 3 Welpen bestätigt werden.

Ein weiteres Rudel ist für den Bereich des Naturparkes Feldberger Seenlandschaft (im Übergangsbereich zum Serrahner Teil des Müritz-Nationalparks) neu bestätigt worden. Mittels Fotofallen konnten hier neben 2 Altwölfen auch 5 Jungwölfe dokumentiert werden. Das Rudel trägt die Bezeichnung „Wokuhl“.

Westlich von Greifswald gibt es erste Hinweise auf ein neues Paar, welches aber noch durch ein kontinuierliches Monitoring bestätigt werden muss.

 

Dazu erklärt Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus: „Die Erkenntnisse, die wir aus dem intensiven Wolfsmonitoring gewonnen haben zeigen, wie richtig wir lagen mit unseren Anträgen zur Umweltministerkonferenz (UMK), mit denen wir uns ja im Übrigen auch durchsetzen konnten. Wir brauchen klare Parameter, um festzulegen, wann der günstige Erhaltungszustand der Art Wolf erreicht ist. Dann können weitere Schritte in Richtung bestandswirksamer Maßnahmen unternommen werden. Ich erwarte daher von der Bundesregierung klare Aussagen zur kommenden UMK im Frühjahr 2021.“

 

Weiterhin liegen folgende Erkenntnisse zu bereits bekannten Wolfsvorkommen vor, welche unter anderem auch auf die kürzlich erfolgte erfolgreiche Besenderung von 2 männlichen Welpen im Bereich der Wolfsvorkommen Lübtheen und Grabow zurückgehen.
Für das zuletzt als Paar bestätigte Vorkommen in der Lübtheener Heide konnte inzwischen mit zwei Welpen der Rudelstatus bestätigt werden. Die Wölfin dieses Rudels wurde 2016 als Welpe selbst in der Lübtheener Heide besendert (WF3 Emma) und ist heute noch an dem vorzeitig ausgefallenen Sendehalsband zu erkennen.

Vom Jasnitzer Rudel gelangen ab Ende September nur noch Nachweise einer dreibeinigen Jährlingsfähe (Welpe aus 2019). Ihr Gesundheitszustand ist trotz der verheilten Verletzung sehr gut. Seit dieser Zeit ist auch der besenderte Rüde des Rudels verschollen. Seit Anfang Oktober wurde ein neuer Rüde mittels Fotofallen gemeinsam mit der Wölfin dokumentiert. Damit verändert sich der Status dieses Vorkommens zunächst vom Rudel zum Paar.

 

Durch die sehr gute Zusammenarbeit im Wolfsmonitoring mit dem Nachbarland Brandenburg konnte in diesem Jahr nach einem Jahr Pause im Kalißer Rudel auf Brandenburger Seite wieder Nachwuchs nachgewiesen werden.

Im Wolfsvorkommen in Ueckermünde gab es erneut Sichtungen von Altwölfen und Welpen, so dass der Rudelstatus erneut bestätigt werden kann.

 

Im Ergebnis ist aktuell in Mecklenburg-Vorpommern von insgesamt 15 Wolfsrudeln und einem Wolfspaar auszugehen. In den bekannten Rudeln konnten insgesamt 36 Welpen nachgewiesen werden, allerdings gelangen derartige Nachweise nicht für alle Rudel.

 

Daneben gibt es in Mecklenburg-Vorpommern mehrere Regionen, aus denen es Hinweise zu neuen Wolfsvorkommen gibt und die weiter intensiv durch das Monitoring betreut werden, um die notwendigen gesicherten Nachweise (C1) zu erhalten. Ob es sich in diesen Fällen um Wanderwölfe, territoriale Einzelwölfe, Wolfspaare oder gar Rudel handelt, muss durch das weitere kontinuierliche Monitoring geklärt werden. Eine aktualisierte Karte mit den Wolfsvorkommen M-V wird unter https://wolf-mv.de/woelfe-in-m-v/ veröffentlicht und ist dieser Meldung beigefügt.

 

Die Anzahl der gemeldeten Rissvorfälle, bei denen der Wolf als Verursacher festgestellt oder nach gegenwärtigem Stand nicht ausgeschlossen werden kann, belief sich mit Stand vom 23.11.2020 auf 82 Fälle, bei denen 311 Nutztiere getötet und 104 Nutztiere verletzt wurden. Weit überwiegend wurden Schafe gerissen, in einigen Fällen waren auch Damwild und Kälber von Rindern betroffen.

%d Bloggern gefällt das: