Neuer „WasserTurm“ für die Landesgartenschau

Sonnenblumen und Seerosen am „WasserTurm“

Becken für Feuchtbiotop auf dem Festspielareal ist fertig saniert

Noch steht sie einsam, die leuchtende Sonnenblume am Rand des künftigen „WasserTurms“ neben dem Festspielgelände der Landesgartenschau. Der Wind hatte ihren Samen aus einem der benachbarten privaten Kleingärten neben das Betonbecken des einstigen Klärwerkes geweht. Jetzt erfreut sie die Bauarbeiter, die die Hinterlassenschaft des in den 90er Jahren stillgelegten Klärwerks in einen schimmernden Höhepunkt der Landesgartenschau verwandeln. Der verwaiste Betonbau, der aus einem inneren und einem äußeren Ring besteht, wird in ein Feuchtbiotop mit integrierter beleuchteter Fontäne umgewandelt. Der Erdwall, auf dem Besucher künftig den Rundgang durch das Biotop erreichen, ist fertig aufgeschüttet und das Becken ist saniert, um den neuen Aufgaben gerecht zu werden.

„Wir wollen, dass auf dem Gartenschauareal die Geschichte von Beelitz erlebbar bleibt. Deshalb wurde der frühere Klärturm nicht abgerissen, sondern sinnvoll in das Gelände eingebunden, welches den Beelitzern nach der Landesgartenschau als Stadtpark und Freilichtbühne dient“, sagt Bürgermeister Bernhard Knuth. „Beelitz soll durch die Investitionen zur Landesgartenschau schließlich über die 201 Gartenschautage hinaus noch lebenswerter werden.“

In den kommenden Wochen wird ein neuer Stahlgang auf dem Becken installiert, über den die Erholungssuchenden wandeln und die Natur entdecken können. Er ersetzt das Gitter aus DDR-Zeiten, das noch während der Bauarbeiten genutzt wurde. In den vergangenen Monaten wurde das Becken von Schlamm und Schmutz befreit und neue Technik installiert, zwei Filterpumpen sorgen künftig für stets sauberes Wasser. Dazu trägt auch die geplante Bepflanzung bei: „Auf dem äußeren Beckenring legen wir Pflanzinseln an, die am Rand befestigt sind und auf dem Wasser schwimmen“, sagt Landschaftsarchitektin Annette Kastka vom Landschaftsarchitektenbüro RMP Stephan Lenzen. Sie ist Bauleiterin für das Festspielareal. Auf den Inseln gedeihen unter anderem Sumpfschwertlilien, Blutweiderich und Wasserminze. Im inneren Ring schwimmen dann vier verschiedene Seerosenarten mit klangvollen Namen wie „Pink Sensation“. „Noch vor der Frostperiode wird das Wasser eingelassen und gepflanzt, damit die Pflanzen bis zum Beginn der Gartenschau am 14. April ihre volle Pracht entfalten können“, so die Landschaftsarchitektin.

Und prächtig wird es auch in der Mitte des „WasserTurms“: Eine beleuchtete Fontäne wird ein optischer Höhepunkt des Geländes – auch für die Veranstaltungsbesucher, die von ihrer Tribüne aus nicht nur die Künstler auf der Freilichtbühne, sondern auch das beleuchtete Wasserspiel beobachten können. Und trotz der Nähe zur Fontäne werden sie auch bei Wind nicht nass. „Dafür sorgt eine ausgeklügelte Technik: Ein Windmesser vor Ort reguliert den Pumpendruck und damit die Höhe der Fontäne“, so Annette Kastka. Damit nicht nur Menschen das Feuchtbiotop genießen können, sondern auch Amphibien sich zwischen den Wasserpflanzen wohlfühlen, wurde extra ein großes Rohr durch die Beckenwand verlegt: Durch diesen Durchlass können die kleinen Teichbewohner das Becken verlassen, auf einem gekiesten schmalen Pfad werden sie den Hang hinunter zum nächsten Feuchtbiotop geleitet.

Für die Umgestaltung des früheren Klärbeckens und die neue Bepflanzung am Rand werden zusammen rund 175.000 Euro investiert. Die Umnutzung des massiven Betonbaus aus DDR-Zeiten spart dabei enorme Mengen an Treibhausgasen ein, die eine Entsorgung verursacht hätte.

Der Turm ist von der Freilichtbühne aus barrierefrei über eine aufgeschüttete Rampe erreichbar, die derzeit noch befestigt und bepflanzt wird. Zum Nieplitzpark hin ist ein Hang entstanden, den eine Treppe hinunterführt. Am Hang, an dem noch eine Vielfalt an Stauden gepflanzt wird, wird auch eine Liegelandschaft installiert: Auf übergroßen Außenmöbeln werden die Besucher sich vom Rundgang über das 15 Hektar große Gartenschaugelände erholen können, mit Blick auf den blühenden Park, die Beelitzer Altstadt – und viele leuchtende Sonnenblumen in den Kleingärten.

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