Neues Vorgehen bei Corona-Fällen in städtischen Kindertagesstätten

Die Corona-Fallzahlen in Kassel steigen aufgrund der hochansteckenden Omikron-Variante weiter. Das Gesundheitsamt folgt weiter dem Erlass des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration und konzentriert sich bei der Kontaktpersonennachverfolgung auf Alten- und Pflegeheime, Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie Kliniken. Eltern von positiv getesteten Kindern in Schulen und Kitas werden durch die betroffenen Einrichtungen und nicht mehr zusätzlich durch das Gesundheitsamt kontaktiert.
„Bisher scheint die Omikron-Variante des Corona-Virus einen milden Verlauf bei den Erkrankten auszulösen. Aber weiterhin sind Menschen höheren Alters oder mit gewissen Vorerkrankungen besonders gefährdet. Daher müssen wir jetzt all unsere Bemühungen auf die Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen konzentrieren, um die Menschen dort besonders zu schützen“, so Bürgermeisterin Ilona Friedrich in deren Zuständigkeitsbereich das Gesundheitsamt Region Kassel zählt.
Wohl der Kinder im Blickpunkt
„Der Anstieg der Fallzahlen wirkt sich unmittelbar auch auf die Betreuungssituation in den Kitas und Horten aus. Die Schließung von ganzen Gruppen durch Kontakt-Quarantäne hat somit Auswirkung auf die Kinder und die Sorgeberechtigten und deren berufliches Umfeld, wenn sie mit den Kindern zu Hause bleiben. Gemeinsames Ziel muss deshalb sowohl der Infektionsschutz als auch das Wohl der Kinder und Familien sein“, so Stadträtin Dr. Susanne Völker, zu deren Dezernat aktuell auch das Amt Kindertagesbetreuung Kassel gehört.
Was passiert bei einem Corona-Fall in einer städtischen Kita?
„Positiv getestete Kinder müssen bis zur Genesung und Negativtest zu Hause betreut werden. Analog zur Regelung für Grundschulen werden symptomfreie und negativ getestete Kinder jedoch weiter betreut und regelmäßig erneut getestet“, erläutert Antje Kühn, Leiterin des Amtes Kindertagesbetreuung Kassel.
Die Information des positiven Testergebnisses (Schnelltest, Schnelltest einer zertifizierten Teststelle oder PCR-Test) müssen ab sofort die Sorgeberechtigten beziehungsweise die betroffene Person direkt an die Einrichtung weitergeben. Die städtischen Kitas informieren daraufhin die Sorgeberechtigten der betroffenen Gruppe in der Einrichtung.
Die gesamte Gruppe kann grundsätzlich seitens des Gesundheitsamtes Region Kassel weiterhin in Quarantäne versetzt werden, wenn eine erhöhte Infektionslage vorhanden ist. „Jedoch möchten wir den Sorgeberechtigten bei vereinzelten Corona-Fällen in der Gruppe die Möglichkeit bieten, eine Betreuung für ihre Kinder trotz des Kontaktes in Anspruch zu nehmen, sofern eine Betreuung auf anderem Wege nicht sichergestellt werden kann“, erläutert Regine Bresler, Leiterin des Gesundheitsamts Region Kassel, das Vorgehen und ergänzt: „Kontakt-Kinder dürfen dann die Einrichtung weiter besuchen, wenn sie jeden Tag ein negatives Testergebnis vorweisen können und symptomfrei sind.“
Diese Testnachweise können entweder durch eine zertifizierte Teststelle (24h-Gültigkeit des Testergebnisses) oder durch einen Schnelltest, der jeden Tag vor dem städtischen Kitagebäude durch die Sorgeberechtigten durchgeführt wird, erbracht werden. Die Antigenschnelltests dafür werden von der städtischen Einrichtung jeden Tag kostenfrei an die betroffenen Sorgeberechtigten ausgegeben.
Wer die Betreuung aufgrund eines Erkrankungsfalles in der Gruppe für das eigene gesunde Kind nicht in Anspruch nehmen möchte, meldet dies bei der Einrichtungsleitung und erhält von dort eine Bescheinigung für den Arbeitgeber. Eine zusätzliche Kontaktaufnahme durch die Sorgeberechtigten mit dem Gesundheitsamt ist nicht notwendig.
Die infizierte Person – egal ob Kind oder Betreuungskraft – muss aber weiterhin für zehn Tage in Isolation. Eine Freitestung ist ab dem 7. Tag mittels negativen Testergebnis durch einen Test von einer zertifizierten Teststelle möglich.
„Wir danken allen Betreuungskräften und Sorgeberechtigen, dass sie sich in dieser schwierigen Situation gemeinsam besonders für das Wohl der Kinder einsetzen“, betonen Ilona Friedrich und Susanne Völker.
Was gilt für Corona-Fälle an Schulen?
Wie bisher muss die positiv getestete Person zehn Tage lang in Isolation. Eine Freitestung ist mittels PCR-Test oder eines Schnelltests einer zertifizierten Teststelle ab dem siebten Tag der Isolation möglich, wenn die Person 48 Stunden zuvor symptomfrei war. Die restlichen Schülerinnen und Schüler der betroffenen Klasse müssen nicht in Quarantäne. Sie sind verpflichtet sich zwei Wochen lang täglich in der Schule zu testen. Dieses Vorgehen ist durch die Coronavirus-Schutzverordnung des Landes Hessen geregelt.
Diese und weitere Quarantäneregeln in der Übersicht auf www.kassel.de/corona.
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