Nonnemacher: „Verstecktem Zucker den Kampf ansagen“

Gesundheitsministerkonferenz beschließt Initiative zur Zucker-Reduktion in Nahrungsmitteln

Der Verzehr von Zucker liegt in Deutschland weit über dem von der WHO empfohlenen Anteil von 10 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr. Übergewicht ist zu einem der größten Gesundheitsprobleme in Deutschland geworden, begünstigt durch hohen Zuckerkonsum. Die 93. Gesundheitsministerkonferenz hat nach dem Vorbild anderer europäischer Staaten einen umfangreichen Beschluss zur Reduzierung von Zucker in Nahrungsmitteln vor allem für Babys und Kleinkinder verabschiedet. „Ich freue mich über diesen wichtigen Vorstoß, den ich gern unterstütze. Zucker darf nicht hinter schönen Verpackungen oder falschen Versprechen versteckt werden“, so Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher.

Unter anderem sieht der Beschluss vor, dass Säuglings- und Kleinkindnahrung keinen freien Zucker und Zuckerersatzstoffe enthalten darf. Die Bundesregierung wird gebeten, sich auf europäischer Ebene für eine entsprechende Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen einzusetzen. Die Konferenz unterstützt zudem den sukzessiven Verzicht auf das Angebot von gesüßten Getränken in Schulen und Kindertagesstätten und fordert eine klare Definition von Reduktionszielen für Zucker verbunden mit einem konkreten Zeitplan für einzelne Produktgruppen. Falls es zu keiner freiwilligen Vereinbarung kommen sollte, soll die Umsetzung per Gesetz durch die Bundesregierung erfolgen.

„60 Prozent der Deutschen gelten als übergewichtig, fast 25 Prozent als adipös. Hoher Zuckerkonsum fördert die Entstehung von Übergewicht und Adipositas sowie zahlreiche mit Übergewicht assoziierte Erkrankungen wie Diabetes und Herzerkrankungen, aber auch die Entstehung von Karies. Versteckte Zucker in Getränken, Fertignahrungsmitteln und die Prägung auf süß schon bei den ganz Kleinen durch gezuckerte Baby- und Kleinkindernahrung sind wesentliche Ursachen für den ungesund hohen Verzehr von Zucker. Es ist mir besonders wichtig, dass wir das Wohl der Kinder und Jugendlichen in den Fokus nehmen. Sämtliche Initiativen zur Reduktion des Zuckerkonsums hatten bisher kaum Wirkung, eine freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft im Rahmen der nationalen Strategie zur Reduzierung des Zuckerkonsums hat wenig Aussicht auf Erfolg. Darum begrüße ich es, wenn die Gesetzeslage im Sinne der Gesundheit langfristig verschärft wird“, so Nonnemacher.

Der Beschluss fordert weiterhin eine gesonderte Betrachtung von Lebensmitteln, die sich mit ihrer Verpackung und Bewerbung an Kinder richten, begrüßt die klare Kennzeichnung und fordert, dass Marketing für ungesunde Lebensmittel mit hohem Gehalt an zugesetztem Zucker, sowie mit hohem Salz- oder Fettgehalt nicht an Kinder gerichtet sein darf.

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