Nur nicht weich werden: EIP-AGRI-Projekt für Spreewälder Gurken ist ELER-Projekt im Monat Juni

Spreewald – Die Spreewälder Gurke ist ein märkisches Kulturgut und eine von drei nach EU-Verordnung geschützten geografischen Angaben (g.g.A.) in Brandenburg. Mit Hilfe des europäischen Agrarfonds ELER unterstützt das Brandenburger Agrar- und Umweltministerium ein Projekt der Europäischen Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ (EIP-AGRI), um konkrete Lösungen zur Absicherung von Qualität und Menge der Gurkenrohwarenerzeugung und -verarbeitung zu erarbeiten und Ertragsverluste zu vermeiden. Es ist das ELER-Projekt des Monats, das regelmäßig vom Landwirtschaftsministerium vorgestellt wird.

 

Auf dem Gurkenhof Frehn in Steinreich (Landkreis Dahme-Spreewald) und dem Hof der Knösels Gemüseerzeugung GmbH & Co. KG in Kasel-Golzig (Landkreis Dahme-Spreewald) wird mit dem Projekt „Nachhaltig intensivierte Anbau- und Verarbeitungsprozesse zur sicheren Produktion von Spreewälder Gurken g.g.A“ nach den Ursachen des „Weichwerdens“ von Gurken in der Konserve geforscht. In der Vergangenheit hatte dies der Handel wiederholt reklamiert.

Seit 2016 wird für die Untersuchung die gesamte Prozessabfolge von der Rohwarenproduktion bis zur Verarbeitung betrachtet, um die Anbau- und Verarbeitungstechnologie zu optimieren. Als Ergebnis werden am Ende des Projekts Handlungsempfehlungen für die Praxis bereitstehen, um eine nachhaltige Qualitätssicherheit zu erreichen.

An dem bis Ende 2021 laufenden Projekt sind neben den Anbaubetrieben Gurkenhof Frehn und Knösels Gemüseerzeugung GmbH & Co.KG auch die Verarbeitungsbetriebe Obst- und Gemüseverarbeitung Spreewaldkonserve Golßen GmbH (Landkreis Dahme-Spreewald) und RABE Spreewälder Konserven GmbH & Co.KG (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) sowie das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V., und die Hochschule Neubrandenburg als wissenschaftliche Einrichtungen beteiligt. Unterstützt wird es durch den Träger der Schutzgemeinschaft Spreewälder Gurken g.g.A., dem Spreewaldverein e.V.

Im Projektzeitraum wird unter wissenschaftlicher Aufsicht auf jeweils zwei ausgewählten Schlägen in den Anbaubetrieben Flächen zu den jeweils gleichen Zeitpunkten beprobt, um herauszufinden, welche Faktoren ein Weichwerden von pasteurisierten Gurken begünstigen. Dadurch fand man heraus, dass beispielsweise eine Infizierung mit dem Zucchini-Yellow-Mosaik-Virus dazu führt, dass die Knackigkeit der Gurken abnahm. Auch Gurkenfrüchte mit untypischen, helleren, gelblichen Verfärbungen an den Spitzen und Gurkenfrüchte aus der späteren Erntephase wurden während der Konservierung weicher als die grünen und die früher geernteten.

Ebenfalls als mögliche Faktoren für die fehlende Knackigkeit konnten Schimmelpilze und Bakterien in der Bodenanalyse ausgemacht werden, was im weiteren Verlauf des Projekts weiter untersucht werden wird. Negative Einflüsse von Essig, Dill und Senfkörnern im Gurkenerzeugnis konnten hingegen nicht nachgewiesen werden.

Die Gesamtzuwendung für das EIP-AGRI-Projekt im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds ELER beläuft sich für den Zeitraum von 2016 bis 2021 auf 1.383.730. Davon kommen 1.106.984 Euro aus der ELER-Förderung, weitere 276.746 Euro aus Landesmitteln. Der Förderung lag die Richtlinie des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft zur Förderung von Projekten im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP-AGRI) „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ zugrunde.

%d Bloggern gefällt das: