Papua Neuguinea: Reise- und Sicherheitshinweise

Aktuelle Hinweise
Seit dem 26. Juni 2019 führt der Ausbruch des Vulkans Ulawun in der Provinz Neubritannien zu einer hohen Aschewolke und Lawaströmen. Umliegende Ortschaften wurden evakuiert. Der New Britain Highway ist teilweise von Lawastrom unterbrochen, der Flugverkehr am Hoskins Airport wurde eingestellt. Die Aschewolke kann Atemnot und Augen- und Hautreizungen verursachen. Reisende werden gebeten, sich über die Entwicklung informiert zu halten, Flugverbindungen mit ihren Fluggesellschaften zu überprüfen und Anweisungen von Sicherheitskräften unbedingt Folge zu leisten, siehe auch Naturkatastrophen.
Landesspezifische Sicherheitshinweise
Kriminalität Die Kriminalitätsrate in Papua-Neuguinea ist insgesamt sehr hoch. Besondere Vorsicht wird bei Aufenthalten in der Hauptstadt Port Moresby, in Lae, im Hochland und in Mount Hagen sowie auf der Insel Bougainville empfohlen. Die Zahl der bewaffneten Raubüberfälle, Einbrüche und Überfälle auf Autos im Straßenverkehr („Carjacking“) ist hoch. Täter zeigen dabei eine hohe Gewaltbereitschaft, bis hin zum Tötungsdelikt. Vor allem an Geldautomaten ist Umsicht geboten. Die Zahl Vergewaltigungen steigt; Übergriffe erfolgen meist ohne Vorwarnung, allein reisende Frauen sind hierbei besonders gefährdet. Reisende sollten sich insbesondere in Port Moresby, aber auch in den zuvor genannten Regionen außerhalb bewachter Anlagen (z.B. Hotels, Restaurants) zu Fuß allenfalls tagsüber nur in Gruppen und möglichst in Begleitung einheimischer Personen bewegen. Nach Einbruch der Dunkelheit sollte hierauf und auf Überlandfahrten gänzlich verzichtet werden. In der ansonsten eher friedlichen, von Touristen gerne besuchten Gegend von Alotou/Milne Bay kam es seit Dezember 2018 wiederholt zu Gewaltkriminalität wie Raubüberfällen in von Touristen frequentierten Hotelanlagen. Reisenden wird zu besonderer Vorsicht geraten und dringend empfohlen, ausschließlich Transportmittel der Hotels beziehungsweise der Reiseveranstalter zu verwenden und wegen der Gefahr von Überfällen auf die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und Taxis zu verzichten. Die Fenster eines Fahrzeuges sollten wegen der Überfallgefahr geschlossen und die Türen verriegelt sein. Auf das Tragen von auffälligem, teurem Schmuck sollte in Papua-Neuguinea verzichtet werden. Besondere Umsicht wird auch auf Wandertouren empfohlen. Gewalttätige, von rivalisierenden Stammesgruppen ausgehende Zwischenfälle bei der Begehung des Kokoda Trek können nicht ausgeschlossen werden. In den vergangenen Monaten kam es um den Varirata Nationalpark zu Raubüberfällen auf Wanderer. .
Innenpolitische Lage Reisende in die Hochlandprovinzen und nach Lae und Umgebung werden um erhöhte Vorsicht gebeten. Insbesondere im Hochland kann es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Clans kommen. In den Bergbauprovinzen Southern Highlands, Enga und Hela führten Auseinandersetzungen innerhalb der lokalen Bevölkerung teilweise zur Verhängung eines unbefristeten Ausnahmezustandes, wie zuletzt auch in und um Lae an der Nordostküste. Die Gefahr gewaltsamer Ausschreitungen besteht fort, Sicherheitskräfte stehen oft nur eingeschränkt zur Verfügung. Demonstrationen und Menschenansammlungen sollten gemieden werden.
Bougainville In der autonomen Provinz Bougainville ist für den 17. Oktober 2019 ein Referendum zur Unabhängigkeit von Papua-Neuguinea angesetzt worden. Reisenden auf die Insel Bougainville wird zu besonderer Aufmerksamkeit geraten und empfohlen, sich über die Lage vorab auch über örtliche Medien zu informieren, Menschenansammlungen zu meiden und Anweisungen der Sicherheitskräfte Folge zu leisten. Vorsicht ist auch aufgrund der Abgelegenheit und des nach wie vor verbreiteten Waffenbesitzes insbesondere im zentralen Bergland von Bougainville und im Süden der Insel geboten. Das Bergland in Zentralbougainville um die Panguna-Mine ist eine sehr sensitive Zone. Bei Einfahrt auf die Straße zur Mine wird ein Kontrollpunkt passiert, an dem Reisende aktuell 200 PGK pro Person entrichten müssen. Reisenden wird davon abgeraten, dieses Gebiet auf eigene Faust zu betreten.
Naturkatastrophen Papua-Neuguinea und insbesondere der Nordwesten liegt in einer seismisch sehr aktiven Zone, so dass es zu vulkanischen Aktivitäten, Erd- und Seebeben sowie Tsunamis kommen kann. Zuletzt hat Ende Februar 2018 ein Erdbeben der Stärke 7,5 in der Provinz Southern Highlands schwere Schäden verursacht und Todesopfer gefordert. Ein weniger folgenreiches, aber ähnlich starkes Erdbeben ereignete sich am 14. Mai 2019, mit Nachbeben ist zu rechnen. Der Vulkan Manam Island ist seit April 2017, der Vulkan Kadovar Island verstärkt seit Januar 2018 aktiv, beide führten bzw. führen zu Evakuierungsmaßnahmen. Informationen über die Entwicklung von Aschewolken bietet das Darwin Volcanic Ash Advisory Centre http://www.bom.gov.au/info/vaac/advisories.shtml. Verhaltenshinweise und Informationen zu Gesundheitsrisiken gibt The International Volcanic Health Hazard Network IVHHN http://www.ivhhn.org/.   Informationen zum Verhalten bei Erdbeben, Vulkanen und Tsunamis bietet das Deutsche GeoForschungsZentrum https://www.gfz-potsdam.de/medien-kommunikation/infothek/merkblaetter/. Reisende werden gebeten, Hinweise lokaler Behörden und insbesondere Sperrzonen zu beachten und zu respektieren. Es kann in Papua-Neuguinea jederzeit zu Überschwemmungen und Erdrutschen kommen. Von November bis März gibt es Nordwest-Monsun, von April bis Oktober Südost-Passat. Ferner kommt es insbesondere zwischen November und Mai zu tropischen Taifunen, die ebenfalls große Schäden und Behinderungen im Reiseverkehr nach sich ziehen können. Reisende sollten in dieser Zeit die Hinweise zu Wirbelstürmen im Ausland https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/-/200794 beachten. Das National Disaster Centre http://pngndc.gov.pg/ informiert über alle Naturkatastrophen in Papua-Neu-Guinea.
Krisenvorsorgeliste Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste http://service.diplo.de/registrierungav einzutragen, um im Notfall eine schnelle Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Als zuständige Auslandsvertretung ist dabei das Generalkonsulat Sydney auszuwählen. Pauschalreisende werden in der Regel über die Reiseveranstalter über die Sicherheitslage im Reiseland informiert. Für nach Papua-Neuguinea entsandte Mitarbeiter kirchlicher oder sonstiger Organisationen bietet es sich wegen der oft unzureichenden Internetverbindung in Papua-Neuguinea an, die Anmeldung von Deutschland aus vor der Ausreise durchzuführen.
Weltweiter Sicherheitshinweis Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/weltweiter-sicherheitshinweis/1796970 zu beachten.

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