Pflegeaktion am Tag des Baumes

Der Umweltbeigeordnete informiert zum Wert der Stadtbäume

Anlässlich des heutigen „Tag des Baumes“ informierte der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt, Bernd Rubelt, bei einer Pflegeaktion im öffentlichen Raum über die Bedeutung der städtischen Bäume in Potsdam und über den Baum des Jahres, die Robinie.

„In der Stadt sorgen Bäume für Lebensqualität. Sie spenden Schatten, mildern Stürme ab und locken Tiere in die Stadt. Ausgewachsene Bäume verdunsten an heißen Sommertagen mehrere hundert Liter Wasser und kühlen damit ihre Umgebung um bis zu 2,5 Grad Celsius. Gerade in einer wachsenden Stadt ist darauf zu achten, dass die Lebensqualität mitwächst, dass die Grünflächen mitwachsen und auch der Baumbestand sich vermehrt. Die Landeshauptstadt Potsdam investiert jährlich viel Geld in die Pflege, den Erhalt und die Neupflanzung von Bäumen. Manchmal haben Bäume einen Geldwert, der höher ist als der eines daneben parkenden Kleinwagens. Dieser Wert ist vielen nicht bewusst. Allein die ersten drei Jahre eines Straßenbaumes, einschließlich Pflanzung, Pflege und Bewässerung, kosten die Stadt circa 2000 Euro. Aber viel wichtiger ist der ökologische Wert“, so der Beigeordnete.

Insbesondere heimische Bäume erfüllen wichtige Funktionen in der Lebensgemeinschaft der Insekten und Vögel. Es gibt viele Tierarten, bis hin zur Fledermaus, die auf Bäume angewiesen sind. Menschliche Siedlungsräume wären für viele Insekten unüberwindbare Todeszonen, wenn dort keine Bäume wüchsen. Die Robinie bietet als Schmetterlingsblütler nicht nur den Bienen eine wichtige Nahrungsgrundlage. Ihre raue Rinde bietet vielen Insekten ein Winterquartier, was wiederum Vögeln wie Kleiber und Baumläufer im Winter Nahrung gibt.

Der Tag des Baumes wird alljährlich am letzten Freitag im April begangen. Ein Kuratorium aus ehrenamtlichen Naturschützern kürt dazu einen Baum des Jahres. In diesem Jahr ist es die Robinie, ein Laubbaum der nordamerikanischen Auen, der vor rund 400 Jahren nach Europa gebracht wurde. Mittlerweile ist er fester Bestandteil der hiesigen Landschaft. In der Forstwirtschaft ist die Robinie die zweithäufigste nichtheimische Baumart. Als Pionierbaumart besiedelt sie auch nährstoffarme Standorte. Sie kann mit Hilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft binden und so einen elementaren Nährstoff im Boden anreichern. Damit ist die Robinie in der Lage, Trockenrasen zu erobern, der sonst nur wenigen Kräutern und ihrer Lebensgemeinschaft vorbehalten ist.

Auch innerhalb der städtischen Grünflächen- und Straßenbaumbestände konnte sich die Robinie in der Vergangenheit etablieren. In der Regel verbreitet sich die Robinie durch Samen und Wurzelausläufer von ganz allein. Seit einigen Jahren wird die Baumart aufgrund ihrer Robustheit gegenüber Hitze und Trockenheit gezielt zur Bepflanzung von innerstädtischen Straßen verwendet, so zum Beispiel in der Zeppelinstraße.

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