Polizei sorgt mit Kontrollen für einen sicheren Schulweg

Am 10. August 2020 sind die Sommerferien vorbei und in Brandenburg beginnt das neue Schuljahr 2020/2021. Schulanfänger werden auf dem Weg zur Schule und auf dem Heimweg die Unterstützung, Rücksicht und Einsicht der Kraftfahrer auf den Straßen brauchen. Jeder Verkehrsteilnehmer sollte sich darüber im Klaren sein, dass Kinder im Straßenverkehr noch ungeübt sind. Sie benötigen Zeit und Übung, um diese neue Welt zu verstehen und zu lernen, sich sicher darin zu bewegen.

Die Polizei ruft deshalb dazu auf:

Unterstützen Sie die Schulanfänger! Augen auf und Fuß vom Gas!

Der amtierende Leiter der Polizeidirektion West, Karsten Schiewe: „Der erste Schultag bringt neue Wege für die Kinder mit sich. Das ist natürlich gerade für die Jüngsten aufregend. Vieles in neu, vieles ist schwer einschätzbar. Wir als Polizei fordern daher alle Verkehrsteilnehmer zur Rücksichtnahme auf und werden dies auch kontrollieren und durchsetzen: durch Gespräche, durch Lob für vorbildliches Verhalten, aber – wenn es sein muss – auch durch das konsequente Ahnden von Verkehrsverstößen.“

Insbesondere Fahrzeugführer müssen sich auf ein kindliches Verhalten der ABC-Schützen einstellen. Aufgrund ihres Entwicklungsstandes sind Schulanfänger sowie Grundschüler den komplexen Situationen des Straßenverkehrs nicht gewachsen, unterschätzen Gefahrensituationen durch ihr eingeschränktes Sichtfeld und sind oftmals in ihren Reaktionen unberechenbar. Hinzu kommt ihre geringe Körpergröße, wodurch sie von anderen Verkehrsteilnehmern leicht übersehen werden können.

Deshalb sollten alle Fahrzeugführer an Schulen und Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs den Fuß vom Gas nehmen und stets defensiv bzw. bremsbereit sein. An Bussen, die mit eingeschalteter Warnblinkanlage an einer Haltestelle stehen, darf nur vorsichtig und mit Schrittgeschwindigkeit vorbeigefahren werden, auch auf der Gegenfahrbahn!

Für mehr Sicherheit sorgt auch das Fahren mit eingeschaltetem Licht am Tage. Kinder nehmen dadurch herannahende Fahrzeuge schneller wahr und können so Entfernungen besser einschätzen. Insbesondere an Fußgängerüberwegen ist das von großem Vorteil. Auch helfen hier eindeutige Zeichen der Fahrzeugführer, dass sie die querende Person am Fußgängerüberweg wahrgenommen haben und anhalten.

Eine große Verantwortung haben auch die Eltern der Erstklässler. Sie haben in den letzten Wochen bereits mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen ihre Kinder auf die typischen Gefahrensituationen des Straßenverkehrs vorbereitet. Der Schulweg wurde gemeinsam festgelegt und sicher schon mehrmals zusammen abgelaufen, um unter realen Verkehrsbedingungen die richtigen Verhaltensweisen zu trainieren.

Dabei gilt:             Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste!

 

Sollten Kinder mit dem Bus oder der Straßenbahn zur Schule fahren, ist es wichtig, mit ihnen regelmäßig die wichtigsten Verhaltensregeln zu besprechen:

  1. beim Warten an der Bushaltestelle nicht toben, streiten oder schubsen
  2. nicht vor oder hinter einem stehenden Bus über die Straße gehen
  3. beim Ein- und Aussteigen nicht drängeln oder schubsen und nicht unvermittelt aus dem Bus/Straßenbahn springen
  4. beim Stehen in Bussen immer an den Haltevorrichtungen festhalten
  5. auf Bussitzen, bei denen ein Sicherheitsgurt vorhanden ist, muss dieser auch angelegt werden

Schulanfänger sollten möglichst nicht alleine mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Hier empfiehlt es sich zu warten, bis ein entsprechendes Alter erreicht ist – etwa nach der schulischen Radfahrausbildung in der 4. Klasse – und die Kinder das Rad sicher im Straßenverkehr beherrschen.

Karsten Schiewe: „In den ersten zwei Wochen nach dem Schulstart werden wir intensiv und gezielt an Schulen Verkehrskontrollen durchführen. Wenn zum Beispiel das Auto für die Fahrt zur Schule genutzt wird, müssen die Kinder immer im Kindersitz sitzen und darin auch angeschnallt sein – auch wenn der Weg nur kurz ist, darf es hier keine Ausnahmen geben. Das werden wir kontrollieren. Die Eltern selbst können dabei viel für die Sicherheit ihrer Kinder tun. Zum Beispiel ist es an vielen Schulen – egal ob Grundschule oder weiterführende Schule – auch so, dass das „Elterntaxi“ so nah wie möglich an das Schulgebäude herangefahren wird. Die Polizei rät hingegen, lieber etwas weiter weg und an einer übersichtlichen Stelle zu parken und dann ggf. mit kleinen Kindern noch gemeinsam zum Schulgebäude zu laufen. Das erspart gefährliche Situationen für das eigene Kind beim Ein- und Aussteigen aber auch für andere Kinder beim Rangieren der Autos.“

Grundsätzlich gilt: Erwachsene und insbesondere Eltern sollten immer daran denken, dass sie selbst eine große Vorbildfunktion haben, an der sich Kinder orientieren.

Die Polizeidirektion West wird am Montag, den 10.08.2020 ab 06.45 Uhr, mit mehreren Beamten vor der Grundschule in Stülpe Verkehrsteilnehmer auf die jährlich wiederkehrende sensible Verkehrssituation zum Schulbeginn aufmerksam machen.

Karsten Schiewe: „Die Beamten werden nicht nur die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge kontrollieren. Sie werden auch das sichere Überqueren der Straße ermöglichen und die Haltestelle für eintreffende Schulbusse im Blick haben. Außerdem wollen wir mit Eltern ins Gespräch kommen. Die Kontrollen sollen insgesamt dazu beitragen, alle Verkehrsteilnehmer für diese besondere Phase des Schulanfangs zu sensibilisieren.“

 

Statistische Angaben

 

Verkehrsunfälle von Kindern und Jugendlichen in den Jahren 2019, 2018, 2017, die sich auf dem Weg zur oder von der Schule ereignet haben – „Schulwegunfälle“:

 

Schulwegunfälle 2019:

 

Ø  Polizeidirektion West gesamt: 90 Unfälle (74 verletzte Kinder)

  • Polizeiinspektion Potsdam: 36 Unfälle (27 verletzte Kinder)
  • Polizeiinspektion Brandenburg: 13 Unfälle (9 verletzte Kinder)
  • Polizeiinspektion Havelland: 18 Unfälle (16 verletzte Kinder)
  • Polizeiinspektion Teltow- Fläming: 23 Unfälle (22 verletzte Kinder).

Schulwegunfälle 2018:

Ø  Polizeidirektion West gesamt: 152 Unfälle (85 verletzte Kinder)

  • Polizeiinspektion Potsdam: 58 Unfälle (32 verletzte Kinder)
  • Polizeiinspektion Brandenburg: 13 Unfälle (8 verletzte Kinder)
  • Polizeiinspektion Havelland: 39 Unfälle (22 verletzte Kinder)
  • Polizeiinspektion Teltow- Fläming: 41 Unfälle (23 verletzte Kinder)

 

Schulwegunfälle 2017:

Ø  Polizeidirektion West gesamt: 131 Unfälle (73 verletzte Kinder)

  • Polizeiinspektion Potsdam: 48 Unfälle (24 verletzte Kinder)
  • Polizeiinspektion Brandenburg: 22 Unfälle (14 verletzte Kinder)
  • Polizeiinspektion Havelland: 39 Unfälle (19 verletzte Kinder)
  • Polizeiinspektion Teltow- Fläming: 22 Unfälle (16 verletzte Kinder).
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