Polizei warnt vor falschen Polizisten, die sich Bußgeld ergaunern

#Potsdam, Babelsberg, August-Bebel-Straße – 

Montag, 19. Juli 2021, 15:15 Uhr – 

Am Montagnachmittag zeigte eine junge Frau bei der Potsdamer Polizei an, dass sie offenbar von falschen Polizisten betrogen wurde. Sie war zuvor mit ihrem Fahrrad auf der August-Bebel-Straße im Stadtgebiet Babelsberg unterwegs. Am Kreuzungsbereich zur Stahnsdorfer Straße wurde die junge Frau dann von zwei Männern angesprochen, die sich in weiterer Folge als Fahrradpolizisten ausgaben und 40 Euro in bar als Bußgeld verlangten. Als Grund nannten sie, dass angeblich das Fahrrad der Radlerin nicht verkehrssicher sei und sie außerdem illegal Kopfhörer getragen habe. Aufgeregt und überrumpelt zahlte die junge Radfahrerin die geforderten 40 Euro an die angeblichen Polizisten in bar.

Die Täter werden beschrieben als 30-40-jährige Männer deutschen Phänotyps. Sie sollen blaue Uniformhosen, schwarze Schuhe und ein dunkles Shirt getragen haben. Außerdem sollen sie darüber eine dunkelblaue Jacke mit der Rückenaufschrift „POLIZEI“ getragen haben – was offenbar den Eindruck, sie seien von der Polizei unterstreichen sollte. Die Männer sprachen hochdeutsch und waren mit dunklen Herrenfahrräder und grünen Fahrradhelmen unterwegs.

Kurz darauf eingesetzte Beamte der Potsdamer Polizeiinspektion haben im gesamten Nahbereich nach den beschriebenen Männern Ausschau gehalten, konnten diese jedoch nicht mehr feststellen.

Die Kriminalpolizei hat nun Ermittlungen wegen Betruges und Amtsanmaßung eingeleitet und fragt: Wer erkennt die beschriebenen Männer, oder hat den Vorfall am Montagnachmittag in der August-Bebel-Straße beobachtet? Wer kann Hinweise zur Identität oder dem Aufenthalt der bislang noch unbekannten Männer geben? Ihre Hinweise nimmt die Polizei Potsdam unter der Telefonnummer: 0331 5508-0 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. Alternativ können Sie auch das Hinweisformular in unserem Bürgerportal nutzen. Dieses erreichen in den Online-Services im Internet unter www.polizei.brandenburg.de oder direkt unter polbb.eu/hinweis.

Besonders perfide daran ist, dass sich die Täter als hoheitlich handelnde Amtspersonen ausgeben und sich damit das Vertrauen der Bürger erschleichen. Immer wieder versuchen Trickbetrüger unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, sich ihren potentiellen Opfern zu nähern, indem sie vorgeben Polizeibeamte zu sein.

Die Polizei kontrolliert Sie? Wir raten in solchen Fall achtsam zu sein und folgende Punkte zu beachten:

–          Handeln die Polizisten in Uniform, achten Sie auf offizielle Hoheitszeichen wie dem „POLIZEI“ Patch/Aufnäher mit Landeswappen, der sich am linken Oberarm befindet. Außer in geschlossen Einsätzen trägt jeder Polizeibeamte zusätzlich ein Namensschild sichtbar am Oberkörper.

–          Egal ob in Uniform oder sogar in Zivil handelnde Polizeibeamte: Jeder Amtsträger ist verpflichtet seinen Namen und den Dienstgrad zu nennen bzw. sich auf Verlangen mit dem Dienstausweis der Brandenburger Polizei auszuweisen.

–          Zögern Sie nicht und rufen im Zweifel den Polizeinotruf, oder ihre örtliche Polizeidienststelle an, um sich die Echtheit eines vorgelegten Dienstausweises bzw. die Richtigkeit der polizeilichen Maßnahmen bestätigen zu lassen!

–          Lassen Sie sich nicht einschüchtern von Drohungen oder Warnungen wie beispielsweise einem höheren Bußgeld oder sogar einer möglichen Festnahme bei Nichtzahlung! Bleiben Sie Aufmerksam und Sicher in ihrem Auftreten – manchmal reicht schon die Frage nach dem Dienstausweis, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen.

–          Polizeibeamte werde Sie nie nach ihren Besitz- oder Vermögensverhältnissen ausfragen oder sie bitten ihnen ihre Geld- oder Wertgegenstände herauszugeben, um diese sicherzustellen bzw. in Verwahrung zu nehmen.

Außerdem: Bei der Brandenburger Polizei wurde in den vergangenen Jahren die Sofortzahlung von Verwarngeld mit Barmitteln weitestgehend abgeschafft. Die Beamten sind angehalten in erster Linie sofort fälliges Verwarnungsgeld, durch Zahlung mit EC Karte oder durch Ausstellung einer Zahlungsaufforderung (Überweisungsschein) zu ahnden. Barzahlungen sind daher eher die Ausnahme und ausschließlich noch bei den Polizeibeamten der Verkehrspolizei möglich.

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