Potentialflächen Wohnungsbau in Potsdam

Landeshauptstadt legt Bericht zu Potentialflächen vor

Die Landeshauptstadt Potsdam hat die Wohnungsbaupotentiale mit Stand Dezember 2020 aktualisiert. Demnach können auf entsprechenden Flächen in den nächsten Jahren ca. 15.000 neue Wohnungen entstehen. Allein für ca. 8.000 Wohnungen besteht Baurecht, rund 2.490 Wohnungen davon sind auch bereits im Bau. Weitere Flächen für ca. 6.300 Wohnungen können durch Bauleitplanverfahren gesichert werden.

„Potsdams Wirtschaft und Wissenschaftseinrichtungen wachsen, und in der Folge auch der Bedarf an Wohnungen. Die Fortschreibung der Wohnungsbaupotentialanalyse zeigt deutlich, dass die verfügbaren Flächen abgenommen haben. Vor diesem Hintergrund müssen wir auch kreativer alternative Flächen, etwa Parkplatzflächen oder Supermarktstandorte, betrachten“, so Bernd Rubelt, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt. „Wichtig ist jetzt vor allem, die prioritären Bauleitplanverfahren zu einem Abschluss zu führen, um weitere Wohnungsbaupotentiale zu sichern.“

Die Erfassung der Potentialflächen erfolgte erstmals 2009 im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes Wohnen. Die regelmäßige Aktualisierung der Potentialflächen ist eine Maßnahme des Wohnungspolitischen Konzeptes der Landeshauptstadt Potsdam.

Die aktuell vorgelegte Darstellung ist nunmehr nach 2013, 2015 und 2017 die vierte Fortschreibung dieser Daten. Im Vergleich zur Analyse von 2017 hat die Zahl möglicher Wohnungen um rund 2.600 Wohnungen abgenommen (-15%). Dies kann auf die zunehmende Flächenknappheit und die damit verbundene Ausschöpfung der großflächigen Potentiale zurückgeführt werden.

Die derzeitige Prognose der Stadt mit dem Basisjahr 2019 geht von einem Wachstum um bis zu 30.200 Einwohnern bis 2035 aus. Die analysierten Flächen reichen rechnerisch für knapp 30.000 Einwohner, dafür müssten aber auch alle Potenziale im geschätzten Umfang entwickelt werden. Für eine gewisse Flexibilität bei der Entwicklung ist die Identifizierung weiterer Flächen sinnvoll. Drei größere Gebiete (Golm-Nord. Fahrland-West und Pirschheide), für die bereits vorbereitende Untersuchungen durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurden, sind in der Berechnung der Potenzialflächen nicht enthalten, da die Entwicklungsmöglichkeit noch nicht gesichert ist.

Räumlicher Schwerpunkt ist mit rund 4.900 möglichen Wohnungen (33% der Gesamtpotentiale) das Entwicklungsgebiet Krampnitz. Weitere Schwerpunkte sind mit ca.1.750 Wohnungen (12% der Gesamtpotentiale) Flächen rund um den Hauptbahnhof mit dem ehemaligen Tramdepot sowie der Stadtteil Am Stern mit 1.550 Wohnungen (10% der Gesamtpotentiale) und Bornim/Bornstedt mit rund 1.300 Wohnungen (9% der Gesamtpotentiale). Für den Stadtteil Am Stern, aber auch für die Ortsteile Bornim und Bornstedt sollen städtebauliche Rahmenplanungen die Entwicklungsziele konkretisieren. Dies folgt einer Empfehlung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes INSEK, das derzeit in Erarbeitung ist.

Als neue Möglichkeit zur Schaffung weiterer Wohnungsbaupotentiale wurden erstmals auch Parkplatzflächen und Supermarktstandorte untersucht. Dabei konnten 19 Flächen mit einem Potential von rund 1.080 Wohneinheiten als geeignet eingestuft werden. Die Realisierung von Wohnungen auf diesen Standorten hängt allerdings, wie bei allen privaten Flächen, von der Bereitschaft der Flächeneigentümer ab. Erste Beispiele – etwa im Bornstedter Feld – zeigen aber, dass Einzelhandel und Wohnen kombinierbar ist. Etwa die Hälfte der untersuchten Potenzialflächen sind im Eigentum der Stadt (inklusive Treuhandvermögen) und städtischer Unternehmen.

Erstmals untersucht wurde auch die Lage der Fläche im Verhältnis zu Fern- oder Nahwärmenetzen. Rund 90% der Flächen liegen in einem solchen Gebiet oder in direkter Nähe. Die stärkere Berücksichtigung der Themen Energie und Wärme bei der Entwicklung neuer Baugebiete ist vor dem Hintergrund des Klimawandels geboten.

Die Potentialanalyse stellt nur Flächen dar, die im aktuellen Flächennutzungsplan als Baufläche erscheinen. Bei den Potentialen wird nach möglichen Bautypen und der baurechtlichen Situation unterschieden. Der deutliche Schwerpunkt liegt bei den Potentialflächen weiterhin im Geschosswohnungsbau (95% aller erfassten Flächen). Dies entspricht dem Ziel des sparsamen Umgangs mit Bauflächen.  Alle Geschosswohnungsbauflächen sind grundsätzlich auch für den Bau mietpreis- und belegungsgebundenen Wohnraumes geeignet, die Förderfähigkeit hängt allerdings auch von den Vorgaben des Landes Brandenburg ab. Die Förderkulisse der Landesförderung umfasst derzeit noch nicht das ganze Stadtgebiet.

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