Potsdam weitet Teststrategie aus

Kostenlose Schnelltests in Zusammenarbeit mit Apotheken / Spottestungen in Schulen, Gemeinschaftseinrichtung und Suppenküche startet am Montag

Die Landeshauptstadt Potsdam erweitert ihre bestehende Teststrategie „Öffnen, aber sicher – Frühzeitig erkennen, um zu handeln“. Nach der Einführung von Schnelltest für das Kitapersonal und weiteren Angeboten, u.a. der freiwilligen Testung für Mitarbeitern der Verwaltung mit Publikumsverkehr, werden ab der kommenden Woche in der Landeshauptstadt kostenlose Schnelltests für Potsdamerinnen und Potsdamer sowie systematische Tests beispielsweise an ausgewählten Schulen angeboten. „Eine wie vom Bund angekündigte und von ihm auch finanzierte Ausweitung der Testungen wäre mir der liebere Weg gewesen. Wir brauchen diese Tests, weil wir so ein genaueres Lagebild vor Ort für weitere Öffnungsschritte erhalten. Wir wollen uns nicht von niedrigen Inzidenzwerten täuschen lassen. Gerade vor dem Hintergrund von Virusmutationen sind wir vorsichtig“, sagt Oberbürgermeister Mike Schubert.

Potsdam hatte umgehend nach der Ankündigung einer erweiterten nationalen Teststrategie durch Bundgesundheitsminister Jens Spahn am Dienstag, 16. Februar, Kontakt mit der Apothekerkammer Brandenburg aufgenommen, um eine Umsetzung der angekündigten kostenlosen Testungen zum 1. März vorzubereiten. Auch wenn die bundesweite Einführung dann verschoben wurde, hält Oberbürgermeister Schubert einen Beginn der Testungen für gerechtfertigt und nötig: „Wir dürfen nicht erst wieder reagieren, wenn die Zahlen der Neuinfektionen steigen. Durch die Öffnung von Kitas und Schulen und aufgrund des frühlingshaften Wetters steigen die Kontaktzahlen wieder. Deshalb müssen wir jetzt und nicht erst in ein paar Wochen die Entwicklung der Neuinfektionen schneller erkennen, um die Infektionslage besser einzuschätzen und weitere Öffnungsschritte zu ermöglichen.“

Zunächst für zwei Wochen wird Potsdam als niederschwelliger Einstieg in die systematische Testung, kostenlose Antigen-Schnelltests für Potsdamerinnen und Potsdamer anbieten. Auch um mögliche Mutationen zu erkennen, wird jeder positive Schnelltest gemeinsam mit dem Klinikum Ernst von Bergmann durch eine PCR-Testung im Labor und eine Untersuchung auf eine Virusmutation ergänzt.

Alle Potsdamer Apotheken haben die Möglichkeit zur Mitwirkung. Beginnen wird die Landeshauptstadt mit allen Apotheken, die sich nach einem Aufruf der Apothekenkammer Brandenburg zur Mitwirkung an der Ausweitung der nationalen Teststrategie des Bundes bereits freiwillig gemeldet hatten. So startet die Testung ab Montag in mindestens acht Apotheken und vier Testzentren, die von teilnehmenden Apotheken in Zusammenarbeit mit der Johanniter-Unfall-Hilfe eingerichtet werden.

Eine Übersicht der Standorte der stationären und mobilen Testzentren finden Sie auf der Internetseite www.potsdam.de/schnelltest. Die Tests werden durch die Apotheken teils in Zusammenarbeit mit Partnern durchgeführt und durch die Landeshauptstadt Potsdam bezahlt. Die Abrechnung mit den Apotheken erfolgt über ein Zuwendungsverfahren entsprechend der Zuwendungsrichtlinie, die unter www.potsdam.de/schnelltest veröffentlicht ist.

Der Erweiterung der Teststrategie haben die Stadtverordneten im Hauptausschuss am Mittwochabend einstimmig zugestimmt. Zur Teststrategie zählt auch die Erweiterung der Tests an Schulen, in einer Gemeinschaftseinrichtung für Geflüchtete und in der Suppenküche. Wie im Konzept „Öffnen, aber sicher“ bereits verankert, soll an Schulen freiwillig getestet werden. Ab 1. März werden an der Eliteschule des Sports „Friedrich-Ludwig-Jahn“, der Grundschule 3 Bornstedter Feld und der Gesamtschule Schilfhof die Tests angeboten. Konkret werden Testteams des Klinikums Ernst von Bergmann die kooperierenden Schulen anfahren und vor Ort allen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrerinnen und Lehrern und dem sonstigen Personal einen Antigen-Schnelltest aus dem Nasenvorhof anbieten. Die Aktion wird noch in derselben Woche an der betroffenen Schule wiederholt, um eine valide Datenlage zu erhalten.

Für den größtmöglichen Erkenntnisgewinn sowie Schutzwirkung wird die Testung in vier unmittelbar aufeinanderfolgenden Stufen ablaufen: Zunächst wird der Antigen-Schnelltest durchgeführt und unverzüglich innerhalb der folgenden 15 min ausgewertet. Weist dieser ein positives Testergebnis auf, wird im unmittelbaren Anschluss noch vor Ort ein PCR-Test durchgeführt. Ist auch der PCR-Test positiv, folgt parallel eine Target-PCR als erster Filter auf Mutationen. Zeigt sich hierbei ein dringender Verdacht des Vorliegens einer Mutation, erfolgt zwingend eine Genom-Sequenzierung. In gleicher Weise wird mit sämtlichen Tests verfahren. „Im Ergebnis lässt sich aus der Testaktion einrichtungsbezogen und zu einem genau definierten Zeitpunkt ein exaktes Abbild des Infektionsgeschehens ziehen“, so Schubert.

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