Potsdamer Kita- und Schulentwicklungsplan 2021 bis 2026 beschlossen

Gemeinsames Planwerk stellt Weichen für Weiterentwicklung der Bildungsinfrastruktur

Potsdam hat einen gültigen Integrierten Kita- und Schulentwicklungsplan: In einer Sondersitzung haben Potsdams Stadtverordnete das erste gemeinsame Planwerk für die Potsdamer Bildungslandschaft von der Krippe bis zur weiterführenden Schule beschlossen. Das knapp 600 Seiten starke Papier ist die Grundlage für die Weiterentwicklung der Kita- und Schulinfrastruktur in der wachsenden Landeshauptstadt für die Jahre 2021 bis 2026. Es beinhaltet neben der Schaffung von Kitaplätzen auch die Gründung von kommunalen Kitas sowie Neubauten und Erweiterungen von Schulen. Mit dem heutigen Beschluss können die zentralen Bauvorhaben der Bildungsinfrastruktur zeitnah begonnen und passgenau umgesetzt werden.

„Der heute beschlossene Plan stellt sicher, dass die Bildungsangebote in Potsdam sich sowohl quantitativ als auch qualitativ weiterentwickeln – und das gezielt, dem Bedarf entsprechend. Das ist eine gute Nachricht für Familien in Potsdam. Ich danke der Beigeordneten Noosha Aubel und ihrem ganzen Team, dass sie auf der Zielgeraden einen Kompromiss bei strittigen Themen gefunden haben. Dadurch hat dieser Entwicklungsplan heute so große Zustimmung bei den Stadtverordneten erhalten“, sagt Oberbürgermeister Mike Schubert. In Potsdam leben rund 11.000 Kinder im Krippen- und Kindergartenalter. Etwa 24.000 Kinder und Jugendliche besuchen die bisher 63 öffentlichen und freien Schulen in der Stadt, rund 5500 junge Menschen die berufsbildenden Schulen.

Der Plan, der auf der aktuellen Bevölkerungsprognose bis 2040 beruht, beinhaltet insbesondere im Kita-Bereich Neuerungen. So soll das Netz von derzeit rund 140 Kindertageseinrichtungen weiter ausgebaut, die Wahlmöglichkeiten für Eltern damit verbessert werden. „Unser wichtigstes Ziel ist die wohnortnahe Versorgung mit Krippen- und Kindergartenplätzen in der wachsenden Stadt. Mit dem fünfjährigen Planungszeitraum soll perspektivisch auch die Auswahl eines Kitaplatzes auf der Basis von Wohnortnähe oder konzeptionellem Ansatz möglich sein“, sagt die zuständige Beigeordnete für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, Noosha Aubel. Erstmals seit den Kitaschließungen Ende der 1990er-Jahre plant die Landeshauptstadt Potsdam kommunale Kitas und Horte, darunter auch eine Integrationskita. Neben den städtischen Einrichtungen im Bornstedter Feld, Krampnitz, Babelsberg, in der Potsdamer Mitte, im Kirchsteigfeld und in der Waldstadt I mit insgesamt rund 1500 Plätzen sollen rund 2.500 zusätzliche Plätze in Kindertagesbetreuungseinrichtungen bei freien Trägern entstehen. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren 19 zusätzliche Einrichtungen das Potsdamer Kita-Netz erweitern.

Bei der Schulplanung setzt die Landeshauptstadt Potsdam den Ausbau des Schulnetzes durch neue Schulen sowie Erweiterungen fort. Insgesamt sind dafür Investitionen aus dem kommunalen Haushalt in Höhe von circa 280 Millionen Euro notwendig. Im Primarbereich werden die bisherigen Planungen für Neubauten und Erweiterungen fortgeführt, und 13 zusätzliche Klassenzüge geschaffen. Neue Grundschulstandorte darüber hinaus werden laut aktueller Bevölkerungsprognose nicht benötigt.

Durch das Aufwachsen besonders starker Jahrgänge wird die Landeshauptstadt im weiterführenden Bereich der allgemeinbildenden Schulen Kapazitäten für bis zu 17 zusätzliche Klassenzüge in den kommenden Jahren schaffen. Bereits mit den vorangegangenen Planungen wurden Maßnahmen festgehalten, die zum Teil schon umgesetzt werden. Weiter ist geplant:

  • Neubau Gymnasium Pappelallee: Bau eines vierzügigen Gymnasiums. Das Gymnasium startet zunächst an einem Interimsstandort an der Esplanade als zwei- bis vierzügiges Gymnasium. Voraussichtlich ab Schuljahresbeginn 2027/2028 Fortführung des vierzügigen Gymnasiums am endgültigen Standort Pappelallee.
  • Umzug Gesamtschule Am Schloss vom Standort Esplanade an den Standort Jägerallee voraussichtlich Mitte 2022
  • Neubau Gesamtschule Waldstadt Süd: Gesamtschule mit 6/3 Zügen zum Schuljahr 2026/2027
  • Förderschule in der Waldstadt Süd: Für die bisherige Schule am Nuthetal wird am Standort Waldstadt Süd zum Schuljahr 2026/2027 ein Ersatzneubau geschaffen
  • Schulzentrum Krampnitz: Neubau einer Gesamtschule mit zweizügiger Primarstufe und Hort. Fertigstellung Mitte 2029 geplant.
  • Gymnasium am Schlaatz: Nach Umzug der Förderschule Schule am Nuthetal in den Neubau Waldstadt Süd wird der bisherige Standort „An der Alten Zauche 2 c“ zum Schuljahr 2028/2029 zu einem vierzügigen Gymnasium umgebaut.

Mit der Beschlussfassung zum Integrierten Kita- und Schulentwicklungpslan 2021 – 2026 können nun zwei zentrale Projekte der Schulinfrastruktur weiter vorangetrieben werden: zum einen am Standort Pappelallee, wo der Kommunale Immobilien Service (KIS) bereits alles für den Wettbewerb zur Planung und zum Bau des Gymnasiums vorbereitet hat, zum anderem am Standort Waldstadt Süd, wo der KIS nun ebenfalls das Wettbewerbsverfahren für eine Gesamtschule mit Turnhalle starten kann.

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