Potsdamer Wirtschaftsrat diskutiert Zukunft der Mobilität in der Landeshauptstadt

In seiner jüngsten turnusgemäßen Sommersitzung hat sich der Wirtschaftrat der Landeshauptstadt Potsdam mit dem Schwerpunktthema Mobilität und Verkehr befasst. Gemeinsam mit den geladenen Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung sowie mit Vertretern aus Wissenschaft und Forschung und der Stadtverwaltung diskutierten die Wirtschaftsratsmitglieder über Herausforderungen, aber auch über Potsdams besondere Potentiale für eine umweltgerechte Mobilität von Morgen unter den Bedingungen einer wachsenden Stadt. Die Sitzung fand am 22. Juni statt.

Dr. Steffen Kammradt, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg (WFBB) und seit 2015 Gründungsmitglied des Potsdamer Wirtschaftsrates, gab in einem einführenden Impulsvortrag einen Überblick über aktuelle zukunftsweisende Projekte in ganz Brandenburg. Zahlreiche Beispiele zeigen, dass sich das Bundesland insbesondere in der Elektromobilität sowie in neuen Technologien in den Feldern Automotive, Luft- und Schifffahrt sowie Schienenverkehr immer mehr als Vorreiter in Sachen Mobilität positioniert. Auch Potsdam spielt bei diesem Prozess eine wichtige Rolle: „Brandenburg erlebt gerade eine rasante Entwicklung zum neuen Zentrum der modernen Mobilität – und die Landeshauptstadt Potsdam ist mitten dabei. Mit innovativen Projekten wie der autonomen Straßenbahn, Drohnentests der Forschungseinrichtungen sowie profilierten Unternehmen der Verkehrstelematik hat Potsdam beste Voraussetzungen, zu einem spannenden Testfeld der Mobilitätswende zu werden. Herausforderungen für das Potsdamer Verkehrsmanagement können dadurch zu innovativen Anwendungsbeispielen und die Landeshauptstadt zu einer Smart Traffic City werden“, so Dr. Steffen Kammradt.

Über ein ganz konkretes Forschungsprojekt zu Smart Traffic City-Lösungen in der Landeshauptstadt Potsdam referierte Dipl.-Ing. Philip Michalk, Koordinator der Forschungsgruppe Verkehrslogistik an der Technischen Hochschule Wildau. Im Rahmen des vom BMBF geförderten interdisziplinären Mobilitätsprojekts MaaS L.A.B.S. („Mobility-as-a-Service-Plattform: Lebendig, Automatisiert, Bedarfs- und Sharing-orientiert“) testete die TH Wildau im Mai 2022 in Kooperation mit der ViP, der FH Potsdam, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, der IVU Traffic Technologies AG, Cottbusverkehr, ASEW, der Universität Siegen und der Getawy GmbH und der highQ Computerlösungen GmbH eine spezielle App, mit der verschiedene Mobilitätsangebote ganz einfach gebucht werden können, egal ob Potsdamer ÖPNV, Leihfahrrad, Sharing-Angebote oder Bedarfsverkehre. In Potsdam sind weitere Tests von Mobilitätsstationen durch die ViP zur physischen Verknüpfung zusätzlicher Mobilitätsangebote geplant.

Welche Strategien und Maßnahmen die Kommune für eine umweltgerechte Mobilität von morgen erarbeitet hat bzw. in den nächsten Jahren umsetzen wird, erläuterte Norman Niehoff, Bereichsleiter Bereich Verkehrsentwicklung der Landeshauptstadt Potsdam in einem abschließenden Vortrag. Im Mittelpunkt stehen hierbei Potsdams verkehrliche Leitprojekte: Die autofreie Innenstadt, die Umsetzung des Radverkehrskonzepts (2017) und die Pendlerkorridore, mit denen wiederum eine Vielzahl an Teilprojekten verbunden sind. Darüber hinaus gewinnen Mobilitätsstationen und -drehscheiben (bspw. Mobilitätsdrehscheibe Bahnhof Marquardt) als zentrale Knoten im Verkehrssystem eine wichtige strategische Bedeutung für die Potsdamer Verkehrsentwicklung. Zu den weiteren Maßnahmen der Landeshauptstadt gehört unter anderem auch die Entwicklung eines Regionalen Verkehrsmanagements.

In der gemeinsamen Diskussion begrüßt der Wirtschaftsrat, dass die Landeshauptstadt Potsdam mit einer modernen und ambitionierten Verkehrsplanung strategische Ziele definiert, Konzepte entwickelt und konkrete Maßnahmen umsetzt, um die erforderliche Mobilitätswende in den kommenden Jahren zu verwirklichen. Da Mobilität nicht nur soziale und gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht, sondern ebenso eine grundlegende Voraussetzung für die Teilhabe am Wirtschaftsleben ist, empfiehlt der Wirtschaftsrat, die spezifischen Bedarfe der Potsdamer Unternehmen und damit verbunden die besonderen Herausforderungen der städtischen Wirtschaftsverkehre auch in Zukunft bei allen verkehrspolitischen Überlegungen weiter zu berücksichtigen. Dazu erklärt Götz Friederich, Vorsitzender des Wirtschafsrates: „Die anhaltend positive wirtschaftliche Entwicklung Potsdams und des Potsdamer Umlands – über alle Krisen und Einschränkungen hinweg – bildet eine wesentliche Grundlage für eine gesunde Stadtentwicklung insgesamt. Wichtig hierbei ist, dass die Stadt – das heißt Verwaltung und Politik gemeinsam – im Hinblick auf die für diese positive Entwicklung erforderliche Verkehrsplanung alle Chancen und Möglichkeiten nutzt, um Potsdam hin zu einer „Smart Traffic City“ zu entwickeln. Im Namen des Wirtschaftsrates empfehle ich daher dringend, unter der Ausnutzung innovativer Mobilitätstechniken und digitaler Steuerungsmöglichkeiten optimale Rahmenbedingungen für bedarfsgerechte Verkehre insbesondere im Bereich des ÖPNV, der Pendlerverkehre, oder der Logistik zu schaffen.“

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