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Prignitzer feiern Freiheit im Fluss – 30 Jahre nach dem Mauerfall: Nachdenken, Erinnern und Feiern in Lütkenwisch

Mit „Freiheit im Fluss“ konnten sich am 9. November am Fähranleger in Lütkenwisch Hunderte von Menschen von links und rechts der Elbe sehr gut engagieren: nachdenkend, erinnernd und feiernd. In einer gemeinsamen Veranstaltung des Evangelischen Kirchenkreises Prignitz und des Landkreises Prignitz machten sie deutlich, wie der Fall der Mauer vor 30 Jahren ihr Leben in Ost wie in West entlang der Elbe grundsätzlich veränderte und prägte. „Wenn man mir prophezeit hätte, dass ich heute einmal Seite an Seite mit dem Lanzer Bürgermeister Hans Borchert stehen würde, dann hätte ich es nicht geglaubt“, meinte die Bürgermeisterin aus Schnackenburg, Irene Brade. Man könne stolz darauf sein, „was wir in 30 Jahren seit dem Mauerfall geleistet haben“.

Mit großer Symbolik überquerte das Bläserensemble aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg mit der Fähre die Elbe. Am Lütkenwischer Ufer erwartete sie eine unüberschaubare Menschenmenge mit einem Bläserensemble aus der Prignitz. Das gemeinsame Spiel auf ihren Instrumenten wurde immer harmonischer, bis die Fähre anlegte.

Beim sich anschließenden Gottesdienst mit Heilgard Asmus, Generalsuperintendentin in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, und Ralf Meister, Bischof der Hannoverschen Landeskirche, reichten die vorbereiteten Plätze im Festzelt bei weitem nicht aus. „Wir haben erlebt, dass Wunder geschehen können. Das sollten wir nicht vergessen, das beflügelt uns im Alltag“, sagte die Superintendentin des Prignitzer Kirchenkreises, Eva-Maria Menard.

Landrat Torsten Uhe würdigte das Engagement der Kirche bei der Herbeiführung der friedlichen Revolution vor 30 Jahren. Es sei eines der Vermächtnisse der Revolutionäre von 1989, dass die Politik wieder lernen müsse, zu den Leuten zu gehen und ihnen zuzuhören, sonst würden es andere machen auf ihre populistische Art und Weise, indem sie die Losungen und Ergebnisse von damals umdeuteten. „Und das fordert erneut eine Allianz friedliebender Bürger gemeinsam mit der Kirche und allen humanistischen Kräften unserer Gesellschaft heraus“, sagte er.

Ein Fest, wo so getanzt wird, habe sie lange nicht gesehen, freute sich Maria Nooke, Landesbeauftragte für die Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur. Freiheit im Fluss sei ein gutes Motto für unsere Gesellschaft, den Freiheit müsse immer wieder neue gestaltet werden, meinte sie.

Die Feier am Lütkenwischer Ufer formten die Menschen aus Ost und West gemeinsam. Am Programm wirkten die Löcknitztaler Musikanten, der Männergesangsverein aus Schnackenburg, der Frauenchor aus Lenzen und Lanz, die Gruppe Patchwork sowie die Jagdhornbläser aus Lanz und Gadow mit.

Zur Erinnerung an den Fall der Mauer stiftete die Sparkasse einen Prignitztaler, den die Gäste mit nach Hause nehmen durften. Viele spendeten für das Grenzlandmuseum Schnackenburg und die Gedenkstätte Friedrich Ludwig Jahn in Lanz.

Die Feierlichkeiten wurden durch viele Partner unterstützt. Dazu gehörten u.a. die Ortsgruppe Wittenberge des THW, das Amt Lenzen-Elbtalaue und die Feuerwehren der Gemeinde.

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