rbb-exklusiv: Irreführende Werbung mit Gesundheitsversprechen

Berlin (ots)

 

Viele Lebensmittel versprechen eine Extraportion Gesundheit dank besonderer Zutaten. Müsliriegel und Säfte werben etwa mit viel Eisen oder Vitaminen. Dahinter steckt jedoch oft mehr Marketing als tatsächlicher Nutzen.

Die Ernährungswissenschaftlerin Wiebke Franz von der darauf spezialisierten Verbraucherzentrale Hessen kritisiert das und warnt sogar: „Wer annimmt, unzureichend versorgt zu sein, sollte angereicherte Lebensmittel auf keinen Fall wahllos aufnehmen.“

Eine Stichprobe des rbb-Verbrauchermagazins SUPER.MARKT bei den Beratungshotlines der Lebensmittelhersteller zeigt: Callcenter-Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter sind oft nicht ausreichend informiert und geschult. Obwohl Firmen mit gesundheitsbezogenen Aussagen arbeiten, waren genaue Informationen zu Inhaltsstoffen und Wirkungsweisen bei keinem von ihnen zu bekommen.

So heißt es zum Beispiel auf Nachfrage zu einem Energizer-Riegel, der mit einem hohen „Eisen-Anteil im Produkt“ und dessen positiver Wirkung auf den Körper beworben wird, der Mineralstoff könne nicht überdosiert werden und werde über den Urin wieder ausgeschieden. Das ist jedoch falsch, bei der Ausscheidung von zu viel Eisen können wichtige Darmzellen geschädigt werden. Weitere Beispiele recherchiert das Fernsehmagazin SUPER.MARKT mit einem Orangensaft, bei dem Vitamin D überdosiert werden kann oder einem Trinkjoghurt, für dessen angeblich gesundheitsfördernde Wirkung keine wissenschaftlichen Belege offengelegt werden.

„Darüber sollte ein Mitarbeiter eines Herstellers in jedem Fall informieren können (…). Der Hersteller ist dafür verantwortlich, dass ich mich über seine Lebensmittel nicht schädige“, bemängelt die Verbraucherschützerin.

Die EU schreibt keine Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Lebensmitteln vor, doch sind diese nicht immer sinnvoll. Trotzdem versuchen Hersteller, ihr Produkt besonders gesund erscheinen zu lassen.

Weitere Informationen im rbb-Verbrauchermagazin SUPER.MARKT am Montag, den 1. November 2021, um 20.15 Uhr, oder anschließend in der Mediathek.

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