Regionalleitstelle Nordwest in Potsdam feiert 10-jähriges Jubiläum

Die Integrierte Regionalleitstelle Nordwest (IRLS) in der Holzmarktstraße bei der Berufsfeuerwehr Potsdam, feierte am 15. Dezember 2020, ihr zehnjähriges Bestehen. Am 15. Dezember 2010 nahm die Regionalleitstelle Nordwest ihren vollen Betrieb auf und koordiniert seitdem die Notrufe von über 520.000 Menschen aus den Landkreisen Havelland, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und der Landeshauptstadt Potsdam im Feuerwehr- und Rettungseinsatz sowie im Katastrophenfall. Die IRLS Nordwest alarmierte in den letzten 10 Jahren 82.400-mal die Feuerwehren und veranlasste 650.00 Einsätze des Rettungsdienstes. Diese wurden aus ca. 1.000.000 Notrufe und sonstige Hilfesuchen generiert.

„Mit Blick in die Vergangenheit weist die Regionalleitstelle stolze Zahlen auf. Gleichwohl wollen wir in die Zukunft schauen, denn wir wollen die technischen und personellen Herausforderungen meistern. Hierzu gehören die Verwendung vom modernen Notrufsystemen wie E-Call und die Notruf-App oder auch die App gesteuerte Alarmierung von Ersthelfern bei Herz-Kreislauf-Stillständen über das System KatRetter.“ – erklärt Brigitte Meier, die Beigeordnete für Ordnung, Sicherheit, Soziales und Gesundheit der Landeshauptstadt Potsdam, die zugleich Vorsitzende des Regionalleitstellenbeirates ist.

In den letzten Jahren haben die drei Landkreise und die Landeshauptstadt Potsdam mit teilweiser Förderung durch das Land Brandenburg ca. 5 Millionen Euro in eine moderne technische Infrastruktur investiert.

„Mit Blick auf das Gesamtsystem Regionalleitstelle im Land, haben wir in den letzten Jahren eine vertrauensvolle und transparente Partnerschaft mit unseren zu betreuenden Landkreisen gepflegt, sodass wir ein gutes Verhältnis aufgebaut haben. Die Feuerwehr Potsdam ist ein attraktiver Arbeitgeber für die Mitarbeitenden der Regionalleitstelle. Mit einem Dienstplanmodell was an die Bedürfnisse der Mitarbeitende orientiert ist, mit einem breiten Aus- und Fortbildungsangebot sowie einem im Aufbau befindlichen Qualitätsmanagement-System haben wir eine hohe Zufriedenheit unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich positiv auf die tägliche Arbeit auswirkt“, ergänzt Ralf Krawinkel als Fachbereichsleiter Feuerwehr.

Aktuell sind in der IRLS Nordwest 32 Disponenten, sechs Lagedienstführer sowie zwei Leitungskräfte und vier IT-Spezialisten beschäftigt. Zukünftig werden noch vier Disponenten und drei Dienstgruppenleiter ihren Dienst aufnehmen. Aus den damaligen Feuer- und Rettungsleitstellen der drei Landkreise und der Landeshauptstadt sind noch elf Mitarbeitende im Einsatz und stellen somit den Wissenstransfer auf die neuen Mitarbeitenden sicher, sodass die einzelnen Bedürfnisse der Landkreise gewahrt bleiben.

Potsdamer IRLS für 520.000 Menschen

Die in Potsdam beheimatete IRLS ist nach den Einwohnerzahlen die zweitgrößte Regionalleitstelle in Brandenburg. Die Potsdamer IRLS koordiniert die Hilfeersuchen von über 520.000 Menschen aus den Landkreisen Havelland, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und der Landeshauptstadt Potsdam im Feuerwehr- und Rettungseinsatz sowie im Katastrophenfall. Die IRLS kann dafür auf 333 Freiwillige Feuerwehren wovon 2 hauptamtlich besetzt sind, 1 Berufsfeuerwehr, 32 Rettungswachen mit 11 Notarztstandorten, dem Luftrettungszentrum Perleberg als Heimat des Rettungshubschrauber Christoph 39 und zahlreiche Einheiten des Wasserrettungsdienstes und des Katastrophenschutzes zugreifen.

Das Betreuungsgebiet der IRLS Nordwest ist sowohl ländlich wie auch urban geprägt. Das Gebiet umfasst eine Fläche von fast 6.5000 km² mit den Flüssen Havel und Elbe, mehreren großen Seen, circa 158 Kilometer der Bundesautobahnen 10, 19, 24 und 115. Es befinden sich kleinere Flugplätze, ehemalige militärische Objekte, Industrieanlagen sowie neun Krankenhäuser und eine Vielzahl von Seniorenheimen, betreute Wohnanlagen und Einrichtungen für behinderte Menschen sowie Reha Kliniken im Einzugsgebiet.

 

Alarmierung und Einsatzlenkung

Die Aufgaben der IRLS sind sehr vielfältig. So zählen zu den Aufgaben im Bereich des Rettungsdienstes die Alarmierung des Land- und Wasserrettungsdienstes, die Einsatzlenkung und –leitung sowie die Disposition des qualifizierten Krankentransportes. Im Bereich der Feuerwehr ist sie ebenfalls verantwortlich für die Alarmierung der Feuerwehren, die Einsatzbegleitung, sie dient als rückwärtige Führungseinrichtung, und gibt Fachauskünfte zu Gefahrgut, Wetter, Spezialgerät und ähnlichem. Vorher nimmt die Leitstelle die Notrufe und Hilfeersuchen entgegen und erarbeitet ein qualifiziertes Meldebild.

Erste Ausbaustufe bis heute

Die Regionalleitstelle „Nordwest“ ist bei der Berufsfeuerwehr der Landeshauptstadt Potsdam angesiedelt. Die erste Ausbaustufe wurde zunächst noch am alten Standort der Berufsfeuerwehr in der Breiten Straße am 31. Januar 2008 vom Landrat des Landkreises Havelland, Dr. Burkhard Schröder, vom Landrat des Landkreises Ostprignitz-Ruppin, Christian Gilde, vom Landrat des Landkreises Prignitz, Hans Lange und vom Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Potsdam, Jann Jakobs sowie von Frank Stolper, Referatsleiter im Innenministerium, in Betrieb genommen. In der ersten Ausbaustufe wurden in Potsdam die Leitstellen des Landkreises Havelland und der Stadt Potsdam zusammengefasst. Am 01. Dezember 2010 wurde, da schon in der Holzmarktstraße in Potsdam, der Betrieb für den Landkreis Ostprignitz-Ruppin übernommen und am 15. Dezember 2010 dann für den Landkreis Prignitz.

Grundlagen für die Bildung von Regionalleitstellen

Die Bildung von Regionalleitstellen geht auf das Brandenburgische Brand- und Katastrophenschutzgesetz aus dem Jahr 2004 zurück. Die brandenburgische Landesregierung hatte darin u. a. im §10 verankert, dass die kreisfreien Städte und Landkreise ihre bestehenden integrierten Leitstellen zur weiteren Verbesserung der Qualität der Einsatzentscheidung, der weiteren Optimierung der Wirtschaftlichkeit sowie zur Vorbereitung der Einführung neuer Funktechnik auf der Grundlage des Gesetzes über kommunale Gemeinschaftsarbeit im Land Brandenburg zu fünf Regionalleitstellen zusammenschließen. Vertreter der Landkreise und kreisfreien Städte hatten sich mit dem Innenministerium auf eine Neuordnung der Leitstellen für den Brand- und Katastrophenschutz verständigt. Sie sprachen sich mehrheitlich dafür aus, die Zahl der Leitstellen auf landesweit nur noch fünf zu verringern. Vorher gab es in Brandenburg noch 15 Leitstellen. Auf Grundlage der Regionalleitstellenverordnung (RLSV) des Landes Brandenburg vom 16. Mai 2007, musste der Zusammenschluss bis spätestens zum 31. Dezember 2010 mit Aufnahme der Arbeit als Regionalleitstelle abgeschlossen sein.

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