Rohrreiniger droht bei Dreharbeiten des rbb mit Gewalt – Verbraucherzentrale warnt vor bundesweiten Netzwerken

Berlin (ots)

Bei den Verbraucherzentralen häufen sich Beschwerden über Wucherpreise von Notfall-Rohrreinigern. Das rbb-Fernsehen hat Fälle recherchiert, in denen von Kunden völlig überhöhte Barzahlungen gefordert werden. Ordnungsgemäße Rechnungen werden nicht ausgestellt, die Opfer zum Bankautomaten „begleitet“. Ein Risiko für alle, die in einem Notfall nach Feierabend nicht den Installateur der Hausverwaltung erreichen und im Internet nach dem passenden Handwerker suchen.

Strafanzeigen bei der Polizei und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen meist ins Leere, weil die Betrüger aufgrund gefälschter websites nicht identifiziert werden können.

Annalena Marx von der Verbraucherzentrale Brandenburg bestätigt dem rbb, „dass im Bereich kriminelle Handwerker „Dienste“ in bundesweiten Strukturen vorherrschen. Das sind keine regionalen Dienste, das sind auch in der Regel auch nicht so halbseriöse Handwerker, die da noch eine Schippe drauflegen bei der Rechnung. Sondern das sind wirklich bundesweite Netzwerke.“

Das Verbrauchermagazin SUPER.MARKT schildert den Fall eines Juristen, der fast 1.000EUR für eine vierstündige Dienstleistung zahlen musste. Recherchen der Redaktion machen deutlich: Dahinter steckt offenbar System. Schon bei wenigen Stichproben mit versteckter Kamera wurden Rohrverstopfungen laut Einschätzung eines Experten unsachgemäß ausgeführt. Es kam nicht das richtige Werkzeug zum Einsatz und der Preis war mit 1.150EUR mehr als dreimal so hoch wie der eines seriösen Rohrreinigers, der nachts ausrückt. Mit den Vorwürfen der Redaktion konfrontiert, bedrohte ein angeblicher Handwerker das rbb-Team sogar vor offener Kamera: „Ich bin vom Remmo-Clan, wenn ihr wollt, dass hier die ganze Bude eingestürzt wird: kein Problem“. Im Anschluss wurden telefonisch weitere Drohungen ausgestoßen – mit dem Ziel, die Ausstrahlung des Beitrags im Verbrauchermagazin SUPER.MARKT zu verhindern.

Annalena Marx von der Verbraucherzentrale rät, sich das Impressum genauer anzusehen und darauf zu achten, dass bei einem Handwerker aus der Region auch eine passende Adresse angegeben ist. „Das Impressum ist auf jeden Fall ein, zwei Blicke wert. Und dann kommt es im weiteren Verlauf auch darauf an: Was mache ich ab mit dem Handwerker? Was vereinbare ich da? Da ist es wichtig, von Anfang an zu kommunizieren was das von Anfang an kostet. Und das auch vorher wissen möchte. Und dann eben auch vor Ort nur das zu bezahlen, was man da vereinbart hat.“

Die website des auf frischer Tat ertappten Betrügers ist inzwischen offline, die Adresse im Impressum stellt sich als gefälscht heraus. Verbraucher haben es schwer, im Internet eine Auflistung mit seriösen Handwerkerfirmen zu finden. Denn alle Versuche, Seiten mit seriös arbeitenden Firmen langfristig zu publizieren, werden von den aggressiv am Markt agierenden kriminellen Handwerkerfirmen torpediert.

Der komplette Beitrag im rbb-Verbrauchermagazin „SUPER.MARKT“ unter https://ots.de/kKWHR6

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