Rücksichtsvolles Verhalten in Schutzgebieten

Pfingstwochenende: Rücksichtsvolles Verhalten in Schutzgebieten

Landeshauptstadt appelliert an Erholungssuchende

Zum Pfingstwochenende wird es viele Menschen aus Potsdam und Umgebung zu sportlichen Aktivitäten und Spaziergängen hinaus in die Natur locken; auch infolge der noch bestehenden Corona-bedingten Einschränkungen. Jeder hat die Möglichkeit, das lange Wochenende und frühlingshafte Wetter zu nutzen, um an der frischen Luft die schöne und reizvolle Landschaft in Potsdam und Umgebung zu erkunden. Ausflugsziele und Möglichkeiten und gibt es viele – zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Öffentlichen Personennahverkehr.

„Besuchen Sie doch mal eines der vielen Potsdamer Naturdenkmale und entdecken Sie, vielleicht als Schnitzeljagd mit der ganzen Familie, welche Bäume oder geologische Schöpfungen von besonderem Wert sich in den Potsdamer Stadt- und Ortsteilen oder sogar in der eigenen Nachbarschaft befinden. Achten Sie bei Ihrem Besuch aber gleichzeitig darauf, dass Natur und Landschaft achtsam und respektvoll behandelt und hinterlassen werden.“, sagt Lars Schmäh, kommissarischer Leiter des Fachbereichs Klima, Umwelt und Grünflächen.

Die Schilder an den Naturdenkmalen sind mit einem QR-Code versehen, mit dem man auf die Internetseite der Landeshauptstadt Potsdam gelangt. Dort erhält man allgemeine Informationen zu den Naturdenkmalen, sowie Erläuterungen und konkrete Angaben zum Schutzzweck der einzelnen Objekte und den damit verbundenen Ge- und Verboten. Aber auch ohne den QR-Code kann man sich über die Potsdamer Naturdenkmale informieren. Die bereits bestehende interaktive Karte www.potsdam.de/naturdenkmale gibt Auskunft über die genaue Lage jedes Naturdenkmales und weitergehende Informationen zu den einzelnen Objekten.

Die Landeshauptstadt Potsdam ruft dabei alle Besucherinnen und Besucher von Schutzgebieten auf, sich gegenüber Tieren und Pflanzen schonend und rücksichtsvoll zu verhalten. Mehr als die Hälfte des Potsdamer Stadtgebietes ist Teil eines ausgewiesenen Schutzgebietes verschiedener Kategorien (Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete und europarechtlich geschützte Gebiete, sogenannte Natura 2000-Gebiete). In Abhängigkeit von dem jeweiligen Gebiet ergeben sich neben den allgemeinen Verhaltensregeln auch besondere Bestimmungen, die sich aus den entsprechenden Schutzgebietsverordnungen ableiten. Diese sollen helfen, den Zustand der Natur und die Artenvielfalt zu erhalten.

Beispielhaft für Verhaltensregeln in Schutzgebieten weist die Landeshauptstadt auf das im Norden von Potsdam zwischen Sacrow und Groß Glienicke gelegene Naturschutzgebiet „Sacrower See und Königswald“ hin, welches zu allen Jahreszeiten zahlreiche Besucher anzieht. Hier kann man auf circa acht Kilometer den See in herrlicher eiszeitlich geprägter Landschaft umrunden. Aufgrund der geringen Parkmöglichkeiten sollte die Anreise möglichst nicht mit dem Auto, sondern mit dem ÖPNV oder dem Fahrrad erfolgen.

Die Natur ist hier besonders schützenswert, weil der Sacrower See im Vergleich zu anderen Gewässern nur wenig nährstoffreich ist und zudem von weiteren geschützten Lebensräumen, vor allem von vielfältigen, alten Waldbeständen umgeben ist. Wegen der verhältnismäßig geringen Ausdehnung des Sees ist dieser sehr empfindlich und kann nur eine begrenzte Belastung unbeschadet vertragen. Gerade jetzt ist noch Brut- und Setzzeit in der Tierwelt und die Jung- und Elterntiere sollten nicht absichtlich gestört werden. Daher dürfen der Uferweg am Sacrower See nicht verlassen und der See generell nicht mit Wasserfahrzeugen jeglicher Art, wie Kajak, Stand-up-Paddle, Floß etc., befahren werden. Die Landeshauptstadt Potsdam bittet dringend darum, lediglich im Bereich der geduldeten Badezugänge an den See heranzutreten. Ein Badezugang befindet sich am östlichen Ufer in der Nähe der Ortslage Sacrow, ein weiterer am nördlichen Ufer bei Groß Glienicke. Aber auch hier gilt wie überall in einem Naturschutzgebiet, dass Campen, Lärmen und Feuermachen (Rauchen, Grillen, Lagerfeuer usw.) untersagt sind. Auf diese Bestimmungen muss hingewiesen werden, da das Schutzgebiet rund um den Sacrower See in den vergangenen heißen Jahren durch die vermehrten Besucherzahlen bereits starke Schäden zu verzeichnen hat. Gleiches gilt für viele andere Gewässer in Brandenburg.

Um für ein stärkeres Bewusstsein und eine höhere Akzeptanz für das Einhalten der Regelungen im Naturschutzgebiet „Sacrower See und Königswald“ zu sorgen, wurde im vergangenen Jahr die Beschilderung mit den entsprechenden Hinweisen verbessert (mehr als 80 Schutzgebietsschilder sowie fast ebenso viele Zusatzschilder). Eine in Kürze vorgesehene Ergänzung durch etwa 45 Piktogramm-Schilder wird die Verständlichkeit weiter wesentlich verbessern.

Es sollte darüber hinaus selbstverständlich sein, dass unabhängig vom Schutzstatus sorgfältig mit allen Grünflächen, der Natur und Landschaft im Potsdamer Stadtgebiet umgegangen wird.  Vermehrt sammelt sich Müll, der oft einfach achtlos liegengelassen wird oder die Papierkörbe zum Überlaufen bringt. „Bei schönem Wetter zieht es viele Menschen nach draußen. Das ist auch wünschenswert! Wir appellieren jedoch an die Verantwortung eines jeden Ausflüglers und Erholungssuchenden, den Abfall nicht liegen zu lassen oder in eventuell schon überfüllten Papierkörben zu entsorgen. Stattdessen sollte jeder seinen Abfall, wenn möglich, wieder mitnehmen und im Trennsystem zu Hause entsorgen oder einige Meter bis zum nächsten freien Papierkorb gehen. Denn auch Krähen, Ratten, Spatzen oder Waschbären verteilen die vom Menschen zurückgelassen Abfälle – gerade wenn sie neben Abfallbehälter gestellt, in volle Mülleimer gequetscht oder einfach weggeworfen werden“, so Schmäh weiter.

Informationen zu den Schutzgebieten: www.potsdam.de/kategorie/schutzgebiete.

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