Schutz für unsere Vögel – Maßnahmen gegen Vogelschlag an Glasfassaden

Der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt, Bernd Rubelt, hat sich mit Vertretern des Naturschutzbundes (NABU Potsdam) getroffen, um sich zur Gefährdungslage für Vögel durch Glasfassaden und Glaselemente am Bau auszutauschen und Schritte für mehr Vogelschutz zu verabreden.

Dass Handlungsbedarf für mehr Schutz für Vögel in der Stadt besteht, zeigen die Ergebnisse einer Glaskartierungsaktion der Fachgruppe Ornithologie des NABU Potsdam aus dem Jahr 2020. In Begleitung des Vorstandsvorsitzenden des NABU Potsdam, Albrecht Bechmann, überreichten Vertreter der Projektgruppe dem Bau- und Umweltbeigeordneten hierzu kartografisch ausgewertete Daten. Rubelt bedankte sich für das enorme ehrenamtliche Engagement: „Die überreichte Studie mit den ermittelten Handlungsbedarfen stellt eine wichtige artenschutzfachliche Arbeit dar und ist äußerst hilfreich bei unseren Bestrebungen für einen wirksameren Vogelschutz in Potsdam“. Die Studie des NABU hatte für den Raum Potsdam 226 von 348 als potentiell gefährdend erkannten Bauten mit dem Gesamtrisiko „hoch“ bewertet – das heißt rund 65 Prozent aller erfassten Objekte. Zu diesen zählen öffentliche Bauwerke wie Schulen und Verwaltungsgebäude ebenso wie viele Fahrgastunterstände des öffentlichen Nahverkehrs.

Im gemeinsamen Gespräch ging es darum, Strategien der Stadt für eine sinnvolle Vorreiterrolle hinsichtlich nachträglicher Vermeidung sowie bauordnungsrechtlicher Prophylaxe zu entwickeln.

Weitergehende Fachgespräche mit Akteuren in der Verwaltung und in städtischen Unternehmen wurden verabredet. Darüber hinaus soll eine größere Aufmerksamkeit für den Vogelschutz in der Potsdamer Bevölkerung und bei Immobilieneigentümern erzielt werden. Neben Privatbauten sind insbesondere auch viele private Bürogebäude und öffentliche Sonderbauten von der Problematik betroffen.

„Wenn es gelingen kann, hier im Einklang mit dem architektonischen Gestaltungswillen zusätzlich vorbildhafte Lösungen einer Gefahrenminimierung zu realisieren, wäre dies ein toller Erfolg für den Natur- und Artenschutz“, befindet der NABU Potsdam. „In enger Zusammenarbeit mit dem NABU möchten wir die Wahrnehmung für ein wichtiges Thema des Artenschutzes stärken und eine sensiblere Planung von Fassaden fördern“, betont Bernd Rubelt.

Ziel ist es, das Anprallrisiko der Flächen zu senken. Dies gelingt am besten, indem bereits während der Planung Schutzmaßnahmen berücksichtigt werden. Neben einer bewussten Objektgestaltung, die Glas sparsam und eher kleinflächig einsetzt, gibt es die Möglichkeit, größere Glasflächen mit Markierungen auszustatten. Die Glasindustrie stellt inzwischen auch schon spezielle Vogelschutzgläser bereit, die ohne Markierungen auskommen und ihre Wirksamkeit durch spezielle Glaseigenschaften erzielen. Bestandsobjekte mit großen Glasfassaden oder Fensterflächen können über Folienklebung nachgerüstet werden. Welche Muster wie und in welchen Abständen am besten wirken, ist in zahlrechen Versuchen bereits gut erforscht worden. Für Interessierte stellen Vogelschutzwarten die Ergebnisse neben zahlreichen Beispielen kostenfrei im Internet zur Verfügung unter http://www.vogelschutzwarten.de/glasanflug.htm.

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