Skulpturenschmuck auf den Ringerkolonnaden

Landeshauptstadt dankt privaten Stiftern in der Denkmalpflege

Heute kehrt weiterer Skulpturenschmuck der Ringerkolonnade in Potsdam an seinen historischen Platz zurück. Die berühmten Bildhauerwerke der Kolonnade, die Ringerpaare und die Putten und Vasen warteten bislang bei einer Fachfirma für Denkmalpflege in Potsdam-Babelsberg auf ihre Rückkehr.

„Auf den Tag genau vor fünf Jahren konnten wir die Aufstellung der Ringerkolonnade an ihrem jetzigen Standort feierlich begehen. Daher freut es mich sehr, dass wir heute auch einen weiteren wichtigen Schritt zur Vervollständigung des historischen Ensembles erleben können. Mit dem Aufsetzen der Puttenpaare und Vasen ist der obere Teil der Kolonnade fertiggestellt. Mein Dank gilt der selbständigen Jürg und Elisabeth Schacher-Stiftung und der treuhänderischen Pietschker-Neese-Stiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), die dies ermöglicht haben“, sagt der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt, Bernd Rubelt.

Durch die privaten Stifter wurden für die Restaurierungsarbeiten 95 000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Landeshauptstadt übernahm, wie schon beim ersten Bauabschnitt die Planungs- und Durchführungskosten in Höhe von insgesamt 21 000 Euro. Beide Stiftungen unterstützten bereits 2018 den ersten Bauabschnitt mit 45 000 Euro. Im September 2021 sollen zwei weitere Skulpturen eingesetzt werden.

Die ehemalige Ringerkolonnade zwischen Stadtschloss und Marstall ließ Friedrich der Große von 1744 bis 1746 errichten. Der König wollte damit den von seinem Vater Friedrich Wilhelm I. zum Exerzierplatz umgewandelten Lustgarten aufwerten und repräsentativ abschließen. Als Baumeister ließ Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff die Kolonnade in korinthischer Ordnung herstellen und repräsentativ mit Putten, Vasen und den berühmten Ringern schmücken. Die Kämpfer wurden in bildhauerisch so hoher Qualität hergestellt, dass die Kolonnade geradezu zu Kulisse, Rahmen und Bühne für die berühmten Bildhauerwerke wurde. Licht und Gegenlicht verschaffen den Skulpturengruppen einen außergewöhnlichen Reiz.

Die Kolonnade am äußeren Rand des Lustgartens ermöglicht zugleich spannungsreiche Sichtachsen und Durchblicke in den Stadtraum und den repräsentativen, das Schloss umgebenden Bürgerhäusern. Diese Blickachsen und Sichtbeziehungen im Grenzraum zwischen königlichem Schlossbezirk und bürgerlicher Residenzstadt schuf die gestalterische Einheit zwischen den beiden unterschiedlichen Stadträumen. Friedrich der Große führte seit Beginn seiner Herrschaft 1740 die bürgerliche Stadt und den zentralen Stadtschlossbezirk gezielt zu einer repräsentativen Residenzstadt zusammen. Die Ringerkolonnade wurde beim Abriss des Schlosses an einen unpassenden Ort versetzt. Beim „Wiederaufbau“ des Stadtschlosses kehrte dann bereits ein Teil der Kolonnade an den historischen Standort zurück.

Zur Vervollständigung der Ringerkolonnade fehlen dann nur noch die zwei Ringerpaare. Spenden und Zustiftungen zur Realisierung des letzten Schrittes an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sind möglich: DSD-Pietschker-Neese-Stiftung, IBAN: DE64 3708 0040 0264 8180 10, DRESDEFF370.

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