Sozialministerin Nonnemacher: Menschen mit Demenz an ihrem Lebensort unterstützen

  1. Fachtag des Kompetenzzentrums Demenz

Das Kompetenzzentrum Demenz für das Land Brandenburg veranstaltet am 9. Juni virtuell seinen 6. Fachtag. Im Fokus steht die Bedeutung des Sozialraums für ein gutes Leben mit Demenz. Eine Frage dabei: Wie müssen Sozialräume in einer Kommune gestaltet werden, dass ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben möglich ist? Die Veranstaltung mit rund 100 Teilnehmenden eröffnete Sozialministerin Ursula Nonnemacher. „Demenz ist eine gesellschaftliche Herausforderung, der wir uns in Brandenburg seit vielen Jahren mit guten Ideen und niedrigschwelligen Angeboten stellen. Entscheidend ist, Menschen mit Demenz unmittelbar an ihrem Lebensort zu unterstützen. Mit unserem Pakt für Pflege werden wir die Lebenssituation auch von Menschen mit Demenz weiter verbessern. Gleichzeitig brauchen wir eine größere gesellschaftliche Akzeptanz für Menschen mit Demenz“, so Nonnemacher.

Im Land Brandenburg leben rund 68.000 Menschen mit einer demenziellen Erkrankung. Aufgrund der demografischen Entwicklung und der steigenden Lebenserwartung wird deren Anzahl in den kommenden Jahren weiter steigen. Nach einer vorliegenden Projektion werden im Jahr 2030 etwa 72.000 Menschen mit Demenz in Brandenburg leben.

Ministerin Nonnemacher: „Angehörige und Betroffene wünschen sich bei der Alltagsbewältigung Angebote in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld. Das können zum Beispiel funktionierende Nachbarschaften, Bewegungsangebote vor der Haustür und verlässliche Unterstützung in der eigenen Häuslichkeit sein. Insofern freue ich mich, dass der diesjährige Fachtag des Kompetenzzentrums Demenz thematisch unmittelbar daran anknüpft und sich der Bedeutung des Sozialraums für ein gutes Leben mit Demenz widmet. Herzstück in unserem Pakt für Pflege ist das Förderprogramm ‚Pflege vor Ort‘. Damit werden wir Maßnahmen vor Ort in den Kommunen stärken und ausbauen. Ziel ist die Unterstützung der Pflege in der eigenen Häuslichkeit durch Gestaltung alterns- und pflegegerechter Sozialräume.“

Das Kompetenzzentrum Demenz hat seine Arbeit in Trägerschaft der Alzheimer Gesellschaft Brandenburg e.V. im Januar 2016 aufgenommen und wird im Rahmen des Pakts für Pflege vom Sozialministerium und den Verbänden der Pflegekassen sowie dem Verband der privaten Krankenversicherung im Land Brandenburg gefördert. Es soll mit seinen Aktivitäten dazu beitragen, die Lebenssituation der an den unterschiedlichsten Formen von Demenz erkrankten Menschen und von deren Angehörigen im Land Brandenburg zu verbessern.

Sonja Köpf, Leiterin des Kompetenzzentrums Demenz: „Gewohnt und gelebt wird vor Ort. Genau dort braucht es aufmerksame und aufgeklärte Menschen, die dazu beitragen, dass Menschen mit kognitiven Einschränkungen den Alltag selbstbestimmt leben können. Und die, wenn nötig, Brücken in die Beratungs- und Versorgungsstrukturen bauen. Unser Fachtag rückt gute Beispiele aus Brandenburg in den Mittelpunkt, die gerne nachgeahmt werden können.“

Das Input-Referat des heutigen Fachtages hält Prof. Dr. Thomas Klie, Professor für öffentliches Recht und Verwaltungswissenschaft an der Evangelischen Hochschule Freiburg, Gerontologe, Sozialexperte und Mitherausgeber des Buches „DEMENSCH. Für einen menschenfreundlichen Umgang mit Demenz“, zum Thema „Ein gutes Leben für Menschen mit Demenz und deren Angehörige – Anforderungen an den Sozialraum und Herausforderungen in der Beratung“.

Internet: https://demenz-brandenburg.de/

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