Sozialministerin Nonnemacher: Teilhabe und Interessen lesbischer und alleinlebender Frauen im Blick

Altersarmut und Wohnperspektiven: Wie die Teilhabe lesbischer und alleinlebender Frauen* an der Wohnraumgestaltung und Stadtentwicklung verbessert werden kann, steht heute im Fokus des Fachtags „Gut (lesbisch) leben und wohnen“ in Potsdam. Veranstalterin ist der Dachverband Lesben und Alter e.V., Sozialministerin Ursula Nonnemacher hat die Schirmfrauschaft übernommen. Das Sozialministerium förderte diesen Fachtag sowie einen im Rahmen der Brandenburger Frauenwoche stattgefundene „Workshop lesbenrespektierende Pflege“ mit insgesamt rund 10.000 Euro aus Lottomitteln.

Sozialministerin Nonnemacher sagte zur Eröffnung des Fachtags: „Frauen* verdienen im Durchschnitt nicht nur weniger als Männer*, sondern bekommen im Alter auch weniger Rente. Für viele ist der Eintritt in den Ruhestand somit weniger mit Erleichterung und Vorfreude, sondern vielmehr mit Fragen und zum Teil auch mit Existenzsorgen verbunden. Das betrifft lesbische und alleinlebende Frauen* oft mit am stärksten. Trotz vieler Erfolge in den vergangenen Jahrzenten blieben lesbische Frauen* wie auch schwule Männer* lange von staatlichen Versorgungsleistungen wie zum Beispiel der Witwenrente und dem Ehegattensplitting ausgeschlossen. Strukturell benachteiligende Faktoren machen es vor allem für ältere, lesbische und alleinstehende Frauen* wahrscheinlicher, von Altersarmut betroffen zu sein und stellen sie – neben möglichen Diskriminierungserfahrungen – vor weitere Herausforderungen.

Deshalb ist es wichtig, dass wir ihre Interessen und Bedarfe besonders im Blick haben. Diese Themenkomplexe beinhalten nicht nur die allgemeinen Herausforderungen im Alter, die per se schon die Teilhabemöglichkeiten von Älteren begrenzen. Vielmehr geht es um Themen wie Würde und Selbstbestimmung, Alter und Pflege sowie die Konzeption und Umsetzung von innovativen und auch bezahlbaren Wohnformen.“

Der heutige Fachtag (25. Oktober 2021, 10 bis 16 Uhr, Treffpunkt Freizeit, Potsdam) begann mit Vorträgen über Altersarmut bei Frauen* sowie gleichgeschlechtlich liebende Frauen* im Alter, Intersektionalität, Lebenslagen und Antidiskriminierungsempfehlungen. Es folgten Workshops zur Verbesserung der Sichtbarkeit und der gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe älterer lesbischer Frauen*, zur Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt sowie zur Genderanalyse des Potsdamer Wohnungswesens. Den Abschluss bildete eine Talkrunde zum Thema „Teilhabe lesbischer und alleinlebender Frauen an der Wohnraumgestaltung und Stadtentwicklung – wie lässt sich dieses Ziel erreichen? Utopie oder realistisches Ziel?“, an der unter anderem Manuela Dörnenburg, Landesbeauftragte für die Gleichstellung von Frauen und Männern des Landes Brandenburg, teilnahm.

Internet: https://www.lesbenundalter.de/fachtag-wohnen-2021/

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