Stadt Beelitz wird Mitglied im Förderverein Seddiner See

Die Stadt Beelitz will sich an der Rettung des Seddiner Sees beteiligen – und wird Mitglied im neu gegründeten gleichnamigen Förderverein. Einen entsprechenden Beschluss dazu haben Hauptausschuss und Stadtverordnetenversammlung in dieser Woche einstimmig gefasst.

„Ich glaube, dass dieser Förderverein viel bewegen kann – und dass wir als Stadt uns gut einbringen und auch Bindeglied zwischen den ehrenamtlich Aktiven vor Ort und übergeordneten Stellen sein können“, erklärte Bürgermeister Bernhard Knuth, der diesen Schritt angestoßen hat. Nicht zuletzt weil Beelitz und die Gemeinde Seddiner See beide den Zweckverband „Nieplitz“ tragen, dem gegen die weitere Austrocknung des Gewässers eine Schlüsselrolle zukommen könnte, sei dieser Schritt sinnvoll.

Der Große Seddiner See ist in den letzten Jahren immer weiter geschrumpft, die Uferkannte an manchen Stellen schon bis zu 50 Meter zurückgewichen. Auch um die anderen Gewässer in diesem Bereich, den Kähnsdorfer See, den Teufelssee und den Lienewitzseen ist es nicht zum Besten bestellt. Der Förderverein, der von Bürgern der Nachbargemeinde gegründet wurde, will die Seen als Teil der Nuthe-Nieplitz-Niederung vor dem Verlanden retten und neben der Initiierung und Unterstützung von Forschungsarbeiten und konkreten Projekten auch den naturnahen und ökologischen Tourismus vorabringen.

Bereits vor über zehn Jahren hatte es die Idee gegeben, den Seddiner See mit Wasser aus der Nieplitz aufzufüllen. Diese wurde aber aufgrund des hohen Aufwandes – so hätten Rohrleitungen über die knapp zehn Kilometer Entfernung verlegt werden müssen – und aufgrund der noch nicht abschätzbaren Folgen für das Beelitzer Flüsschen verworfen worden.

Die Beelitzer Stadtverordneten begrüßten den Antrag des Rathauses. „Viele Bürger auch bei uns nehmen wahr, wie sich die Gewässer entwickeln und sind sehr betroffen“, sagte zum Beispiel Petra Rimböck (Fraktion GfB/SPD). Grünen-Abgeordneter Jens Albrecht sah das ebenso: „Man kann beobachten, wie zum Beispiel der Kähnsdorfer See immer weiter verschwindet. Es ist toll, wenn die Kommunen sich da engagieren.“

Der Förderverein Seddiner See wartet derzeit auf die Eintragung ins Vereinsregister und auf die Anerkennung der Gemeinnützigkeit. „Wir freuen uns sehr, dass wir auch die Stadt Beelitz als Kommune mit ins Boot holen können“, so Initiator Jürgen Wagler aus der Gemeinde Seddiner See, „und wenn dann so ein eindeutiges Votum dahinter steht, ist es noch besser. Es zeige auch, dass das Problembewusstsein über die Gemeindegrenzen hinausgeht.“

Neben einem Vorstand und der Mitgliederversammlung wird es auch einen wissenschaftlichen Beirat geben, der mit entsprechender Expertise Vorschläge zur Weiterführung und –entwicklung der bereits angewandten Gewässerökologie und generell dem Schutz der Gewässer erarbeiten soll. Mitglieder können neben Einzelpersonen auch juristische Personen werden. Deren Mitgliedsbeitrag beläuft sich im Jahr auf 250 Euro.

„Ich freue mich darauf, dass ich als Bürgermeister der Stadt Beelitz mit meinem Amtskollegen aus der Gemeinde Seddiner See nun einen Beitrag dazu leisten kann, dass der Seddiner und auch die anderen Seen in der Umgebung eine echte Chance bekommen und uns sowie den nächsten Generationen erhalten bleiben“, so Bernhard Knuth.

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