Staffelstabübergabe: Vorsitz der ArgeLandentwicklung wechselt von Brandenburg nach Schleswig-Holstein

Neuhardenberg – In der heutigen 56. Plenumssitzung der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Nachhaltige Landentwicklung (ArgeLandentwicklung) hat das Land Brandenburg in Neuhardenberg in einem symbolischen Festakt den Vorsitz der ArgeLandentwicklung an das Land Schleswig-Holstein übergeben. Damit wird Schleswig-Holstein den Vorsitz ab dem 1. Januar 2023 für drei Jahre übernehmen.

Seit 2020 hat Brandenburg den Vorsitz der ArgeLandentwicklung, den das Land damals von Sachsen-Anhalt übernommen hatte, inne. Herausragend in dieser Zeit war die gemeinsame Erarbeitung der „Land.Perspektiven 2030“. Damit wurde ein gemeinsames Grundsatzpapier für die integrierte ländliche Entwicklung geschaffen. Der Fokus liegt auf der Gestaltung gleichwertiger Lebensverhältnisse für die Menschen in den Dörfern, Gemeinden und kleinen Städten in den ländlichen Räumen. Die „Land.Perspektiven 2030“ formulieren bedeutsame mittelfristige Ziele der integrierten ländlichen Entwicklung – unter anderem für Fragen der Mobilität, der interkommunalen Zusammenarbeit, der ländlichen Grundversorgung, der Steigerung der Wirtschaftskraft sowie der nachhaltigen und klimaschonenden Landnutzung. Daraus abgeleitet geben die „Land.Perspektiven.2030“ wichtige Impulse zur Weiterentwicklung der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK)“ als wichtigstes nationale Förderinstrument zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in den ländlichen Regionen.

Ein weiterer wichtiger Baustein in der Arbeit der ArgeLandentwicklung unter dem Vorsitz Brandenburgs bildete die Neufassung der „Leitlinien Landentwicklung“, die nach zehn Jahren grundlegend überarbeitet wurden. Sie bilden die Grundlage für die weitere Arbeit der Arbeitsgemeinschaft und berücksichtigen aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und Herausforderungen, wie das Ermöglichen von Teilhabe, die Chancen der Digitalisierung für den ländlichen Raum sowie Maßnahmen für den Klimaschutz. Die neu gefassten „Leitlinien Landentwicklung“ geben den Mitgliedern der ArgeLandentwicklung und den weiteren Akteuren der ländlichen Entwicklung damit einen Orientierungsrahmen zur nachhaltigen Entwicklung der ländlichen Räume.

„Ich freue mich, dass unter dem Vorsitz des Landes Brandenburg einiges geschafft wurde. Das gemeinsame Grundsatzpapier für die Weiterentwicklung der GAK wurde mittlerweile von der Agrarministerkonferenz beschlossen. Die in den Leitlinien formulierten acht Leitsätze verdeutlichen zudem, dass ländliche Räume Zukunftsräume mit großen Entwicklungsmöglichkeiten sind, die es zu nutzen gilt“, so Brandenburgs Landwirtschaftsminister Axel Vogel. „Diese erfolgreiche Arbeit wird nun unter dem Vorsitz Schleswig-Holsteins fortgesetzt. Wir wünschen Schleswig-Holstein deshalb weiterhin gutes Gelingen und eine erfolgreiche Zusammenarbeit für die Zeit als Vorsitzland der ArgeLandentwicklung.“

Das Land Schleswig-Holstein wird seinen Fokus in den kommenden drei Jahren auf den Nachhaltigkeitsaspekt legen. „Wir wollen herausarbeiten, welchen Beitrag die Landentwicklung zur Unterstützung des Transformationsprozesses hin zu Klimaneutralität im ländlichen Raum leisten kann“, sagte Anne Benett-Sturies, Staatssekretärin des Ministeriums für Landwirtschaft, Ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz bei der Staffelstabübergabe. Es geht darum Perspektiven für die ländlichen Räume unter den sich deutlich verändernden Rahmenbedingungen zu entwickeln. „Ländliche Regionen stehen vor großen Zukunftsaufgaben: ein zentrales Thema ist dabei auch der Klimawandel. Klimaschutzmaßnahmen bieten häufig vielseitige Synergieeffekte und Entwicklungspotenziale für ländliche Gebiete – wie beispielsweise in den Bereichen einer klimafreundlichen Mobilitätssicherung, der Strom- und Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien oder einer nachhaltigen Landwirtschaft. Ich freue mich daher sehr, dieses Schwerpunktthema mit der ARGE Nachhaltige Landentwicklung weiterzuentwickeln. Denn nur gemeinsam können wir einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der ländlichen Räume leisten“, so Benett-Sturies.

ArgeLandentwicklung

Mit der Zielsetzung, gemeinsam die Zukunft im ländlichen Raum gestalten, wurde vor mehr als 40 Jahren die ArgeLandentwicklung nach einem Beschluss der Agrarministerkonferenz gegründet. Das Gremium ist eine der Agrarministerkonferenz (AMK) beziehungsweise deren Amtschefkonferenz (ACK) zugeordnete Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft.

Die Arbeitsgemeinschaft hat die Aufgabe, die Instrumente der Landentwicklung fortzuentwickeln und neuen aktuellen Bedürfnissen anzupassen. Außerdem werden durch die Arbeitsgemeinschaft auch Empfehlungen für die Vorbereitung, Planung und Durchführung von Vorhaben der Landentwicklung erarbeitet.

Grundlage für die Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft sind die von ihr aufgestellten „Leitlinien

Landentwicklung – Zukunft im ländlichen Raum gemeinsam gestalten“.

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