#Stahnsdorf: Außen rum statt mittendurch – Ortsumfahrung ist fertiggestellt

Verkehr wird am 30. April 2020 auf kompletter Trassenlänge von 3,5 Kilometern freigegeben /
1 ½ Jahre Bauzeit / Gesamtinvestition für Landesbauwerk in Höhe von 12,5 Millionen Euro
Vor allem die Bewohner der Siedlungen entlang des Güterfelder Damms als auch der Sputendorfer
Straße werden es positiv bemerken: Die Ortsumfahrung L 77 n entfaltet als Kernstück der innerörtlichen
Verkehrsberuhigung für Stahnsdorf ab sofort ihre volle Wirkung.
Zeitgleich zur Eröffnung der Biomalzspange am 13. Dezember 2019 wurde der Abschnitt Grüner Weg
bis Quermathe für den Verkehr freigegeben. Am 30. April 2020 folgt nun die Freigabe des restlichen
Abschnitt Quermathe bis Marggraffshof, und zwar aufgrund der SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung
ohne feierliche Eröffnung. Am 29. April 2020 nahm der Landesbetrieb Straßenwesen (LS) als
Baulastträger die Maßnahme bautechnisch ab. Größere Mängel, die eine Verkehrsfreigabe verzögert
hätten, wurden dabei nicht festgestellt.
Die 3,5 Kilometer lange Trasse der Ortsumfahrung beginnt an der Ruhlsdorfer Straße auf Höhe Fit 2000.
Von dort verläuft sie in südöstlicher Richtung, quert die S-Bahn-Freihaltetrasse und verläuft westlich des
Grünen Wegs bis an die Südspitze des Gewerbegebiets „Quermathe/ Grüner Weg“. Danach schwenkt
die Trasse vom Grünen Weg ab und verläuft in südliche Richtung bis zur Landesstraße 40 (L 40), die
Potsdam mit dem Flughafen BER verbindet. Die L 77 n ist mit der L 40 über einen planfreien Knoten
westlich von Marggraffshof verknüpft.
Seit Ende November 2018 wurden fünf Kreisverkehre (Quermathe, Enzianweg, Gladiolenweg/Green
Park, Knotenpunkt L 40 und Südrampe), gemeinsame Geh-/Radwege sowie neu errichtete
Wirtschaftswege, Erdwälle, Wildschutzzäune und Wartehallen für Busfahrgäste errichtet. Die
Fertigstellung verzögerte sich aufgrund von technischem Klärungsbedarf des LS mit einem
Wasserversorger um fünf Monate.

Investitionen in Höhe von geschätzten 12,5 Millionen Euro flossen in das Projekt. Den Löwenanteil von
mehr als 95 Prozent stemmt das Land Brandenburg, für innerörtliche Geh-/Radwege und Beleuchtung
bezahlt die Gemeinde Stahnsdorf anteilig rund 500.000 Euro.
„Ich bedanke mich bei den bauausführenden Firmen für die rasche Umsetzung und bei unseren
Gewerbetreibenden für die bewiesene Geduld, insbesondere während der Sperrung der Ruhlsdorfer
Straße. Die ortsansässigen Firmen profitieren nun von einer schnellen Anbindung an die Autobahnen
und Schnellstraßen in Richtung Berlin, Potsdam und den Flughafen BER, aber auch ins benachbarte
Gewerbegebiet Teltow“, sagt Bürgermeister Bernd Albers. Die Entlastungsfunktion der Straße werde
sich bereits kurzfristig zeigen und langfristig den Wohn- und Wirtschaftsstandort noch attraktiver
machen, ist er sich sicher.
Was sonst noch wichtig zu wissen wäre:
• Im dritten Quartal 2020 soll auch der Gladiolenweg an den Kreisverkehr auf Höhe Green Park angebunden
werden. Aktuell hat die Gemeinde dort bereits mehr als 300 Meter Regenwasserkanal verlegen lassen. Im
Sommer folgt der Straßenbau auf gut 700 Metern Länge von der Schreyerstraße zur L 77 n.
• Die Ruhlsdorfer Straße fungierte vor dem Bau der jetzigen Ortsumfahrung als Durchfahrt von den
Gewerbegebieten zum Stahnsdorfer Hof. Sie ist nun von der Quermathe kommend als Sackgasse
beschildert. Ein Wendehammer befindet sich auf Höhe der Zufahrt zu den Betriebshöfen der Firmen Ruwe
GmbH und Junge Stahl GmbH.
• Die Fertigstellung der Ortsumfahrung L 77 n hat neben einer nachhaltigen Lärmminderung im Ortskern
weitere Auswirkungen auf die Zukunft. So erfolgt im Sommer 2020 eine Rückstufung der alten
Landesstraße L 77 (Stahnsdorfer Chaussee – Güterfelder Damm – Lindenstraße) zur Gemeindestraße.
Dort wird es mittelfristig zu baulichen Maßnahmen kommen, um der Straße auch das Antlitz einer
Gemeindestraße zu geben.
• Außerdem wird der Landesbetrieb Straßenwesen in absehbarer Zeit die Arbeiten für die Erneuerung der
Ortsdurchfahrt Ruhlsdorf (L 794) fortsetzen, für welche eine Fertigstellung der L 77 n als offizielle
Umleitungsstrecke zentrale Bedingung war.
• Voraussichtlich 2022 – im Jahr nach der Fertigstellung des Ersatzneubaus für die Rammrathbrücke in
Teltow – wird der Landesbetrieb Straßenwesen den rund 300 Meter langen „Altabschnitt“ der L 77 n
sanieren. Dabei handelt es sich um den Bereich der Ruhlsdorfer Straße, vom Stahnsdorfer Hof ostwärts
leicht bergauf führend bis zum Grünen Weg (Fit 2000). Er ist während der Zeit der Bauarbeiten an der
Rammrathbrücke Teil des Umleitungsstrecke.

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