#Stahnsdorf: Vollbracht! Der Stahnsdorfer Hof liegt nun in Stahnsdorf

Gemeindeverwaltung vollzog Mitte Dezember 2020 den seit Jahren geplanten Gebietstausch
mit der Nachbarkommune Kleinmachnow – an der Kreuzung herrschen nun klare Verhältnisse
Stahnsdorf ist seit Mitte Dezember 2020 um zwei Einwohner reicher und zwei Quadratmeter
Fläche ärmer, denn rund um den Stahnsdorfer Hof wurden Eigentumsverhältnisse zwischen
den Gemeinden Kleinmachnow und Stahnsdorf neu sortiert.
Nach Abschluss aller notwendigen Formalitäten – darunter Beschlüsse beider
Gemeindevertretungen, aber auch Genehmigungen des Landkreises und des
Innenministeriums – wurden auf der Grundlage eines Gebietsänderungsvertrags insgesamt
9.192 Quadratmeter der Gemeinde Stahnsdorf gegen 9.190 Quadratmeter der Gemeinde
Kleinmachnow getauscht.
Bereits 2012 begannen die Planungen für die Flurstücks-Neuordnung rund um Stahnsdorfs
meistbefahrene Kreuzung, die auch ein Eingangstor zum Ort darstellt. Immer wieder hatte es in
der Vergangenheit Probleme bei der Abgrenzung von Zuständigkeiten gegeben, etwa bei
Baustellen, Fragen der Unfallsicherung oder Versicherungsangelegenheiten.
Ein Blick noch weiter zurück in die Vergangenheit zeigt die Ursache des Dilemmas: So wurde
Mitte der 1960er Jahre die Landesstraße 76 (Wilhelm-Külz-Straße) als Umfahrung nördlich rund
um den Dorfkern verlegt. Dabei entstand der heutige Bäkedamm. In der Folge durchschnitt die
Landesstraße 76 jedoch die Gemarkungsgrenzen in ungünstiger Weise, was vor allem seit der
deutsch-deutschen Vereinigung und in Zeiten zunehmenden Straßenverkehrs zu den
vorgenannten Problemen führte. Kleinmachnow erhält gemäß des jetzigen Vertrags übrigens weitestgehend Sumpf- und
Wiesenflächen in den Auen des Bäketals. Stahnsdorf wiederum ist nun auch Eigentümer der
Bushaltestelle „Stahnsdorfer Hof“ nördlich des Bäkedamms sowie der Straßenabschnitte im
Kreuzungsbereich, aber auch eines Hauses in der Wilhelm-Külz-Straße.
Dort lebt ein Ehepaar, das sich schon vor einigen Jahren auf Anfrage zum „Umzug“ bereit
erklärte, selbstverständlich ohne Wohnhaus und Grundstück verlassen zu müssen. Die beiden
sind nun offiziell Stahnsdorferin und Stahnsdorfer. Erforderliche Gebühren für Dokumente,
deren Umschreibung erforderlich wird, trägt absprachegemäß die Gemeinde Stahnsdorf.
„Der Gebietstausch ist schon allein deswegen sinnvoll, weil wir zumindest mittelfristig über
Anpassungen im Kreuzungsbereich am Stahnsdorfer Hof nachdenken müssen, wobei wir dabei
auf die Baulastträger angewiesen sind, also das Land Brandenburg und den Landkreis
Potsdam-Mittelmark“, sagt Bürgermeister Bernd Albers. Zuvor sollen auf jeden Fall erst einmal
die Rammrathbrücke sowie der westlichste Abschnitt der neuen Landesstraße 77 fertiggestellt
werden. Gemeint ist der Abschnitt der Ruhlsdorfer Straße zwischen Lindenstraße und
Mühlenstraße.
Da Letzteres voraussichtlich erst nach Fertigstellung der neuen Lindenhof-Grundschule
geschieht, somit frühestens ab 2024, wird der Kreuzungsbereich Stahnsdorfer Hof bis zu
diesem Zeitpunkt zunächst unangetastet bleiben.
Bestrebungen zu Gebietstausch oder -vereinigungen zwischen beiden Orten sind übrigens nicht
neu. Mit der jetzigen Vereinbarung wird in gewisser Weise nachgeholt, was aus
Kleinmachnower Sicht schon viel früher hätte geschehen sollen. Die Kleinmachnower
Gemeindevertreter beschlossen bereits 1920 im einstigen Gasthaus Grothe gegenüber des
Stahnsdorfer Hofs den Beitritt zu ihrem Nachbarort. Damals verwehrten sich die Stahnsdorfer
einer solchen Idee, was nun im Bereich des Stahnsdorfer Hofs anders ist.

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