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Stahnsdorf: Wasserzuführung für dauerhaften Erhalt des Haussees alternativlos

Von der Verwaltung beauftragtes Expertengutachten legt dar, dass lediglich Fortführung des
Pumpbetriebs praktikabel ist, damit wichtiges touristisches Kleinod in Güterfelde nicht verlandet
Der Augenschein trügt nicht: Insbesondere in den Sommermonaten sinkt der Wasserstand des
Güterfelder Haussees. Seit 2004 wurde über einen Brunnen am Anglerheim Grundwasser eingeleitet,
um diesem Phänomen entgegenzuwirken. Die Wirksamkeit dieser Maßnahme ist anhand langjähriger
Beobachtungen nachgewiesen, ohne dass hierbei eine nachteilige Beeinflussung der näheren
Umgebung festgestellt wurde.
Die Verwaltung hatte zuletzt ein Ingenieurbüro mit der Untersuchung beauftragt, ob auch ohne den
genannten Pumpbetrieb eine Wasserstandsaufhöhung dauerhaft sichergestellt und somit eine
Verlandung des Sees verhindert werden kann. Das Fazit des nun vorliegenden Gutachtens ist
unmissverständlich: Nein.
Aus hydrogeologischer und hydrologischer Sicht empfehlen die Berliner Ingenieure, den Wasserstand
weiterhin durch den Pumpbetrieb aus dem existierenden Förderbrunnen zu regulieren. Aus diesem
Grund wird eine Erneuerung der wasserbehördlichen Erlaubnis bei der Unteren Wasserbehörde des
Landkreises Potsdam-Mittelmark beantragt.
Das Gutachten legt auf mehr als 30 Seiten dezidiert dar, dass die beiden in der Umgebung vorhandenen
Grundwasserleiter nicht großflächig hydraulisch voneinander getrennt sind. Überdies müsse davon
ausgegangen werden, dass der untere zweite Grundwasserleiter kein jahreszeitlich durchgängig
höheres Druckniveau aufweist als der obere erste Grundwasserleiter. Eine dauerhafte Aufhöhung durch
eine künstliche Verbindung des oberen mit dem unteren Grundwasserleiter sei somit nicht möglich,
führen die Ingenieure aus.

Unabhängig von den vorherrschenden hydraulischen Randbedingungen sei eine Maßnahme, bei der
zwei Grundwasserleiter künstlich miteinander verbunden werden, hinsichtlich des Grundwasserschutzes
nach dem Wasserhaushaltsgesetz ohnehin genehmigungstechnisch kritisch zu sehen.
„Unser Güterfelder Haussee ist ein wichtiges Kleinod, das wir gemeinsam erhalten wollen“, sagt
Bürgermeister Bernd Albers. „Die Gemeinde arbeitet auf dieser fachlich fundierten Grundlage nun aktiv
daran weiter, den Wasserstand des Güterfelder Haussees zu regulieren und als wichtiges
Erholungsgebiet dauerhaft zu erhalten.“

***
Hintergrund:
• Bereits Ende 2003 wurden im Rahmen der Grundsanierung 38 000 Kubikmeter Schlamm und Sand vom Grund des
Güterfelder Haussees gebaggert, das Wasser herausgepresst, gereinigt und dem Gewässer wieder zugeführt.
• Eine Sanierungsmaßnahme war die Zuleitung von Grundwasser durch eine Pumpe. Die erste wasserrechtliche
Genehmigung zur Wasserstandsaufhöhung lag 2004 vor. Sie wurde in einem Änderungsschreiben der Unteren
Wasserbehörde verlängert und bis zum 31.12.2010 befristet.
• In der vorgenannten Zeit wurden Grundwasserpegelmessungen durchgeführt, der Pumpbetrieb dokumentiert und die
Wasserstandsaufhöhung bewertet. Diese Untersuchungen wurden von der Gemeinde Stahnsdorf beauftragt und von
einem Ingenieurbüro für Gewässerökologie ausgeführt.
• In den vergangenen Jahren trat der Pumpbetrieb wiederholt für längere Zeiträume außer Betrieb. Die Ausfälle liegen in
dem regional sinkenden Grundwasserspiegel und dem damit einhergehenden höheren Anteil an Schwebstoffen im
Grundwasser begründet.

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