Starkniederschläge beenden Niedrigwassersituation im mittleren Spreegebiet – Schwarze Elster führt wieder durchgehend Wasser

Cottbus – Am vergangenen Wochenende fielen starke Niederschläge in den Einzugsgebieten von Spree, Schwarzer Elster und Lausitzer Neiße, die zu einer deutlich erhöhten Wasserführung in den Lausitzer Flüssen sorgten. Hochwassersituationen, wie in Teilen West- und Südwest-Deutschlands oder auch in Bayern und Sachsen, blieben zum Glück aus. Stattdessen konnten die Niederschläge hier genutzt werden, um die Reserven in den sächsischen und brandenburgischen Speichern wieder zu erhöhen. Insgesamt trat dadurch eine deutliche Erholung der Abflusssituation im Spreegebiet ein. Die im Juni umgesetzten Niedrigwassermaßnahmen werden wieder zurückgeführt.

 

Der Juli zeigt sich bisher weiter von seiner wechselhaften Seite. Am 16. und 17. Juli fielen in den Einzugsgebieten von Spree, Schwarzer Elster und Lausitzer Neiße teils ergiebige Regenmengen. In Brandenburg traten stärkere Niederschläge meist nur lokal auf. So wurden beispielweise in der Spreewaldregion zwischen 10 und 60 Millimeter Regen registriert. In den oberen Einzugsgebieten intensivierte sich das Niederschlagsgeschehen. Im sächsischen Teil der Flusseinzugsgebiete waren flächendeckend Starkniederschläge zwischen 30 und 70 Millimeter zu verzeichnen. Lokal wurden auch über 80 Millimeter Regen innerhalb von 24 Stunden gemessen.

Die Niederschläge führten in den Oberläufen der Lausitzer Flüsse zu einem raschen Anstieg der Wasserstände und zu hohen Abflüssen. In Sachsen wurden für alle drei Flussgebiete Hochwasserwarnungen herausgegeben, da an mehreren Pegeln Alarmstufen überschritten wurden. So wurde im sächsischen Spreegebiet an vier Pegeln die Alarmstufe A1 erreicht. Im Gebiet der Schwarzen Elster überschritt der Wasserstand am Pegel Zescha im Hoyerswerdaer Schwarzwasser sogar die Alarmstufe A3. In Brandenburg wurde eine Hochwasserwarnung für die Schwarze Elster einschließlich Pulsnitz herausgegeben. Lediglich am Pegel Ortrand in der Pulsnitz wurden die Wasserstände der Alarmstufe A1 kurzzeitig erreicht. Aktuell sind die Wasserstände wieder deutlich rückläufig. Durch den Rückhalt in den Talsperren und Speicherseen besteht für die brandenburgischen Abschnitte von Spree und Schwarzer Elster keine Hochwassergefahr mehr. In der Talsperre Spremberg ist der Abflussscheitel bereits angekommen und konnte der Großteil des Wassers zur Reservebildung zurückgehalten werden. Die Abgabe der Talsperre Spremberg wurde aktuell von 8,6 auf 10 Kubikmeter pro Sekunde erhöht. Die erhöhte Abgabe wird nun genutzt, um Niedrigwassermaßnahmen, die im Juni in Kraft traten, wieder rückgängig zu machen.

Durch die Gewässerunterhaltungsverbände werden nun die Ausleitungsmengen in die Nebengewässer wie zum Beispiel die Pretschener Spree wieder auf das reguläre Niveau erhöht. Der Abfluss am Pegel Leibsch UP überschreitet bereits seit mehreren Tagen den Mindestwert von 4,5 Kubikmeter pro Sekunde und bewegt sich aktuell im Bereich von 7 Kubikmeter pro Sekunde und somit im Bereich des mittleren Abflusses für den Monat Juli (7,26 Kubikmeter pro Sekunde basierend auf der langjährigen Reihe 1991 bis 2019). Sollten erneut längere Trockenphasen in diesem Sommer auftreten, kann mit erhöhten Speicherabgaben gegengesteuert werden. Eine längerfristige Unterschreitung des Mindestabflusses am Pegel Leibsch UP ist aktuell nicht zu erwarten.

Auch im Gebiet der Schwarzen Elster hat sich die Situation durch die Starkniederschläge erheblich verbessert. Aktuell führt der trockengefallene Abschnitt zwischen dem Verteilerwehr Kleinkoschen und Mündung der Rainitza wieder Wasser. Die Stützung des Abflusses im Stadtgebiet Senftenberg durch die Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza wird daher vorerst eingestellt. Zwar ist kurzfristig wieder mit einem Abflussrückgang zu rechnen, ein erneutes Trockenfallen der Schwarzen Elster scheint aber innerhalb der kommenden Wochen unwahrscheinlich zu sein.

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