Startschuss für neuen Reitrundweg in Phöben

Die Stadt Werder (Havel) freut sich, ein besonderes Angebot im Reiterdorf Phöben zu machen: Im 150 Hektar großen Phöbener Wald hat am Freitag, 20. Mai, nach umfangreichen Vorbereitungen die Markierung eines neun Kilometer langen  Reitrundwegs mit weißen Hufeisenzeichen begonnen. Sie wird am Samstag, 21. Mai, abgeschlossen. „Das Reiten auf diesem Reitrundweg ist nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht“, sagte Bürgermeisterin Manuela Saß zum Start der Aktion.
Der verletzliche Wald war in den vergangenen Jahren zunehmend von den Reitbetrieben in Werders Ortsteil in Anspruch genommen worden.  Nicht nur die Hauptwege, auch viele Pfade waren durch die Hufe der Pferde aufgewühlt und versandeten. „Der Wald hatte gelitten – und für Spaziergänger, Jogger und Radfahrer war kein Durchkommen mehr“, so die Bürgermeisterin. „Auch die Reitbetriebe wollten sich in dieser Gemengelage an einer Lösung beteiligen.“
Nach mehreren Vor-Ort-Terminen und einer Abstimmung mit dem Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg, Axel Vogel, hatte die Bürgermeisterin das Thema vor einem Jahr zur Chefsache erklärt. Seitdem wurde mit mehreren Verwaltungsbereichen des Rathauses in enger Abstimmung mit Ortsvorsteher Carsten Mendling und dem Ortsbeirat Phöben, dem Landesbetrieb Forst und den Reitbetrieben an einem Modellprojekt gearbeitet.
Projekt mit drei Bausteinen
Bürgermeisterin Saß beschrieb die drei Bausteine des Projektes. Erstens sei in enger Abstimmung mit dem Landesbetrieb Forst ein Reitrundweg festgelegt worden, auf dem das Reiten erlaubt und erwünscht ist. Andere Waldbereiche, Wege und Pfade sollen hingegen geschont bleiben. Der Reitrundweg wird bis zum 21. Mai mit Hufeisenschablonen markiert.
Zweitens gebe es Kartendarstellungen des Rundweges: Zum Einen auf einem Flyer, der den Reitbetrieben bereitgestellt wird und in der Tourist-Information erhältlich ist. Zum Anderen auf einer Internetkarte, die unter www.werder-havel.de/reitweg zu finden.
Drittens schließlich wurden freiwillige Vereinbarungen mit den drei großen Reithöfen zum Tragen von Reitmarken getroffen. Unter www.werder-havel.de/reitweg ist zu finden, welche Reitmarken-Zahlen zu welchen Höfen gehören, so dass vor einer Anzeige bei der Forstverwaltung ein Kontakt zum Hof möglich ist.
„Gemeinsame Lösung ohne Verbote“
Das Ziel der Beteiligten beschrieb die Bürgermeisterin am Freitag so: „Der Phöbener Wald und seine Fauna sind schützenswert. Er soll wieder ein attraktives Erholungsziel für alle sein – ob zu Fuß, mit dem Rad oder auf dem Pferd.“
Holger Hendtke, Leiter der Oberförsterei Potsdam, dankte der Stadt für die enge Zusammenarbeit in dieser Sondersituation. „Hier wären ja genauso gut Wegesperrungen möglich gewesen, aber es gab zielführende Anstrengungen für eine Lösung ohne Verbote.“
Sven Troschke, Geschäftsführer der am Projekt beteiligten Polo-und Reitanlage Phöben, betonte, dass sich der Betrieb als Teil des Dorfes fühle. Er lobte, wie der Prozess gestaltet und alle Parteien einbezogen wurden: „Es gibt vielfältige Nutzungskonflikte in der Landschaft in ganz Deutschland. Hier wurde ein Weg der Konfliktlösung gefunden, der weit über Phöben hinausstrahlen kann.“
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