Statement Rettungsdienst

Dieckmann: Völlig verkehrte Zahlen

Leiter Rettungsdienst und Landkreis weisen IW-Veröffentlichung zum Rettungsdienst zurück

In der Prignitz gibt es Orte, wo Bürger im Notfall bis zu 40 Minuten auf den Rettungswagen warten müssten. Das publizierte das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln in einer neuen Datenerhebung. Demnach seien es für Menschen in Legde durchschnittlich 39,6 Minuten und in Lenzerwische 34,7 Minuten, bis der Rettungswagen vor Ort eintreffen würde.

Diese Angaben stimmen mit den tatsächlichen und planerischen Zahlen des Landkreises Prignitz in keinster Weise überein“, weist Marcus Bethmann, Leiter des Sachbereiches Brand- und Katastrophenschutz diese bereits in mehreren Medien veröffentlichten Aussagen zurück. „Völlig verkehrte Zahlen“, entrüstet sich auch der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes Lutz Dieckmann. Mit 9 Rettungswachen, drei Notarztstandorten und einem in Perleberg stationierten Rettungshubschrauber sei der Landkreis gut aufgestellt. Damit kann der Landkreis zu 98 Prozent derart abgedeckt werden, dass die Parameter laut gesetzlicher Vorgaben eingehalten werden. In 2020 betrug die durchschnittliche Anfahrtszeit aller Einsätze 6:46 Minuten. Explizit für Legde betragen die tatsächlichen Anfahrtszeiten 11:11 Minuten, um vor Ort Menschen zu helfen bzw. zu retten. „Darüber hinaus“, so Dieckmann, „kooperiert die Leitstelle eng mit den benachbarten Landkreisen auch über Ländergrenzen hinweg, um die Eintreffzeiten zu verkürzen.“

Die vom Institut herausgegebenen Zahlen vermitteln ein völlig falsches Bild des Rettungsdienstes und der Notfallversorgung in der Prignitz“, so Bethmann. Das Portal Open Street Map, auf das sich die IW-Studie stütze, sei keine offizielle Datenbank, in der offenbar auch die Rettungswachen des Landkreises nicht korrekt eingepflegt sein könnten, mutmaßt Bethmann.

Der Landkreis setzt sich stringent für die Einhaltung und Senkung der Rettungszeiten ein. Er stützt sich dabei auch auf externe Gutachten. In deren Ergebnis ist z.B. 2009 eine neue Rettungswache in Schrepkow installiert oder 2016 die Rettungswache in Karstädt in die Nähe der Autobahn versetzt worden. Außerdem sind weitere Einsatzmittel und Mitarbeiter im Rettungsdient eingestellt worden, um auf Entwicklungen zu reagieren und den Rettungsdient für die Bevölkerung in Abstimmung mit dem Land und der Kassenärztlichen Vereinigung zu optimieren, so Bethmann.

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