Steinbach: „Verstärkter Ausbau der Windenergie zwingend notwendig“

Minister bei Eröffnung der „Husum Wind“ / Brandenburg ist 2021 Partnerland der Messe

 

Husum. „Windenergie leistet einen wichtigen Beitrag zum Umbau unseres Energiesystems – und ist damit eine tragende Säule der Energiewende.  Wenn wir auf Bundes- wie auch auf Landesebene unsere Energie- und Klimaschutzziele erreichen wollen, ist der verstärkte Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere der Windenergieausbau, zwingend notwendig.“ Das erklärte Brandenburgs Energieminister Jörg Steinbach bei der Eröffnung der „Husum Wind“, einer der führenden Messen der Windindustrie im deutschsprachigen Raum. Die Messe findet vom 14. bis 17. September statt, Brandenburg ist in diesem Jahr Partnerland.

Neben innovativen Konzepten für erneuerbare Energiesysteme rückt die Messe auch die Themen Sektorenkopplung und aus erneuerbaren Energien gewonnener Wasserstoff in den Blick. „Die Sektorenkopplung ist unerlässlich für den Erfolg der Energiewende und das Erreichen der Klimaschutzziele“, betonte Minister Steinbach. Er verwies darauf, dass in Brandenburg auf diesem Feld schon viele Projekte vorangetrieben werden. Dies werde auch in der neuen Brandenburger Energiestrategie 2040 deutlich, die derzeit erarbeitet wird und zum Jahresende vorliegen soll. Parallel werde an einer Wasserstoffstrategie für das Land gearbeitet. „Power-to-X-Technologien, die aus erneuerbaren Energien Wasserstoff erzeugen, können ein Schlüssel für den Erfolg der Energiewende sein. Denn Wasserstoff ermöglicht die Kopplung der Sektoren Strom, Wärme, Verkehr und Industrie“, sagte Steinbach.

Um beim Windkraftausbau weiter voranzukommen, sei eine bessere Vereinbarkeit von Energiewende und Natur- bzw. Artenschutz unerlässlich, so der Minister weiter. „Aufgrund der Vorkommen windenergiesensibler Vogelarten scheiden große Flächenanteile für die Windenergienutzung von vornherein aus. Selbst bereits ausgewiesene Windeignungsgebiete können auf Grund artenschutzrechtlicher Belange häufig nicht vollständig genutzt werden“, sagte Steinbach. Wichtig sei daher die Entwicklung technischer Maßnahmen, um Kollisionen von Vögeln mit Windenergieanlagen zu vermeiden. In Brandenburg ist mit finanzieller Unterstützung des brandenburgischen Energieministeriums im Juni dieses Jahr ein Projekt zur Erforschung und Erprobung sensorbasierter automatischer Vogeldetektionssysteme an den Start gegangen. „Es ist notwendig, die Entwicklung dieser Systeme so weit voranzubringen, dass sie zuverlässig geschützte Vogelarten erkennen und die Windenergieanlagen im Bedarfsfall sicher abschalten können“, erklärte der Minister. Ziel sei, zukünftig Vogeldetektionssysteme in konfliktbehafteten Gebieten einzusetzen, um damit mehr Raum für die Windenergienutzung zu gewinnen.

Als wichtigen Schritt, um die Akzeptanz für die Windenergie zu erhöhen, nannte Steinbach das 2019 in Kraft getretene brandenburgische Windenergieanlagenabgabegesetz. Dieses regelt eine Sonderabgabe der Windenergieanlagenbetreiber von insgesamt 10.000 Euro pro Anlage und Jahr an die Kommunen im Umfeld der jeweiligen Windenergieanlage. „Die bisherige Resonanz aus den Kommunen ist sehr positiv“, sagte Steinbach. Eine wirtschaftliche Beteiligung der Kommunen an Erneuerbare-Energien-Projekten könne ein Weg sein, Erlöse gerechter innerhalb der Gemeinschaft zu verteilen. Somit würden auch die betroffenen Bürgerinnen und Bürger profitieren. „Außerdem bleibt so die Wertschöpfung in der Region“, sagte Steinbach. Erfreulich sei, dass mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2021 nun auch eine bundesweite Beteiligungsmöglichkeit geschaffen worden sei.

Zum Hintergrund:

Die Husum Wind wird seit 1989 alle zwei Jahre ausgerichtet. Neben der Präsentation neuer technologischer Ansätze für Windenergie, Sektorenkopplung, Speicherlösungen und nachhaltiger Mobilität runden Sonderforen, Fachkongresse, Networking-Events und die Jobmesse „Windcareer“ das Angebot ab.

Die Messegesellschaft hat Brandenburg aufgrund der starken Impulse der Mark für den Ausbau der erneuerbaren Energien als Partnerland ausgewählt. Mit dem ehrgeizigen Ausbauziel für Windenergie von 10.500 MW bis 2030 und dem zweiten Platz hinter Niedersachsen bei der installierten Leistung von Windkraftanlagen ist Brandenburg beispielgebend. Fast ein Siebtel der in Deutschland erzeugten Windenergie kommt aus Brandenburg.

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