Steinbach: „Zuwanderung wichtig für die Fachkräftesicherung“

Neue Informationsangebote für die Gewinnung von Fachkräften aus Drittstaaten

Potsdam, 11. September 2020. „Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind das Kraftwerk, das unsere Wirtschaft am Laufen hält. Doch wird der Personalbedarf in unseren märkischen Betrieben allein national oft nicht mehr zu decken sein. Die Zuwanderung aus dem Ausland und die Integration in den betrieblichen und gesellschaftlichen Alltag werden künftig wichtige Aspekte für die Fachkräftesicherung unserer Wirtschaft sein. Wir benötigen in vielen Bereichen mehr ausländische Fachkräfte – ob das nun in der Pflege ist oder in Folge von Neuansiedlungen oder dem Ausbau von Betriebsstätten. Wir müssen alles daransetzen, um im Wettbewerb um die besten Köpfe interessierte Fachkräfte von Brandenburg überzeugen und sie in Brandenburg halten zu können. Damit das gelingt, ist ein gutes Unterstützungssystem unerlässlich. Zentrale Elemente dieses Systems sind jetzt vorhanden.“ Das erklärte Arbeitsminister Jörg Steinbach heute in Potsdam.

Am 1. März ist das Fachkräfteeinwanderungsgesetz des Bundes in Kraft getreten. Damit die neuen Möglichkeiten dieses Gesetzes auch genutzt und zukünftig verstärkt Fachkräfte aus Drittstaaten für Brandenburg gewonnen werden können, hat die brandenburgische Landesregierung unterdessen die notwendigen Strukturen geschaffen. Neben der Einrichtung der zentralen Ausländerbehörde im Landkreis Dahme-Spreewald, die am 1. Oktober startet, hat die Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) einen „International Talent Service“ eingerichtet.

WFBB-Geschäftsführer Steffen Kammradt betont: „Mit dem neuen International Talent Service unterstützt die WFBB das Land und die Brandenburger Unternehmen dabei, Fachkräfte aus Nicht-EU Drittstaaten sowie internationale Studierende in Brandenburg als Fachkräfte zu gewinnen. Kern des International Talent Service der WFBB ist die Beratung der Firmen zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Brandenburger Betriebe sind zunehmend an internationalen Beschäftigten interessiert. Der Anteil ausländischer sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter hat sich in den vergangenen zehn Jahren vervierfacht. Ein großer Teil ist bislang auf die europäische Arbeitsmarktmigration zurückzuführen. Doch auch die Zuwanderung von Fachkräften aus Nicht-EU Drittstatten nimmt zu, gerade im Bereich der qualifizierten Fachkräfte und der Spezialisten. Das neue Angebot ist damit eine hervorragende Ergänzung der bestehenden Fachkräfteservices der Brandenburger Wirtschaftsförderung.“

Im Rahmen des IQ-Netzwerks Brandenburg wurde zudem ein weiteres Informationszentrum für Fachkräfteeinwanderung geschaffen. Dieses ist bei der IHK-Projektgesellschaft mbH angesiedelt und ermöglicht zusammen mit dem schon bestehenden Projekt von DAREconsulting nun landesweit Beratungen zur Arbeitsmarktintegration internationaler Fachkräfte. „Denn auch mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz bleibt die Beschäftigung von ausländischen Fachkräften ein anspruchsvolles Unterfangen. Knackpunkt ist die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Hier brauchen Unternehmen zusätzlich Beratung und Unterstützung“, hob Minister Steinbach hervor. Diese Unterstützung bieten schon jetzt zahlreiche Projekte aus dem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten Netzwerk IQ „Integration durch Qualifizierung“ in Brandenburg. Auf diese vorhandenen Strukturen habe man aufgesattelt, so der Minister weiter. Ab sofort stehen nun zwei ,Informationszentren für Fachkräfteeinwanderung‘ zur Verfügung. Damit unterstützen wir Unternehmen vor und während des Prozesses der Gewinnung einer ausländischen Fachkraft, ergänzend kann qualifiziert werden“, erklärte Steinbach.

Der Minister warnte aber davor, die Möglichkeiten des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes zu überschätzen: „Bis zum Jahr 2030 erwarten wir – verglichen mit dem Stand 2017 – einen Rückgang der Personen im erwerbsfähigen Alter um 13,3 Prozent erwartet – also de facto einen Rückgang um 210.400 Personen. Männer und Frauen aus dem Ausland für eine Tätigkeit in Brandenburg zu gewinnen, ist ein Baustein für die Fachkräftegewinnung. Aber damit allein werden wir das Problem des Fachkräftemangels aber nicht lösen können. Zentral bleibt, dass unsere Unternehmen weiter ausbilden, Weiterbildung ermöglichen, durch ,Gute Arbeit‘ attraktiv bleiben.“

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