STEP entsorgt jetzt während Corona versetzt – Mitarbeiter gewinnen

Die Stadtentsorgung Potsdam (STEP) fügt ihrer
Unternehmensgeschichte gerade ein neues Kapitel hinzu. Corona reiht sich ein in die
härtesten Bewährungsproben der Unternehmensgeschichte: Der Gründungsphase des
VEB Stadtentsorgung vor siebzig Jahren und, vierzig Jahre später, der Umwandlung
zur STEP.
Deswegen läuft bei der STEP nichts einfach weiter „auf die alte Tour“. STEPGeschäftsführer Dr. Burkhardt Greiff: „Unser Ziel ist dick orange unterstrichen: Abfuhr,
Verwertung und Co. bleiben auf voller Fahrt, nur das Virus wird ausgebremst – mit
Strategie: Unter anderem werden die Touren zeitversetzt gestaffelt. Die Schichten und
Abfahrten der Entsorgungs-Teams vom Betriebshof starten also nacheinander, um
Begegnungen zu reduzieren“, so Greiff.
Während des ersten Lockdowns durften insbesondere die gewerblichen Mitarbeitenden
nach den Sammeltouren das Betriebsgelände verlassen – bei vollem Lohnausgleich.
Das kostete zwar 800 000 Euro, doch Greiff betont: „Die Minimierung von
Ansteckungen ist alternativlos. Aber das soll nicht auf dem Rücken der Teams
passieren, die jeden Tag raus fahren und ihre Aufgaben trotz erschwerter Bedingungen
motiviert und präzise erfüllen.“ Dass Fairness mit Solidarität beantwortet wird, zeigt
auch das: Gerade während des ersten Lockdowns von März bis Mai 2020 halbierten
sich die Krankheitstage im Vergleich zu „normalen“ Arbeitstagen.
Zudem wird seit Jahren nach Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt: Innerhalb von
zehn Jahren seit 2009 stiegen die Entgelte durchschnittlich um fünfundzwanzig
Prozent. Dazu kommen Extras wie etwa übertarifliche Gratifikationen bei
Dienstjubiläen, freier Eintritt ins Blu-Bad und Zuschüsse für Bus- und Bahntickets. Die
Mitarbeitenden honorieren dies: Seit 2017 finden nun zweijährlich
Mitarbeiterbefragungen statt, wo die Beschäftigten viele Ideen liefern, um die weiter
STEP voranzubringen. 2019 beteiligten sich sechzig Prozent. Davon gaben mehr als
siebzig Prozent an, auf ihre Tätigkeit stolz zu sein.
Für die teils hoheitliche Aufgabenpalette aus gewerblicher Müllabfuhr,
Straßenreinigung, Winterdienst sowie Grünflächenpflege braucht es aktuelles
Fachwissen: Durchschnittlich zweimal jährlich pro Person finden daher Weiterbildungen statt. So wird unter anderem der Erwerb der Fahrerlaubnis in der
Ausbildung angeboten. Das fördert flexiblen Einsatz, etwa in Krisenzeiten oder bei
hohem Krankenstand. Dazu kommt monatlich eine Kraftfahrerfortbildung durch eigene
hochqualifizierte Mitarbeitende. All das ist notwendig, denn ein STEP-Arbeitstag ist
durch innovative Techniken geprägt – von Tourenplanung mittels GPS-Tracking bis zu
fossilfreiem Arbeiten mit elektrobetriebenen Fahr- und Arbeitswerkzeugen.
Homeoffice ist seit einem Jahr beim Gros der Verwaltungskräfte nicht nur Option,
sondern Realität, inklusive sogenannter TEAM-Videokonferenzen. Auch das dient dem
mittelfristigen Ziel der STEP und ihrer Gesellschafterinnen Landeshauptstadt Potsdam
und REMONDIS: Eines der leistungsfähigsten Netzwerke für Stoffstrom-Management
im Land Brandenburg zu entwickeln und sich optimal für eine nachhaltige Wirtschaft
und Gesellschaft einzusetzen – für geschlossene Stoffkreisläufe zur
Ressourcenschonung im Klimawandel.

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