Stille Kranzniederlegung im Gedenken an die Pogromnacht vor 82 Jahren

Mit einer stillen Kranzniederlegung haben heute Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert, der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Pete Heuer, Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke, und die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Manja Schüle, sowie Vertreter der jüdischen Gemeinden der Novemberpogrome und der Zerstörung der Potsdamer Synagoge vor 82 Jahren gedacht. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge in Potsdam – wie überall in deutschen Städten – von Nationalsozialisten geschändet und zerstört.

„Die Pogromnacht markierte den Übergang von der Diskriminierung zur systematischen Verfolgung und Vernichtung. Sie bildete den Auftakt zum Völkermord, bei dem mehr als 6 Millionen Menschen jüdischer Herkunft getötet wurden. Ihrer gedenken wir heute“, so der Oberbürgermeister in einer Videobotschaft. Heutige gesellschaftliche Werte, Normen und Verantwortung speisten sich auch aus den Erfahrungen und der Überwindung des Nationalsozialismus, so Schubert, der auch Bezug nimmt auf aktuelle Ereignisse: „Wir denken an diesem heutigen Tag natürlich auch an den feigen und brutalen Anschlag in Wien in der vergangenen Woche. Wir denken an den jüdischen Studenten, der vor vier Wochen in Hamburg angegriffen und schwer verletzt wurde. Und wir denken an den hinterhältigen Anschlag in Halle vor einem Jahr. Wir müssen die offene Hetze und die Anfeindungen auf offener Straße, auch in unserer Stadt, registrieren. Wir müssen wachsam bleiben, dass die Glut von Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit nicht wieder auflodert und zu Flächenbränden von Hass und Feindschaft führt.“

Da in diesem Jahr eine zentrale Gedenkveranstaltung mit vielen Teilnehmern nicht möglich ist, wendet sich der Oberbürgermeister in seiner Videobotschaft an die Potsdamerinnen und Potsdamer: „In den vergangenen Jahren haben wir uns getroffen am Standort der ehemaligen Synagoge neben der Hauptpost, um zu gedenken und zusammenzustehen. Ich vermisse diese Einigkeit vor Ort. Umso mehr möchte ich Sie aber ermutigen: Halten Sie inne und gedenken Sie der Opfer! Tragen Sie dazu bei, dass jüdisches Leben weiterhin ein so wichtiger Bestandteil für unser Land bleibt.“

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