Suizid im Justizvollzug

Ein 31-jähriger Untersuchungsgefangener hat sich in seinem Einzelhaftraum in der Justizvollzugsanstalt Nord-Brandenburg, Teilanstalt Neuruppin-Wulkow, in der Nacht auf Donnerstag, 22. Oktober 2020, das Leben genommen. Dies wurde heute früh beim Aufschluss der Gefangenen kurz nach 6 Uhr festgestellt. Vitalwerte konnten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr registriert werden.

Seit seiner Unterbringung in der Untersuchungshaft im April dieses Jahres wegen des Verdachts eines räuberischen Diebstahls hatte der Gefangene keinen suizidalen Eindruck gemacht. Er wurde als freundlich und zugewandt wahrgenommen. Noch am Dienstag hatte der Untersuchungsgefangene mit einem Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt ein längeres Gespräch über seine
Lebensplanung im Anschluss an die für den heutigen 22. Oktober 2020 geplante Hauptverhandlung und eine mögliche bevorstehende Haftentlassung geführt.

Das Ministerium der Justiz hat entsprechende Maßnahmen zur Überprüfung der Umstände des Suizids eingeleitet. Insbesondere wird – wie bei Suiziden üblich – der Suizidbeauftragte für den Justizvollzug eingeschaltet.

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