Symbol für Zusammenhalt auch in schwierigen Zeiten: Parlament und Regierung erhalten Fotocollage zu Erntekronen

Sie sind Symbole des ländlichen Raums und werden jedes Jahr mit Sorgfalt und viel Engagement von den Brandenburger Landfrauen angefertigt: die Erntekronen. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten das 17. Brandenburger Dorf- und Erntefest sowie der traditionelle Erntekronenwettbewerb abgesagt werden. Ein Aufruf zum Getreidebinden erfolgte dennoch. Alle 50 Kunstwerke wurden zu einer Fotocollage zusammengefügt und diese nun an Landtagspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke, Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke und Agrarminister Axel Vogel gesandt. Die gerahmten Plakate werden im Landtag, in der Staatskanzlei und im Landwirtschaftsministerium ausgestellt.

Dem Aufruf des Brandenburger Landfrauenverbandes (BLV) zum Getreidebinden folgten 16 Landfrauengruppen, Dorfgemeinschaften, Heimatvereine und Einzelpersonen aus ganz Brandenburg.

Landtagspräsidentin Liedtke sagte: „Die Landfrauen tragen maßgeblich dazu bei, dass der ländliche Raum aktiv und lebenswert ist. Sie leisten neben der Familie eine unverzichtbare gesellschaftliche Arbeit in Vereinen, Projekten, Initiativen und oft als Gemeindevertreterinnen oder ehrenamtliche Bürgermeisterinnen. So sind die Landfrauen in den Regionen Brandenburgs starke Partnerinnen für die Demokratie und für eine nachhaltige Landbewirtschaftung, die auch den Klimaschutz berücksichtigt. Die schöne Tradition der Erntekronen erfüllen sie jedes Jahr mit neuem Leben und Sinn.“

Ministerpräsident Woidke betonte: „Die Erntekrone ist in diesem Jahr mehr als nur ein Zeichen für Kunstfertigkeit, für besonderes Handwerk und unsere Landwirtschaft. Sie ist für mich in diesem schwierigen Pandemiejahr ein Symbol des Zusammenhalts, der Verbundenheit trotz persönlicher Distanz in den Regionen, Dörfern, Städten und Gemeinden. Diese Tradition in unserem Land ist Ausdruck von Einfallsreichtum, Herzblut und großem Engagement im ländlichen Raum. Das Plakat zeigt auch die Freude und Abwechslung in diesen schwierigen Zeiten. Das stimmt mich hoffnungsvoll mit Blick auf das mögliche Dorf- und Erntefest und die Übergabe der Erntekronen im kommenden Jahr.“

Agrarminister Vogel sagte: „Die Corona-Folgen, der Klimawandel und die Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest bleiben große Herausforderungen für unsere Landwirtinnen und Landwirte. Wir gehen sie auch weiterhin gemeinsam im Dialog, mit Ausdauer und Anstrengung, Zugewandtheit und Zuhören an, um die Aufgaben zu meistern. Das geht am besten in lebenswerten ländlichen Regionen und lebendigen Dörfern – und dafür sorgen besonders auch die Landfrauen mit ihrem Verband. Das Binden der Erntekronen, inzwischen auch von Männern ausgeübt, zeigt die Verbundenheit der Menschen mit Traditionen, mit dem Dorf, mit dem Land – und den Willen, sich vor Ort auch künftig einzubringen. Darauf bauen wir und dafür danke ich Ihnen herzlich.“

BLV-Vorsitzende Jutta Quoos schrieb: In einer Zeit, da jede und jeder Einzelne eigentlich mit sich selbst und der aktuellen Situation zu tun hatte, beteiligten sich viele Menschen an unserem Aufruf. Das Plakat möchten wir als Symbol für die Stärke und den Gemeinsinn der Menschen im ländlichen Raum Brandenburgs überreichen. Gleichzeitig möchten wir eindringlich mahnen, die dort lebenden Menschen und ihre Probleme nicht aus den Augen zu verlieren. Insbesondere die ärztliche Versorgung, der Breitbandausbau und die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr sind wichtige und drängende Themen.“

Der 1992 gegründete, gemeinnützige Brandenburger Landfrauenverband e. V. mit rund 1.100 Mitgliedern ist Teil des Deutschen Landfrauenverbandes, des bundesweit größten nicht konfessionell gebundenen Frauennetzwerkes.

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