Tag der Deutschen Einheit 2020: Roter Teppich für den Film

Nachhaltig, partizipativ, identitätsstiftend, kooperativ, weltoffen und pandemiegerecht – so präsentiert sich die Landeshauptstadt Potsdam anlässlich des Tages der Deutschen Einheit 2020. Heute wurde ein roter Teppich für den Film ausgerollt. Im Januar 2020 hatte Oberbürgermeister Mike Schubert eine Fachjury eingeladen, um die Filme für Potsdams Boulevard des Films auszuwählen. Diese wurde heute durch den Dezernenten für Zentrale Verwaltung, Dieter Jetschmanegg, begrüßt und vorgestellt.

Im Zuge der Rekonstruktion der Brandenburger Straße soll ab März 2021 in der Fußgängerzone dieser Boulevard des Films entstehen. Die Fachjury, bestehend aus Prof. Dr. Chris Wahl, Leiter des Masterstudiengangs Filmkulturerbe an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, Guido Altendorf vom Filmmuseum Potsdam, Christiane Krone-Raab vom Medienboard Berlin-Brandenburg, Dr. Carl L. Woebken, Vorstandvorsitzender der Studio Babelsberg AG, Petra Rauschenbach als Leiterin des Filmarchivs im Bundesarchiv, Stefanie Eckert vom Vorstand der DEFA-Stiftung, Christiane von Wahlert vom Vorstand der Friedrich-Murnau-Stiftung sowie Dr. Sigrid Sommer vom federführenden Marketingbereich der Landeshauptstadt Potsdam hat in den vergangenen Monaten anhand eines Kriterienkatalogs 50 Filme dafür ausgewählt.

Alle Filme werden im Rahmen des Tages der Deutschen Einheit 2020 mit einer Plakatausstellung in der Potsdamer Mitte vorgestellt. Außerdem werden seit dem 2. September und noch bis zum 4. Oktober 2020 die meisten dieser Filme in Potsdam gezeigt. Die Potsdamerinnen und Potsdamer sind zum Votum über ihren Lieblingsfilm aufgerufen.

Dieter Jetschmanegg, Dezernent des Geschäftsbereichs Zentrale Verwaltung, bedankte sich heute bei den Mitgliedern der Jury. „Am Thema Film kommt in Potsdam niemand vorbei.

Das sage ich aus eigener Erfahrung, obwohl ich nicht, wie unser Oberbürgermeister schon einmal in einem Film mitwirken durfte. Ich sage dies vor allem deshalb, weil praktisch jeden Tag irgendwo in der Stadt ein Filmset aufgebaut ist – häufig auch bei uns im Rathaus. Film und Potsdam – Film und Babelsberg gehören einfach zusammen. Insofern kann ich mir gut vorstellen, dass die Auswahl der 50 Filme angesichts der Vielzahl der in unserer Stadt produzierten Kino-, Fernseh-, Dokumentar- und Trickfilme eine echte Herausforderung gewesen ist.“

Am heutigen Treffen der Jury nahm mit Elisabeth Trautwein-Heymann ein besonderer Gast teil. „Sie alle kennen meinen Vater, ohne ihm jemals begegnet zu sein“, erläutert Frau Trautwein-Heymann, die Tochter des berühmten Komponisten Werner Richard Heymann. Er hat u. a. die Filmmusik für „Die Drei von der Tankstelle“ und „Der Kongress tanzt“ geschrieben – zwei Filme, die deutsche Filmgeschichte geschrieben haben und deshalb künftig auf dem Boulevard des Films geehrt werden. „Das Schicksal meines Vaters steht stellvertretend für das vieler jüdischer Filmschaffender nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933. Ich freue mich sehr darüber, dass das Werk meines Vaters, der als Generalmusikdirektor der UFA so viele unvergessene Filmmelodien geschrieben hat, mit den ‚Boulevard des Films‘ und dieser Ausstellung eine Würdigung erfährt.“

Der Standort für die Ausstellung der Filmplakate ist ein ganz besonderer. An der benachbarten Stelle wird künftig Potsdams Synagoge entstehen. „Uns war es deshalb sehr wichtig, auf ein besonderes Kapitel Potsdamer Filmgeschichte einzugehen und zugleich auch auf das hinzuweisen, was hier entstehen wird“, sagte Dieter Jetschmanegg weiter.

Für Elisabeth Trautwein-Heymann ist der heutige Termin in Potsdam nicht der einzige. Der Filmklassiker „Die Drei von der Tankstelle“ wird im Rahmen von „30 Tage Kino in Potsdam“ am Dienstag, 29. September, 18 Uhr im Thalia Kino in Babelsberg gezeigt. Frau Trautwein-Heymann wird in den Film einführen.

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