Teltow-Fläming – Aktueller Stand Corona-Virus per 6. März 2020

Im Land Brandenburg gibt eine Erkrankung durch das neuartige Corona-Virus 2019-nCoV. Wann rechnet man im Landkreis Teltow-Fläming mit den ersten Fällen?

Das kann niemand vorhersagen. Aber es wäre ein Wunder, wenn das Virus um unseren Landkreis einen Bogen machte. Momentan gibt es in Teltow-Fläming noch keine bestätigten Erkrankungen. Bis jetzt (Stand: 6. März, 12 Uhr) hatten wir sieben Verdachtsfälle und zwei mögliche Kontaktpersonen.
Kommt es zu Infektionsnachweisen, sind wir darauf eingestellt und wissen, was zu tun ist. Erst im vergangenen Jahr haben wir im Rahmen einer Übung des Katastrophenschutzstabes den Ausbruch einer Pandemie geübt.

Was passiert, wenn es im Landkreis Teltow-Fläming die erste Erkrankung gibt? Wie ist dann die Handlungskette?

Dann laufen mehrere Dinge parallel. Erkrankte Personen werden vom behandelnden Arzt/der behandelnden Ärztin medizinisch versorgt. Das Gesundheitsamt Teltow-Fläming erhält eine entsprechende Meldung – und zwar bereits dann, wenn der Verdacht besteht. Aufgabe des Amtes ist es, mögliche Kontaktpersonen zu ermitteln und über erforderliche Infektionsschutzmaßnahmen zu entscheiden.

Stichwort Grippe: Wie ist hier der aktuelle Stand?

Im Landkreis gab es in dieser Grippe-Saison bislang rund 300 positive Nachweise auf eine Infektion, fast 20 Prozent der Fälle mussten stationär behandelt werden. Uns wurde auch gemeldet, dass leider eine Person an den Folgen der Grippe verstorben ist.

Müsste ein Corona-Patient denn zwingend ins Krankenhaus? Wenn ja, in welches?

Das kommt auf die Schwere der Erkrankung an. Viele Fälle, das zeigt die Erfahrung aus anderen Ländern, verlaufen mild – in China waren es vier von fünf. In schweren Fällen kann das Virus zu Atemproblemen und Lungenentzündungen führen. Komplikationen gab es meist dann, wenn Patienten älter waren und/oder vorher an chronischen Grunderkrankungen litten. In Deutschland ist bisher niemand gestorben.
Sollte es im Landkreis Erkrankungen geben, wird der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin individuell nach Schwere und Verlauf entscheiden. Wichtig ist, die Infektionskette zu unterbrechen und Erkrankte zu isolieren.

Wie wird eine Quarantäne organisiert?

Das hängt von mehreren Faktoren ab. Denkbar ist es, Patienten zu Hause zu separieren. Schwerere Fälle würden in die Krankenhäuser in Luckenwalde und Ludwigsfelde eingewiesen und dort isoliert. Sollte es zu einer Häufung von Erkrankungen kommen, greifen Pandemie-Pläne.

Wo bekommt man weitere Informationen zum Thema Corona-Virus?

In Zeiten der Digitalisierung an sehr vielen Stellen. Ich rate zu den offiziellen und gesicherten Informationen der Behörden sowie des Robert Koch-Instituts.
Außerdem haben Bundesgesundheitsministerium, das Land Brandenburg und der Landkreis Teltow-Fläming Bürgertelefone eingerichtet. Wir aktualisieren zudem ständig den Internetauftritt des Landkreises und informieren dort über aktuelle Entwicklungen vor Ort.

Stichwort Bürgertelefon. Wegen des hohen Informationsbedarfs hat der Landkreis unter 03371 608-6666 eine eigene Hotline eingerichtet. Welche Fragen tauchen am häufigsten auf?

Fast immer geht es um die Befürchtung, dass man sich infiziert haben könnte. Deshalb noch einmal mein Hinweis: Husten, Schnupfen oder Fieber können viele Ursachen haben.
Der Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus ist dann begründet, wenn die betreffende Person an Erkrankungen der Atemwege bzw. unspezifischen Symptomen leidet UND zuvor in einem Risikogebiet war oder Kontakt mit einer infizierten Person hatte. Ist das der Fall, sollte man sich telefonisch beim Hausarzt/der Hausärztin oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 melden.

Was raten Sie Menschen, die Angst vor einer Infektion haben?

Nach wie vor Besonnenheit und Achtsamkeit. Wie schon mehrfach betont, ist die Einhaltung der Hygieneregeln besonders wichtig. Hier steht das gründliche Waschen der Hände mit Wasser und Seife an erster Stelle. Außerdem sollte man auf Begrüßungsrituale mit Körperkontakt verzichten und Abstand zu Personen halten. Reisen in Risikogebiete sollten unterbleiben.
Wer erkältet ist, sollte zum Husten oder Niesen ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge benutzen und sich ggf. krankmelden.

Weitere Informationen zum Thema Corona-Virus

Dossier des Gesundheitsamtes Teltow-Fläming mit weiteren Informationen und Links

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