Teltow-Fläming: Corona-Infektionsgeschehen KW 04/2022

Auf Höchstständen bewegen sich die Corona-Infektionen im Landkreis Teltow-Fläming. Seit Beginn der Pandemie wurden 23.265 Menschen aus Teltow-Fläming positiv auf das SARS-CoV2-Virus getestet, aktuell gelten 5469 Personen als infiziert. Die Brennpunkte sind nach wie vor im Norden des Landkreises – die meisten Infektionen werden aus Blankenfelde-Mahlow und Ludwigsfelde gemeldet.

Die 7-Tage-Inzidenz wird derzeit mit 1667,7 ausgewiesen, ist aber weit höher, weil ein Großteil der Meldungen noch nicht erfasst werden konnte. Sozialdezernentin Kirsten Gurske. „Das Gesundheitsamt arbeitet trotz Unterstützung durch die Bundeswehr und andere Bereiche der Kreisverwaltung seit Wochen über seinen Grenzen. In den vergangenen Tagen gab es jeweils um die 500 bis fast 700 Neuinfektionen. Angesichts dieser hohen Fallzahlen ist das Gesundheitsamt aktuell nicht mehr in der Lage, die Kontaktermittlung im notwendigen Maße vorzunehmen und Quarantänebescheinigungen zu erstellen. Mit der Allgemeinverfügung ist jede Bürgerin und jeder Bürger im Landkreis zum eigenverantwortlichen Handeln bei einer Infektion aufgefordert.  Ein positives Testergebnis und die Allgemeinverfügung sind vom Arbeitgeber auch ohne Quarantänebescheid anzuerkennen“, so Kirsten Gurske.

Hier einige Beispiele aus den vergangenen Tagen – so viele Neuinfektionen wurden dem Gesundheitsamt gemeldet:

  • 19.01.22: 380 Neuinfektionen
  • 20.01.22: 475 Neuinfektionen
  • 21.01.22: 671 Neuinfektionen
  • 22.01.22: 460 Neuinfektionen
  • 25.01.22: 481 Neuinfektionen
  • 26.01.22:496 Neuinfektionen
  • 27.01.22: 497 Neuinfektionen
  • 28.01.22: 621 Neuinfektionen

Situation in Gemeinschaftseinrichtungen

Aufgrund der massiven Zahl an Neuinfektionen, auch unter Kindern und Jugendlichen, ist eine Zuordnung zu Kitas und Schulen derzeit nicht möglich. Der Anteil von Kindern und Jugendlichen unter den aktuell Infizierten stieg auf rund 36 Prozent, der Altersdurchschnitt aller derzeitigen COVID-19-Fälle liegt bei 30 Jahren.

In Pflege- und Senioreneinrichtungen wurden keine Neuinfektionen verzeichnet, aktuell gibt es Einzelfälle in fünf Einrichtungen des Asylwesens sowie einen Ausbruch in der Erstaufnahmestelle Wünsdorf.

Tests und Quarantäneende

Eine Verkürzung der 10-tägigen Quarantäne oder Isolation ist möglich, wenn bei Symptomfreiheit am siebten Tag ein negatives Testergebnis (Bürgertest aus der Teststelle oder PCR-Test) vorgelegt werden kann. Für medizinisches Personal oder Pflegepersonal ist ein PCR-Test zwingend erforderlich.

Dies kann auch ohne eine Meldung vom Gesundheitsamt erfolgen, da derzeit die Ausstellung von Quarantänebescheinigungen nicht zeitnah erfolgen kann. Wie eingangs bereits beschrieben, sind Bürger*innen zum eigenverantwortlichen Handeln entsprechend der geltenden Allgemeinverfügung für den Landkreis aufgefordert. Die Allgemeinverfügung ist auch vom Arbeitgeber anzuerkennen.

Die angekündigte Priorisierung der PCR-Tests erleichtert die Arbeit der Gesundheitsämter nur dann, wenn die Vorgaben zur Kontaktnachverfolgung dem folgen. Im medizinischen und pflegerischen Bereich ist die PCR Testung weiterhin elementar.

Impfungen

Seit dem 1. Dezember 2021 wurden in den Impfstellen Luckenwalde und Ludwigsfelde sowie bei mobilen Aktionen insgesamt 18.804 Impfungen verabreicht – davon 1.709 Erstimpfungen (9,09 Prozent), 1.811 Zweitimpfungen (9,63 Prozent) und 15.284 Drittimpfungen (81,28 Prozent). In der vergangenen Woche wurden pro Tag durchschnittlich 278 Immunisierungen verabreicht und damit 45 weniger als in der Woche davor (323). “Insgesamt ist ein abnehmendes Interesse an Erstimpfungen zu verzeichnen – dafür steigt die Zahl der Zweitimpfungen. Das wiederum kann mit den Neuregelungen in Bezug auf den Impfstoff Johnson & Johnson zu tun haben.“, berichtet Christoph Janoschek, Leiter des Impfzentrums Luckenwalde. Für die mobilen Impfteams sind für den Februar derzeit 8 Einsätze geplant.

Aktuelle Zahlen zu Impfdurchbrüchen liegen dem Gesundheitsamt Teltow-Fläming nicht vor.

Neu: Impfberatung im Impfzentrum

Ab dem 5. Februar 2022 wird jeden Samstag jeweils zwischen 11 und 17 Uhr für alle Interessierten am Impfzentrum Luckenwalde eine individuelle, unverbindliche und natürlich kostenlose Impfberatung angeboten. Zielgruppe für diese Beratungen sind insbesondere Menschen, die noch unsicher sind, ob sie sich gegen Covid-19 impfen lassen wollen. Fragen zur Wirksamkeit der Impfstoffe, zu aktuellen Studien und STIKO-Empfehlungen sowie möglichen Nebenwirkungen werden von erfahrenen Impf-Ärzt*innen beantwortet. Die Impfberatung geht somit über das allgemeine Aufklärungsgespräch vor einer Impfung hinaus.

Impfpflicht in Gesundheits- und Pflegeberufen

Stark diskutiert wird derzeit die Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegeberufe. Die momentanen Regelungen bringen erneute Belastungen für das Gesundheitsamt. Allein der Landkreis Teltow-Fläming hat ca. 750 betroffene Einrichtungen. „Unter Zugrundlage der gegenwärtigen Impfquote kann davon ausgegangen werden, dass beim hiesigen Gesundheitsamt ca. 1000 bis 2000 Meldungen eingehen und zu bearbeiten sein werden“, erläutert die Landrätin. Jede einzelne ist im Rahmen eines ordentlichen Verwaltungsverfahrens zu erledigen. Das bedeutet Anhörung, Impfberatung, Bescheiderstellung und ggf. Widerspruchsbearbeitung. Der Landkreis hat sich mit seinen Bedenken sowohl an die zuständigen Ministerien als auch an den Landeskrisenstab gewandt.

Bürgertelefon

Viele Menschen versuchen über die verschiedensten Nummern das Gesundheitsamt telefonisch zu erreichen. Oft ist das nicht von Erfolg gekrönt, da auch die Mitarbeiter*innen aktiv telefonieren. Der Landkreis hat ab Montag weitere Leitungen am Bürgertelefon geschaltet, um dem hohen Informationsbedarf gerecht zu werden. Derzeit gehen dort ca. 200 Anrufe pro Tag bis zum frühen Nachmittag ein – meistens mit Infektionsmeldungen oder Fragen zu den Themen Quarantäne, Impfungen und Teststellen. Das Bürgertelefon ist unter 03371 608 666 wochentags von 9 bis 13 Uhr geschaltet.

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