Teltow-Fläming: Corona-Infektionsgeschehen KW 42

Die Zahl der Corona-Infektionen ist in den vergangenen Tagen auch im Landkreis Teltow-Fläming deutlich gestiegen. Allein in der vergangenen Woche mussten im Landkreis Teltow-Fläming 48 neue Fälle registriert werden. Damit ist die Zahl der Menschen im Landkreis, die sich seit Ausbruch der Pandemie mit dem SARS-Cov-2-Virus infiziert haben, auf 356 gestiegen. Aktuell gelten 68 Personen als erkrankt und 275 als genesen. Neue Todesfälle gab es nicht, ihre Zahl ist mit 13 konstant.

Die 7-Tage-Inzidenz (Anzahl der in den vergangenen sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner*innen) hat sich von 14,2 (Stand: 9. Oktober 2020) auf 28, 3 (Stand: 16. Oktober 2020) erhöht.

Derzeit sind 73 Verdachtsfälle zu verzeichnen, 255 Personen stehen unter Quarantäne, unter ihnen 19 Reiserückkehrer*innen (Stand 16. Oktober 2020).

„Diese Entwicklung macht uns große Sorgen. Deshalb kann und muss ich ganz energisch darum bitten, dass sich die Menschen im Landkreis äußerst vernünftig verhalten. Bitte prüfen Sie kritisch jede größere Zusammenkunft oder Reise! Achten Sie auf Abstand und Hygiene – auch im Freien! Und tragen Sie Ihre Alltagsmaske dort, wo es geboten ist, immer korrekt und lieber einmal zu oft als zu wenig. Nur gemeinsam können wir verhindern, dass es wieder zu einem Lockdown kommt“, mahnt Sozialdezernentin Kirsten Gurske, Erste Beigeordnete des Landkreises.

Das Land Brandenburg hat bereits angekündigt, dass ab Dienstag, 20. Oktober, wieder strengere Obergrenzen für private Feiern und eine Maskenpflicht in Büro- und Verwaltungsgebäuden gilt, wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt innerhalb von sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohnern auftreten. Ab 50 Neuinfektionen gibt es noch stärkere Begrenzungen.

Ergebnisse der Tests im Hort Zülichendorf

Die Ergebnisse der Corona-Tests im Hort Zülichendorf liegen jetzt vollständig vor. Am Dienstag wurden 21 Personen getestet, ein Ergebnis war positiv. Die Familie der betroffenen Person hatte sich schon frühzeitig selbstständig isoliert und ist jetzt in Quarantäne.

Das Gesundheitsamt hat die Befunde übermittelt. Sofern die Elternhäuser der getesteten Kinder eine 48-Stunden-Symptomfreiheit bestätigen können, wird die Quarantäne mit dem Anruf des Gesundheitsamtes aufgehoben. Der Hort kann damit am Montag seine Arbeit wieder aufnehmen.

Gemeinschaftseinrichtungen/Pflegedienst/Krankenhaus

Aus Gemeinschaftseinrichtungen im Landkreis gibt es aktuell keine Infektionsmeldungen. Der COVID-19-Ausbruch in einem ambulanten Pflegedienst hat sich manifestiert. Das Gesundheitsamt hat die Ermittlungen aufgenommen und entsprechende Maßnahmen veranlasst. Das KMG-Klinikum Luckenwalde hat aufgrund der aktuellen Entwicklung und Ausbreitung des Corona-Virus ab sofort erneut ein generelles Besuchsverbot verhängt. Diese Maßnahme wurde ergriffen, um Patienten und Mitarbeiter*innen des Klinikums zu schützen.

Differenzen im Zahlenmaterial

Immer wieder wird am Bürgertelefon Corona gefragt, warum es unterschiedliche Zahlenangaben für ein und dieselbe Region gibt. Das Land Brandenburg legt der Berechnung der Inzidenzwerte die Zahlen des Landesamtes für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAGV) zugrunde. Dazu hatte Ministerin Nonnenmacher in dieser Woche erklärt: „Wir wissen, dass diese Zahlen mitunter von denen des Robert Koch Instituts abweichen. Das liegt an unterschiedlichen Datenbanken, so dass das RKI üblicherweise etwas hinterherhinkt. Es wäre aber unverantwortlich, in der jetzigen Lage überholte Zahlen zugrunde zu legen. Wir bemühen uns, diesen Widerspruch schnellstmöglich aufzulösen“.

Das RKI veröffentlicht nach eigenen Angaben nur Fälle, bei denen eine labordiagnostische Bestätigung (unabhängig vom klinischen Bild) vorliegt. „Die Daten werden am RKI einmal täglich jeweils um 0:00 Uhr aktualisiert. Durch die Dateneingabe und Datenübermittlung entsteht von dem Zeitpunkt des Bekanntwerdens des Falls bis zur Veröffentlichung durch das RKI ein Zeitverzug, sodass es Abweichungen hinsichtlich der Fallzahlen zu anderen Quellen geben kann“, heißt es im Internetauftritt des RKI. Dort kann man weiter nachlesen:

In der aktuellen Krise werden die Daten des infektionsepidemiologischen Meldewesens zu COVID-19 mit einem möglichst geringen Zeitverzug publiziert. Dies trägt der sehr hohen Dynamik der Lage Rechnung. Allerdings werden hierdurch zuweilen auch Daten vor Qualitätskontrollen und Validierungen veröffentlicht. Durch weitere Ermittlungen der Gesundheitsämter und Plausibilitätsprüfungen kann es zu Nachträgen oder Korrekturen kommen, was vereinzelt zu Abweichungen gegenüber den zuvor berichteten Daten führt. Auch Abweichungen nach unten sind möglich, etwa, wenn ein Fall nach der Ermittlung des Wohnortes einem anderen Gesundheitsamt zugewiesen wird. Dies ist Ausdruck der kontinuierlichen Qualitätssicherung durch die zuständigen Behörden.“

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