THW errichtet Brücken mit mehr als 630 Metern Gesamtlänge

Bonn/Bad Neuenahr-Ahrweiler. Am Wochenende errichteten 40 Einsatzkräfte der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) in Müsch eine weitere Brücke über die Ahr. Die Flut in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli hat alleine im Ahrtal mehr als 80 Brücken beschädigt oder sogar komplett zerstört. Um die Infrastruktur wieder instand zu setzen, bauten Einsatzkräfte des THW in den vergangenen Monaten in zwölf Ortschaften Ersatzbrücken. „Mit dem Bau der 20. Behelfsbrücke im Ahrtal geben wir der Region immer mehr Verkehrs- und Versorgungswege zurück“, betont THW-Präsident Gerd Friedsam.

In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat das THW seit August bereits 21 von geplanten 24 Behelfsbrücken errichtet. Die Übergänge sind unverzichtbar für die Menschen vor Ort, um den Alltag wieder einfacher meistern zu können. Die neue, einspurige Brücke in der Ortsmitte von Müsch ist vom Typ „Bailey“ und mehr als 30 Meter lang. Alle vom THW bislang errichteten Behelfsbrücken in den betroffenen Flutgebieten haben zusammen eine Länge von 637 Metern und ein Gewicht von fast 1.200 Tonnen. Beim Aufbau kamen Einsatzkräfte aller 16 THW-Fachgruppen Brückenbau aus dem ganzen Bundesgebiet zum Einsatz.

Dem THW stehen für den Einsatzfall vier unterschiedliche Brückentypen zur Verfügung. Dies ermöglicht es, flexibel auf komplexe Schadenslagen zu reagieren und sich an spezielle Anforderungen, wie beispielsweise die Beschaffenheit des Untergrunds, anzupassen. Bislang wurden neun Bailey-, fünf Krupp-D sowie sieben Mabey-Compact-Brücken gebaut. Alle drei Brückentypen sind modulare Konstruktionen. Sie bestehen aus Einzelteilen, die leicht transportiert und mit wenigen Bauteilen sowie Maschinen einfach, sicher und vergleichsweise schnell montiert werden können. Die Brücken können auf zwei Arten installiert werden: Am Flussufer zusammengebaut werden sie am Stück mit einem Kran eingehoben. Oder die gesamte Konstruktion wird auf einer Seite errichtet und dann mittels Rolllagern im freien Vorschub, wie zum Beispiel in Müsch, über einen Fluss geschoben.

Das THW ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes. Das Engagement der bundesweit knapp 80.000 Freiwilligen, davon die Hälfte Einsatzkräfte, ist die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinem Fachwissen und den vielfältigen Erfahrungen ist das THW gefragter Unterstützer für Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und andere. Das THW wird zudem im Auftrag der Bundesregierung weltweit eingesetzt. Dazu gehören unter anderem technische und logistische Hilfeleistungen im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von UN-Organisationen.

%d Bloggern gefällt das: