Tief Bernd: THW-Einsatzkräfte bewahren Steinbachtalsperre vor dem Bruch

Bonn. Die Hochwasserlage im Südwesten Deutschlands hält an. Knapp 2.100 Helferinnen und Helfer aus ca. 165 Ortsverbänden des Technischen Hilfswerks (THW) waren in den vergangenen 24 Stunden insgesamt in Nordrhein-Westfalen (NRW) und Rheinland-Pfalz (RLP) im Einsatz. An der Steinbachtalsperre in NRW beispielsweise pumpen fünf THW-Fachgruppen des Typs Wassergefahren/Pumpen rund 70.000 Liter pro Minute ab, um den Druck von dem stark beschädigten Fundament zu nehmen. „Unsere Einsatzkräfte arbeiten mit ihren Großpumpen daran, das Fundament der Sperre weiter zu entlasten“, sagte THW-Präsident Gerd Friedsam am Freitag. Auch an zahlreichen anderen Einsatzstellen pumpen THW-Fachkräfte Wasser ab, räumen Treibgut und Schutt von Straßen oder befüllen und verbauen Sandsäcke.

Die Zahl der sich im Einsatz befindlichen ehrenamtlichen Fachkräfte des THW bleibt konstant hoch. Nach den Starkregenfällen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat das THW Einheiten aus fünf der acht THW-Landesverbände zusammengezogen. Besonders im Landkreis Ahrweiler ist weiterhin viel zu tun: Mehr als 300 THW-Einsatzkräfte retten dort Menschen aus Notlagen, pumpen Wasser ab oder haben bereits mit den Aufräumarbeiten begonnen. „Doppelte Lagen wie diese, wo bundesweit Unwetter- und Corona-Einsätze zeitgleich bewältigt werden müssen, zeigen vor allem eins: Unsere Helferinnen und Helfer sind gut ausgebildet, gut ausgestattet und sind jederzeit bereit, ihre Fähigkeiten für andere in den Einsatz zu bringen“, sagte Gerd Friedsam.

 

In den Einsatzstäben beraten THW-Fachberaterinnen und -Fachberater die Einsatzleitungen zu den Einsatzoptionen des THW, um eine bestmögliche Zusammenarbeit zu gewährleisten. Im Nachgang des Starkregens bedeutet dies, dass neben der aktuellen Lage auch eine mögliche Hochwasserlage mitgedacht wird. Nachdem die Helferinnen und Helfer die akuten Lagen wie brüchige Talsperren und Dämme oder Stromausfälle und Trinkwasserengpässe bewältigt haben, gilt es, die langfristigen Schäden zu beseitigen. Mögliche Szenarien sind dabei, dass die THW-Kräfte Menschen in Notunterkünften versorgen, Straßen und Autobahnen freiräumen sowie baufällige Gebäude absichern oder abstützen.

 

Das THW ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes. Das Engagement der bundesweit knapp 80.000 Ehrenamtlichen, davon die Hälfte Einsatzkräfte, ist die Grundlage für die Arbeit des THW im Bevölkerungsschutz. Mit seinem Fachwissen und den vielfältigen Erfahrungen ist das THW gefragter Unterstützer für Feuerwehr, Polizei, Hilfsorganisationen und andere. Das THW wird zudem im Auftrag der Bundesregierung weltweit eingesetzt. Dazu gehören unter anderem technische und logistische Hilfeleistungen im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von UN-Organisationen.

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